Forum


 

Bundesliga - zählt Treue nichts mehr?

Bundesliga-Trubel: Die Spieler wechseln immer häufiger den Verein. Zählt Treue nichts mehr? Oder blieben die Profis früher nur deshalb lange Jahre bei einem Club, weil sie keine Alternativen hatten? Hat das Geld den Fußball verdorben?
  1. #1

    Das Geld hat den Fussball nicht mehr oder weniger verdorben als irgendeinen anderen Bereich des Lebens.

    Wo professionell gearbeitet (und natürlich bezahlt) wird, ist es entsprechend normal, dass Spieler ihr finanzielles Glück suchen.

    Dass es oft moralisch fragwürdig scheint, wenn ein Spieler dem Ruf des Geldes folgt, hat wohl eher damit zu tun, dass wir als Fans über viele Jahre hinweg meist einen viel größeren Identifizierungsprozess mit einem Verein durchleben als ein Spieler dieses in wenigen Spielzeiten seines "Söldnerdaseins" tun kann.
  2. #2

    Money makes the ball go round

    Geld regiert die Welt. Also auch den Fußball. Was sind denn die Spieler anderes als Dienstleister, Angestellte der Vereine? Vielleicht war das früher mal anders aber da war der Fußball noch weniger eine globale, mehr eine nationale und regionale Sache. Jeder hatte seinen festen Verein bei dem er die ganze Karriere lang spielte. Transfers, vor allem ins Ausland, waren unüblich. Was blieb einem da anderes übrig als treu zu sein. Heute träumt doch jeder Nachwuchsspieler davon steinreich zu sein und bei Clubs wie Barca oder Chelsea zu spielen. Das ist aber nicht negativ zu sehen.

    Denn tatsächlich kann man bei solchen reichen Vereinen auch regelmäßig Weltklassefußball bewundern. Das ist vor allem den Ausländern zu verdanken.(Was wäre Chelsea ohne Drogba, Barcelona ohne Ronaldinho; und bei Arsenal ist die ganze Stammelf mit Ausländern besetzt).

    Sieggarantien für die ,mit teuren Stars besetzten, Teams gibt es aber nicht. Also bedeutet Geld vielleicht viel aber noch lange nicht alles. Jedenfalls nicht im Fußball.
  3. #3

    Der Hamburger SV wollte vor der Saison Peter Otte verpflichten.
    Borussia Dortmund wollte vor der Saison Christopher Kullmann verpflichten.
    Der VfL Wolfsburg wollte vor der Saison Andy Müller verpflichten.

    Alle drei Spieler spielen heute noch beim 1. FC Magdeburg.

    Maik Franz hatte in seinen 5 Jahren beim VfL Wolfsburg auf der offiziellen Wölfe-Homepage stehen: "Dein schönstes sportliches Erlebnis: Meine Zeit beim 1. FC Magdeburg und mein erstes Bundesligaspiel"

    Marcel Maltritz - damals noch beim Hamburger SV - versteigerte ein Trikot mit den Unterschriften aller HSV-Kicker zu Gunsten des damals insolvenzbedrohten 1. FC Magdeburg.

    Sicherlich hat Geld vieles verdorben, aber man kann zumindest noch ein paar Lichtblicke finden. Schön das es bei meinem Verein ist, und so weit sind wir ja auch nicht vom Aufstieg in die Bundesliga entfernt...
  4. #4

    Zitat von DJ2002dede
    ... Schön das es bei meinem Verein ist, und so weit sind wir ja auch nicht vom Aufstieg in die Bundesliga entfernt...
    Minimal 1.5 Jahre und immer den Atem der "Eisernen" im Nacken... ;-))))
    (Und immer schoen dran denken: im Rueckspiel sind Patsche und Texas wieder dabei, also warm anziehen!) ;-)
  5. #5

    Halten denn die Vereine Treue? Sobald mal ein Spieler oder ein Trainer einen Hänger hat, wird er doch auch ratzfatz "beurlaubt".
  6. #6

    Zitat von DJ Doena
    Halten denn die Vereine Treue? Sobald mal ein Spieler oder ein Trainer einen Hänger hat, wird er doch auch ratzfatz "beurlaubt".

    Stimmt, man sollte schon etwas mehr Geduld mitbringen, der HSV macht es mit Doll ja jetzt.Aber andererseits kann man auch nicht nur um der Treue willen, sehenden Auges in Abgrund gehen. Die Vorstände und Manager werden auch dafür bezahlt, das Optimale aus einem Club herauszuholen und das heisst eben nicht Abstieg. Jeder Trainerwechsel ist immer noch billiger als ein Abstieg.

    Es gibt positive wie negative Beispiele, was die Treue zu einem Club betrifft. Ich nenne mal zwei meines Heimatvereins VfB Stuttgart:

    Positiv: Zvonimir Soldo war 10 Jahre beim VfB, hatte alle Höhen wie Champions League und DFB-Pokalsieg bzw. Tiefen wie Abstiegskampf mitgemacht.

    Negativ: Kevin Kuranyi ist nach zwei Jahren und einer Phase in der es nicht so gut lief, der großen Kohle hinterhergerannt.
  7. #7

    In den höheren Regionen des Fußballs sind solche Treuegelübde wohl nicht mehr angebracht.Das Beispiel Schewtschenko zeigt,daß einem Spieler gar keine Chance eröffnet wird, einen solchen Anspruch zu erfüllen.Im Januar ist er vielleicht schon wieder in Mailand, ob er will oder nicht und dann noch als Leihgabe.
  8. #8

    Zitat von christophe
    .... Kevin Kuranyi ist nach zwei Jahren und einer Phase in der es nicht so gut lief, der großen Kohle hinterhergerannt.
    Hat ihn sportlich aber nicht weitergebracht, wie er festgestellt hat (Nichtnominierung bei der WM). Solche Fälle (Spieler gehen zum großen Geld) gibt's speziell bei Schalke öfter: Ailton, Rost, Ernst. Alle sind sportlich abgestiegen, aber finanziell saniert. Jetzt ist die Frage: juckt es die Spieler wirklich?????

    Für die Vereine ist das Spiel auch nicht ganz einfach. Spieler mit langfristigen Verträgen, die im Leistungsloch sind, sind einfach nur teuer. Und da bei einem Verein auch die Finanzen stimmen sollen, ergeben sich für Sportdirektoren/Präsidenten ab und zu mal Handlungszwänge. Nach meiner Prognose wird es auch in Hamburg noch dazu kommen.....
  9. #9

    Zitat von effem25
    Hat ihn sportlich aber nicht weitergebracht, wie er festgestellt hat (Nichtnominierung bei der WM). Solche Fälle (Spieler gehen zum großen Geld) gibt's speziell bei Schalke öfter: Ailton, Rost, Ernst. Alle sind sportlich abgestiegen, aber finanziell saniert. Jetzt ist die Frage: juckt es die Spieler wirklich?????
    Gute Frage! Ob ein Spieler 35.000 oder 60.000 pro Woche verdient, macht den Kohl (meiner Meinung nach) auch nicht fett, aber eine WM im eigenen Land zu verpassen, das würde mir schon weh tun. Und der arme Nutella-Kevin hat ja fast geweint deswegen.


TOP



TOP