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Die Tour de France - wer macht 2012 das Rennen?

Es ist wieder soweit, mit der Tour de France startet das wichtigste Radrennen der Welt. Was glauben Sie: Wird die Tour dieses Jahr ohne Doping-Skandale auskommen? Und wer triumphiert am Ende im gelben Trikot?
  1. #310

    Mein Fazit - TdF 2012

    Diese Tour war mit die langweiligste in den vergangenen jahren, quasi eine TdF am Reißbrett. Der Starfahrer des Hauptsponsors hat wie geplant die Tour gewonnen, keine ernstzunehmenden Gegner fürs GK und ein bißchen Show mit seinem Landsmann und Zweitplazierten Froome. Einer der Gründe war sicherlich das Profil. Zwei ca. 50 Km lange ZF Etappen, die wie für Wiggins gemalt waren. Die Bergetappen waren verglichen mit anderen TdF eher mau. Ich wünsche mir für die 100. Ausgabe eine schwerere Tour, knackigere Bergetappen und keine zwei ZF wie bei dieser Tour. Schön wäre ein Berg ZF.
    Für mich herausragend war der unbeliebte Voeckler. Der riß sich einfach mal den ganzen Hightech Puls,- Frequenzmeßkram vom Leib und fuhr unkonventionell und aus dem Bauch und zermürbte mit klassischen Psychotricks seine Mitfahrer. Auch Sörensen war ein Highlight und erhält zu Recht die Auszeichnung als kämpferischster Fahrer.

    Beim Fall Fränk Schleck wird sich zeigen, was die Zukunft (und die endgültigen Ergebnisse) bringt. Ich habe meine Meinung dazu schon im Artikel zu Schlecks B-Probe dargelegt. Vielleicht nur soviel noch zum Schluß: Doping ist kein Problem der TdF und schon mal gar keins der Fahrer allein. Vielmehr ist es gesellschaftliches Problem. Würden Politik, Verbände, Medien und Unternehmen nicht Doppelmoral per Excellence vorleben und fördern, wäre für Spekulationen, Vorverurteilungen und der Schwarzweißmalerei (gerade den Radsport betreffend) kein Platz. In den letzten Jahren hat der Radsport eben die Rolle des Sündenbocks ausfüllen müssen. das ist gut für das Gewissen der ja so korrekten (deutschen - im besonderen!!) Zuschauer und Konsumenten, die ja allesamt per Zertifikat berechtigt sind moralische Urteile fällen zu dürfen. Ich wäre mal gespannt, wenn man im geliebten Fußbal ähnlich hart kontrollieren würde wie im Radsport. Über Leichtathletik muss man wohl nicht viel sagen, ebenso Schwimmen oder der in Deutschland heilige Biathlon. Wenn kommende Woche die Olympischen Spiele beginnen, kann man genauso von Pharma-Games sprechen. Oder glaubt irgendwer, dass Menschen aus der Karibik per Gen die besten Sprinter, Sportler aus dem Ostblock die besten Werfer und Türken oder Griechen die besten Gewichtheber sind? Einen schönen Artikel zum Thema Doping gibt es bei Deutschlandradio, ein Interview mit Werner Franke "Die gemeinen Germanen sind scheinheilig" --> http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/tacheles/1816186/ Sehr lesenswert!

    Zurück zum Radsport: Ich freue mich schon auf die 100. TdF. Und lasse sie mir auch nicht von dem mediengestörten "Alles Doping, alles Pharma" Einheitschor kaputt singen. Wer 100% sauberen Sport sehen will, hat wohl nur auf der X-Box (etc.) eine faire Chance. In einer Gesellschaft, die auf dem Prinzip "Brot und Spiele" fußt, werden die Spiele niemals sauber sein. Von daher ist es einfach kurzsichtig und höchstens dem kleinbürgerlichen Gewissen zum Gefallen, wenn der Radsport permanent den "Schwarzen Peter" spielen muss/soll.

    So ich schwing mich nun aufs Rad und dope mich mit einem kühlen Radler....
  2. #311

    Wiggins-Rennstall Sky: Ein Team, acht Kapitäne

    APDer Sieg von Bradley Wiggins wird vor allem als Mannschaftsleistung in die Geschichte der Tour de France eingehen. Das mit viel Geld zusammengekaufte Team Sky dominierte das Peloton nach Belieben. Viele Topfahrer generieren aber auch Eifersüchteleien. Noch einmal wird das nicht gutgehen.

    http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,845706,00.html
  3. #312

    Zitat von goeran Beitrag anzeigen
    Diese Tour war mit die langweiligste in den vergangenen jahren, quasi eine TdF am Reißbrett. Der Starfahrer des Hauptsponsors hat wie geplant die Tour gewonnen, keine ernstzunehmenden Gegner fürs GK und ein bißchen Show mit seinem Landsmann und Zweitplazierten Froome. Einer der Gründe war sicherlich das Profil. Zwei ca. 50 Km lange ZF Etappen, die wie für Wiggins gemalt waren. Die Bergetappen waren verglichen mit anderen TdF eher mau. Ich wünsche mir für die 100. Ausgabe eine schwerere Tour, knackigere Bergetappen und keine zwei ZF wie bei dieser Tour. Schön wäre ein Berg ZF.
    ...
    Zurück zum Radsport: Ich freue mich schon auf die 100. TdF. Und lasse sie mir auch nicht von dem mediengestörten "Alles Doping, alles Pharma" Einheitschor kaputt singen. Wer 100% sauberen Sport sehen will, hat wohl nur auf der X-Box (etc.) eine faire Chance. In einer Gesellschaft, die auf dem Prinzip "Brot und Spiele" fußt, werden die Spiele niemals sauber sein. Von daher ist es einfach kurzsichtig und höchstens dem kleinbürgerlichen Gewissen zum Gefallen, wenn der Radsport permanent den "Schwarzen Peter" spielen muss/soll.

    So ich schwing mich nun aufs Rad und dope mich mit einem kühlen Radler....
    Danke danke danke für diesen Beitrag. Fachkundig, ungeschönt, auf den Punkt. Da freuen sich schon zwei auf die 100. TDF.

    Ich komme gerade von einer 50km Tour zurück und bin ziemlich platt. Es ging über ein paar Hügel und ich hatte mich nicht ausreichend gedopt vorher. ;-)

    Aber jetzt sitze ich mit einem Kaffee auf der Couch und drücke Greipel auf der Tour d'Honneur die Daumen.
  4. #313

    Anmerkung

    Zitat von goeran Beitrag anzeigen
    Diese Tour war mit die langweiligste in den vergangenen jahren, quasi eine TdF am Reißbrett. Der Starfahrer des Hauptsponsors hat wie geplant die Tour gewonnen, keine ernstzunehmenden Gegner fürs GK und ein bißchen Show mit seinem Landsmann und Zweitplazierten Froome. Einer der Gründe war sicherlich das Profil. Zwei ca. 50 Km lange ZF Etappen, die wie für Wiggins gemalt waren. Die Bergetappen waren verglichen mit anderen TdF eher mau. Ich wünsche mir für die 100. Ausgabe eine schwerere Tour, knackigere Bergetappen und keine zwei ZF wie bei dieser Tour. Schön wäre ein Berg ZF.
    Für mich herausragend war der unbeliebte Voeckler. Der riß sich einfach mal den ganzen Hightech Puls,- Frequenzmeßkram vom Leib und fuhr unkonventionell und aus dem Bauch und zermürbte mit klassischen Psychotricks seine Mitfahrer. Auch Sörensen war ein Highlight und erhält zu Recht die Auszeichnung als kämpferischster Fahrer.

    Beim Fall Fränk Schleck wird sich zeigen, was die Zukunft (und die endgültigen Ergebnisse) bringt. Ich habe meine Meinung dazu schon im Artikel zu Schlecks B-Probe dargelegt. Vielleicht nur soviel noch zum Schluß: Doping ist kein Problem der TdF und schon mal gar keins der Fahrer allein. Vielmehr ist es gesellschaftliches Problem. Würden Politik, Verbände, Medien und Unternehmen nicht Doppelmoral per Excellence vorleben und fördern, wäre für Spekulationen, Vorverurteilungen und der Schwarzweißmalerei (gerade den Radsport betreffend) kein Platz. In den letzten Jahren hat der Radsport eben die Rolle des Sündenbocks ausfüllen müssen. das ist gut für das Gewissen der ja so korrekten (deutschen - im besonderen!!) Zuschauer und Konsumenten, die ja allesamt per Zertifikat berechtigt sind moralische Urteile fällen zu dürfen. Ich wäre mal gespannt, wenn man im geliebten Fußbal ähnlich hart kontrollieren würde wie im Radsport. Über Leichtathletik muss man wohl nicht viel sagen, ebenso Schwimmen oder der in Deutschland heilige Biathlon. Wenn kommende Woche die Olympischen Spiele beginnen, kann man genauso von Pharma-Games sprechen. Oder glaubt irgendwer, dass Menschen aus der Karibik per Gen die besten Sprinter, Sportler aus dem Ostblock die besten Werfer und Türken oder Griechen die besten Gewichtheber sind? Einen schönen Artikel zum Thema Doping gibt es bei Deutschlandradio, ein Interview mit Werner Franke "Die gemeinen Germanen sind scheinheilig" --> Die "gemeinen Germanen" sind "sehr scheinheilig" beim Doping - Doping-Aufklärer Franke fordert Aufstockung der | Tacheles | Deutschlandradio Kultur Sehr lesenswert!

    Zurück zum Radsport: Ich freue mich schon auf die 100. TdF. ...
    Ihren Kommentar kann ich so unterschreiben, nur muss man noch eines hinzufügen: Wiggins Toursieg ist nicht allein ein Ergebnis von Skys Stärke, sondern vor allem auch ein Ergebnis der Schwäche der anderen Top-Teams. Die Ambitionen des mindestens ebenso hochkarätig besetzten Teams Radioshack haben sich ja bereits im Vorfeld und den ersten Bergen der Tour in Luft aufgelöst - wer hätte das noch im Mai/Juni gedacht? Klöden wurde als Geheimfavorit gehandelt... Evans hat ein paar schwarze Tage erwischt, wie man sie in den letzten Jahren bei ihm auch selten gesehen hat. Contador war (zurecht) abwesend. Allein Nibali hatte etwas entgegen zu setzen. Mit einem Basso in Giro-Form an seiner Seite hätte trotz der vielen EZF-km vielleicht mehr herausspringen können.

    Interessant wäre es, wenn nächstes Jahr Wiggins/Froome, Schleck und Contador auf einem Profil wie im vergangenen Jahr aufeinander träfen.
  5. #314

    ......

    Zitat von Klartext007 Beitrag anzeigen
    Diese Zeitvergeudung am TV würde ich lieber für eine gemütliche Radtour mit der Familie nutzen.
    Wieso würde?? Einfach tun und nicht hier rumlamentieren.
  6. #315

    @fiutare: IRRTUM!

    Zitat von fiutare Beitrag anzeigen
    Sie haben garnichts verstanden von dem, was ich gesagt habe. [...]
    Irrtum! Ich denke schon, dass ich verstanden habe, was Sie zum Ausdruck bringen möchten. Allerdings kann ich weder bei Ihnen noch bei vielen anderen hier ein nachvollziehbares Motiv für die Verteidigung des Radsports, bzw. der TDF erkennen. Die blossen Verweise auf andere Sportarten ("dort wird auch gedopt") und auf die Fokussierung der Medien eben auf das Thema Doping und TDF, ändern nichts an den Fakten und Tatsachen, die mir diesen "Sport" seit Jahren vermiesen. Die Dikussionen werden sicher nicht immer fair geführt. Allerdings ist es ein sehr infantiles Mittel, auf die Schuld anderer zu verweisen, um mit seinem Lieblingsspielzeug wieder seine Ruhe zu haben. Jeder, der das Doping akzeptiert, unterstützt es auch!

    Ein - zugegeben sehr polemischer - Vergleich: Stellen Sie sich vor, die Verantwortlichen der Institution der kath. Kirche würden bei allen Fällen des sexuellen Missbrauchs so argumentieren wie viele andere hier: "Warum werden denn immer nur wir so behelligt? Sexuellen Missbrauch gibt es doch auch in anderen gesellschaftlichen Schichten!"

    Das versperrt den Blick für die Ursachenforschung und stellt den Versuch dar, Schuld durch "Vermehrung" zu anonymisieren.

    Mein Fazit: Doping im Sport beginnt bei der Akzeptanz des Zuschauers (frei nach dem Motto: Wie sollen die denn das sonst schaffen?). Das offenbart aber auch die wahren Motive seiner Anhänger: Nicht der Sport (als idealistischer) interessiert, sondern nur die Show, der Voyeurismus. Egal ob Chips essender Couchritter oder Freizeitsportler: Beide Gruppen wirken bei der TDF nicht mit und sind somit aussenstehende. Da ich selber sehr sportlich bin, lasse ich auch das Argument nicht gelten, dass man als Freizeitsportler "ahnen" kann, was dort abgeht. Es ist ein platter Versuch, sich von den restlichen Voyeuren abzugrenzen, um im familiären und/oder beruflichen Umfeld als "Fachmann" zu gelten.
  7. #316

    Zitat von Stahlfeuer Beitrag anzeigen
    Irrtum! Ich denke schon, dass ich verstanden habe, was Sie zum Ausdruck bringen möchten. Allerdings kann ich weder bei Ihnen noch bei vielen anderen hier ein nachvollziehbares Motiv für die Verteidigung des Radsports, bzw. der TDF erkennen. Die blossen Verweise auf andere Sportarten ("dort wird auch gedopt") und auf die Fokussierung der Medien eben auf das Thema Doping und TDF, ändern nichts an den Fakten und Tatsachen, die mir diesen "Sport" seit Jahren vermiesen. Die Dikussionen werden sicher nicht immer fair geführt. Allerdings ist es ein sehr infantiles Mittel, auf die Schuld anderer zu verweisen, um mit seinem Lieblingsspielzeug wieder seine Ruhe zu haben. Jeder, der das Doping akzeptiert, unterstützt es auch!

    Ein - zugegeben sehr polemischer - Vergleich: Stellen Sie sich vor, die Verantwortlichen der Institution der kath. Kirche würden bei allen Fällen des sexuellen Missbrauchs so argumentieren wie viele andere hier: "Warum werden denn immer nur wir so behelligt? Sexuellen Missbrauch gibt es doch auch in anderen gesellschaftlichen Schichten!"
    ...
    Es geht aber nicht um die Verantwortlichen der kath. Kirche (in Ihrem Beispiel), respektive um die Radsport-Verantwortlichen. Es geht um die Scheinheiligkeit, die Doppelmoral der Medien und der restlichen Gesellschaft.

    Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Was würden Sie sagen, wenn zwar über die katholische Kirche ein totaler Bann verhängt würde, keine katholischen Gottesdienste mehr im Fernsehen übertragen würden, die einzigen Berichte zur kath. Kirche sich nur mit dem Kindesmissbrauch beschäftigen würden usw.,
    aber gleichzeitig fleißig über Leute berichtet würde, die ebenfalls des Kindesmissbrauchs verdächtigt oder gar überführt sind, solche Leute als angesehene Leute, gar Helden behandelt werden?
  8. #317

    Zitat von Stahlfeuer Beitrag anzeigen
    Irrtum! Ich denke schon, dass ich verstanden habe, was Sie zum Ausdruck bringen möchten. Allerdings kann ich weder bei Ihnen noch bei vielen anderen hier ein nachvollziehbares Motiv für die Verteidigung des Radsports, bzw. der TDF erkennen. Die blossen Verweise auf andere Sportarten ("dort wird auch gedopt") und auf die Fokussierung der Medien eben auf das Thema Doping und TDF, ändern nichts an den Fakten und Tatsachen, die mir diesen "Sport" seit Jahren vermiesen. Die Dikussionen werden sicher nicht immer fair geführt. Allerdings ist es ein sehr infantiles Mittel, auf die Schuld anderer zu verweisen, um mit seinem Lieblingsspielzeug wieder seine Ruhe zu haben. Jeder, der das Doping akzeptiert, unterstützt es auch!

    Ein - zugegeben sehr polemischer - Vergleich: Stellen Sie sich vor, die Verantwortlichen der Institution der kath. Kirche würden bei allen Fällen des sexuellen Missbrauchs so argumentieren wie viele andere hier: "Warum werden denn immer nur wir so behelligt? Sexuellen Missbrauch gibt es doch auch in anderen gesellschaftlichen Schichten!"

    Das versperrt den Blick für die Ursachenforschung und stellt den Versuch dar, Schuld durch "Vermehrung" zu anonymisieren.

    Mein Fazit: Doping im Sport beginnt bei der Akzeptanz des Zuschauers (frei nach dem Motto: Wie sollen die denn das sonst schaffen?). Das offenbart aber auch die wahren Motive seiner Anhänger: Nicht der Sport (als idealistischer) interessiert, sondern nur die Show, der Voyeurismus. Egal ob Chips essender Couchritter oder Freizeitsportler: Beide Gruppen wirken bei der TDF nicht mit und sind somit aussenstehende. Da ich selber sehr sportlich bin, lasse ich auch das Argument nicht gelten, dass man als Freizeitsportler "ahnen" kann, was dort abgeht. Es ist ein platter Versuch, sich von den restlichen Voyeuren abzugrenzen, um im familiären und/oder beruflichen Umfeld als "Fachmann" zu gelten.
    Ok, ich versuche nochmal:

    Ja, ich weiß, dass im Radsport gedopt wird.
    Nein, ich finde das weder gut, noch will ich es verteidigen oder schönreden.

    Und trotzdem fasziniert mich dieser Sport, nicht zuletzt, weil ich mitleide und natürlich auch mitfiebere. Taktik, Tagesform und Technik - all das ist spannend und gewissermassen auch unterhaltend. Das ist heute so wie vor 30 Jahren, als ich anfing, selbst Rad zu fahren und die Tour zu verfolgen (wie den Giro und die Klassiker und und).

    Die Heuchelei - gerade hier in D - und die Stigmatisierung explizit des Radsports finde ich trotzdem ekelhaft, wenn man weiss, dass in jedem Leistungssport hemmungslos gedopt wird, auch und gerade bei des Deutschen Lieblingskind Fussball.

    Und was hat das jetzt mit Voyeurismus zu tun, es sei denn, man bezeichnet Interesse so?
  9. #318

    Vor der eigenen Tür kehren

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Es geht aber nicht um die Verantwortlichen der kath. Kirche (in Ihrem Beispiel), respektive um die Radsport-Verantwortlichen. Es geht um die Scheinheiligkeit, die Doppelmoral der Medien und der restlichen Gesellschaft.
    Das ist ein ernst zu nehmendes Thema, welches primär aber nichts mit gezieltem Doping bei der TDF zu tun hat.

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben: Was würden Sie sagen, wenn zwar über die katholische Kirche ein totaler Bann verhängt würde, keine katholischen Gottesdienste mehr im Fernsehen übertragen würden, die einzigen Berichte zur kath. Kirche sich nur mit dem Kindesmissbrauch beschäftigen würden usw.,
    aber gleichzeitig fleißig über Leute berichtet würde, die ebenfalls des Kindesmissbrauchs verdächtigt oder gar überführt sind, solche Leute als angesehene Leute, gar Helden behandelt werden?
    Wir reden/schreiben aneinander vorbei! Leider verhalten sich die Leitmedien so, wie Sie es beschreiben. Das bestreite ich nicht. Mir geht es darum, dass der Radsport (hier speziell die TDF) die Chance erkennt, wenn er nur vor seiner eigenen Haustür zu kehrt, als einer der Ersten neue Maßstäbe im Antidoping setzen zu können. Sprich: alle Anzeichen und Probleme ernst nimmt. Noch ernster, als bisher. Da kann dann auch mal eine Tour abgebrochen werden, um vorallem den Geldgebern zu signalisieren: Nicht um jeden Preis!
    Das jegliche einseitige Fokussierung (gesellschaftlich) ungerecht ist, darüber brauchen wir nicht zu streiten. Es gibt keine relative Gerechtigkeit. Die Verteilung der Verantwortung sehe ich auch ein wenig anders: Zu allererst ist der Sportler selbst verantwortlich: Risikoabwägung (nicht, ob er erwischt wird, sondern die Verantwortung für die eigene Gesundheit).
    Es ist doppelmoralisch, wenn Radsportler (ich glaube, wie vor zwei oder drei Jahren) streiken wollen, weil Ihnen jemand den Tourfunk "wegnehmen" möchte, andererseits aber niemand streikt, nach dem Motto: Wir fahren erst wieder, wenn keiner mehr dopen muss. Wir wollen unsere Gesundheit nicht aufs Spiel setzen.
    War es nicht Vogt oder Martin, die sagten: Dann können wir ohne Helm und Bremsen fahren? Ich persönlich bin der Meinung, das Manipulationen am eigenen Körper um ein Vielfaches gefährlicher sind.

    Wo sie schon bei den Medien sind: Weshalb steckt ein Medienmogul (Murdoch <--> Sky) viel Geld in den "Sport"? Eine Steigerung des Bekanntheitsgrades seiner Produkte um JEDEN Preis. Da beginnt das Dilemma. Wenn der Zweck von vornherein schon unsportlich ist, dann brauchen wir solche Sponsoren nicht. Wenn alle 198 Fahrer nur mit ALDI-Fahrrädern unterwegs wären und ohne Doping, würde von Ihnen auch der Beste gewinnen. Aber um Sport im idealistischen Sinn geht es wohl bei keiner "Sportart" mehr.
  10. #319

    Die Sieger im Hintergrund

    Also Rupert Murdoch und seine Firma Sky haben dieses Jahr die Tour der France gewonnen und die Fahrer des Sky-Teams haben dabei geholfen.


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