Luhukay wird nun also der neue Hertha-Trainer. Ziemlich überraschend. Preetz hat mit einigen Kandidaten gesprochen, von Luhukay ist nichts nach außen gedrungen. Damit hat wohl kaum jemand gerechnet.
Luhukay ist ein Trainer für den Klassenverbleib bzw. für den sofortigen Wiederaufstieg. Keine schlechte Wahl. Was er kann, hat er nicht nur in Augsburg bewiesen. Eher Pragmatiker, weniger jemand für den radikalen Umbruch. Wenn es die Absicht war, Ruhe in den Verein zu bringen, eine gute Wahl. Ob dies allein aber für die Hertha das Wesentliche bzw. Notwendige ist? Auf jeden Fall eine Verpflichtung, die viele Preetz nicht zugetraut hätten.
Anderes Thema:
Bei den Diskussionen um das Spiel in Düsseldorf kommen mir ein wenig die Ereignisse einen Tag vorher in Karlsruhe zu kurz. Dutzende Verletzte, hoher Sachschaden, Brandstiftung. Fankultur? Ich möchte es 'mal etwas sarkastisch so formulieren: Wer den betreffenden Fortuna-Anhängern zugestehen möchte, dass sie ihren Emotionen halt freien Lauf gelassen haben und dadurch Grenzen überschritten haben, müsste dies eigentlich auch den entsprechenden KSC-Fans zugestehen. Die haben ihren Emotionen auch nur freien Lauf gelassen und dadurch Grenzen überschritten. Zwei Seiten einer Medaille.
Sowohl eine von Wut und Hass, als auch eine von Freude und Euphorie getriebene Menschenmenge bleibt ein nicht zu kalkulierendes Risiko. Bei jeder Großveranstaltung mit hoher Zahl an beteiligten Menschen werden von den verantwortlichen Sicherheitskräften (Polizei, Ordnungsdienst, Feuerwehr, Sanitätsdienst, etc.) im Vorfeld Szenarien des Entstehens von Massenpaniken durchgespielt, um diese möglichst zu verhindern. Dies gilt für Rockkonzerte, Demonstrationen, und eben u.a. auch für Fußballspiele. Wenn jemand meint, eine solche Massenpanik sei etwas, was im europäischen Fußball Historie sei und höchstens noch in Afrika vorkommen könne, dem kann man nur grenzenloses Gottvertrauen oder grenzelose Naivität attestieren. Man darf getrost davon ausgehen, dass den Verantwortlichen am letzten Spieltag in Dortmund die Düse gegangen ist. Und den Verantwortlichen in Karlsruhe und Düsseldorf geht jetzt noch der Arsch auf Grundeis. Gott sei Dank ist es zu keinen Personenschäden gekommen. Ein Stolperer im Gedränge, ein Sturz und es kann zu spät sein. Nicht nur für leichtgewichtige Kinder, sondern auch für 100 Kg – Hünen. Wenn die Verantwortlichen der Einsatzkräfte in D’dorf nun behaupten, sie hätten die Situation jederzeit im Griff gehabt, dann ist das der pure (juristische) Selbstschutz. Die Situation war zu keiner Zeit ‚im Griff’, sonst wäre nicht ein einziger Zuschauer in den Innenraum gelangt. Davon einmal abgesehen hätte dieser Umstand, der ja zumindest den Assistenzschiedsrichtern nicht verborgen geblieben sein kann, zum Spielabbruch durch Referee Stark führen müssen, da ein ordnungsgemäßer Spielablauf nicht mehr zu gewährleisten war.



