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Beachvolleyball - nur Strand, Sonne, Party?

Deutschlands Beachvolleyball steckt in der Krise: Die Turniere können im internationalen Vergleich nicht mithalten, der Sport entwickelt sich zurück zu einer Spaßbeschäftigung für die partyfreudige Klientel. Die Organisatoren sind alarmiert - und arbeiten an einem seriöseren Image. Was ist Beachvolleyball für Sie? Party oder Wettkampf?
  1. #10

    Zitat von omskie Beitrag anzeigen
    Schade, [...] daß es nicht geschafft wurde, die Intensität des Spiels sowie die Hingabe der Sportler ernsthaft rüberzubringen. Kommentare wie [...] "ein netter Zeitvertreib am Strand" entbehren jeder Grundlage [...] und verweigern den Aktiven den sportlichen Respekt als auch den wichtigen, finanziellen Rahmen, mit dem so anerkannte Sportarten wie Fußball etc zum Teil etwas voreilig überhäuft werden.

    [...] ohne soliden finanziellen Hintergrund kann keine Sportart überleben und junge Talente fördern. Diese werden sich dann entweder in die schon angesprochene Hobbyfraktion zurückziehen oder sich anderen, lukrativeren Sportarten zuwenden.

    [...]
    Es ist nicht meine Absicht gewesen, die Intensität des Spiels oder die Hingabe der Sportler in Abrede zu stellen. Mit netter Zeitvertreib am Strand habe ich nur auf den Ursprung dieser Sportart hingewiesen. Dass viele Leute, ob am Strand oder anderswo, diesen Sport auf sehr anspruchsvollem Niveau betreiben, steht außer Frage. Leistung verdient Respekt.

    Allerdings gibt es schon viele Dutzend Sportarten, die alle mehr oder weniger ernsthaft mit mehr oder weniger kommerziellem Hintergrund betrieben werden. Kann es sein, dass bei den Finanziers des Sportzirkus in Deutschland die Notwendigkeit einer weiteren Sportart nicht gesehen wird? Denen ist ja der Sport an sich egal, wenn sie nur geeignete Werbemöglichkeiten finden. Die würden sicher auch den Teebeutelweitwurf zur olympischen Disziplin hochjazzen, wenn es gerade opportun wäre.

    Daraus folgt, dass die Sportart im Prinzip mit dem Engagement der Sportler steht und fällt. Wenn jemand Beachvolleyball spielen will, kann er das auch ohne hochdotierte Turniere. Er muss dazu nicht seinen Beruf aufgeben, in der Welt herumreisen oder jeden Tag stundenlang trainieren. Es gibt doch sicher Clubs und andere Spielgelegenheiten, wo man auf halbwegs hohem Niveau spielen kann. Der Spaß am Spiel hängt aber nicht davon ab, ob auf Turnieren hohe Preisgelder winken.

    Die Förderung von Talenten für eine bestimmte Sportart ist kein Wert an sich. Der Stellenwert der betreffenden Sportart auch nicht. Wenn es darum geht, dass Sport getrieben werden soll, ist es egal, ob die Talente nun Beachvolleyball spielen oder in lukrativere Sportarten abwandern.

    Wenn es den Talenten um "ihre" Sportart geht, bleiben sie beim Beachvolleyball. Wenn es ihnen um das Geld oder den Ruhm geht, wandern sie eben ab. Gleichgültiger könnte kaum was sein.
  2. #11

    Zitat von Niklot Beitrag anzeigen
    die Trennung ist nicht wirklich so groß, die überwiegende Mehrzahl der Spieler spielt auch in der Halle oder hat dort auch gespielt. Sind halt sehr eng verwandte Sportarten und zeitlich passt das im Großen und ganzen auch ( Winter HAlle, Sommer Beach)
    Völlig richtig, und doch ist die Trennung vorhanden. Nicht zuletzt ein Großteil der Hallen-Coaches steht nach meiner Erfahrung dem Beachvolleyball ablehnend gegenüber, weil es "die Technik versaut und überhaupt kein Volleyball" sei. Auch die saisonale Trennung verschwindet zusehends, je höher gespielt wird. Ich weiß von einem konkreten Fall, dass eine ambitionierte Regionalligamannschaft gerade mal zwei Wochen frei bekam; danach wurden die Damen wieder in der Halle zurückerwartet.

    Das ist sicher kein Einzelfall, wie auch die Tatsache zeigt, dass man kaum einen Weltklasse-Hallenspieler auch im Sand unter den Weltbesten findet. Das hat vor allem zeitliche Gründe, liegt aber auch an der grundsätzlichen Einstellung: In Europa beginnt die Beachkarriere (wenn überhaupt), sobald sich die Hallenkarriere dem Ende zuneigt. Im Sand finden sich Spieler von geradezu biblischem Alter in der Weltspitze - man denke an den 40-jährigen Brasilianer Franco Neto -, die in der Halle wohl nicht (mehr) oben mithalten könnten.

    Zitat von Jakob Schwarz Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass bei den Finanziers des Sportzirkus in Deutschland die Notwendigkeit einer weiteren Sportart nicht gesehen wird? Denen ist ja der Sport an sich egal, wenn sie nur geeignete Werbemöglichkeiten finden.
    Ich sehe die Ursachen in unserer heutigen Spaßgesellschaft, die Beachvolleyball nicht als Sport, sondern als "Gaudi" für die Sommerzeit einordnet (Ultimate Frisbee dürfte es da ähnlich gehen). Zudem ist Beachvolleyball im Fernsehen für den flüchtigen Betrachter nicht sehr unterhaltsam, da lange, spektakuläre Ballwechsel eher selten sind.

    Es gibt nach meiner Erfahrung übrigens auch nicht viele Aktive, die Beachvolleyball im Fernsehen verfolgen: Entweder stehen sie während der Übertragung ohnehin im Sand, oder sie verabschieden sich nach kurzer Zeit dahin, weil das Zuschauen sie zum Spielen angeregt hat. Hier besteht das grundsätzliche Problem, dass Live-Übertragungen am Nachmittag weniger sinnvoll sind als Aufzeichnungen, die ab 21 Uhr gesendet werden.
  3. #12

    Mein Stringtanga ist verutscht

    Zitat von regina_phalangie Beitrag anzeigen
    Beachvolleyball ist doch nichts weiter, als der verzweifelte Versuch, Stringtangas auf mit Sand aufgeschütteten Rathausplätzen salonfähig zu machen.
    Der o.g. Beitrag hat wenigstens ein paar Foristen zur Tastatur greifen lassen, so richtig Inhalt kam aber nicht rueber.

    Ich kann mich noch erinnern, wie ich Anfang der 90er als Hallen-Volleyballer nicht verstehen konnte, dass die Amis auf Europa-Tournee Sand in Sporthallen gekippt haben und dann darauf BeachVolleyball gespielt haben. Die spinnen, die Amis, dachte ich mir damals, bevor ich 9 Monate spaeter selbst ungemein Spass daran fand, nachdem im Nachbarort unweit Bietigheims ein Volleyballbegeisterter eine alte Industriehalle zum geheizten Sandkasten umbaute.

    Inzwischen spiele ich mindestens zweimal die Woche, solltet Ihr beim naechsten USA Besuch in der Naehe sein, kommt vorbei und ueberzeugt Euch, wie gut Indoor und Beach Volleyball harmonieren koennen und wie sobald die Sonne am Himmel ist, die Unermuedlichen am Strand sich die Baelle ins Feld schlagen. Beachvolleyball ist als Trainingsergaenzung fuer KlubVolleyball hoch willkommen und man kann zu zig Turnieren fahren.

    Als Professioneller muss man allerdings noch einen Nebenberuf haben, angeblich schaffen es in den USA nur Misty May-Treanor and Kerri Walsh vom Sport zu leben. Von ALtmeister Karch Kiraly vielleicht mal abgesehen.

    Bei genuegend Begeisterung macht es auch auf einem Rathausplatz Spass.
  4. #13

    Zitat von ruebergemacht Beitrag anzeigen
    Der o.g. Beitrag hat wenigstens ein paar Foristen zur Tastatur greifen lassen, so richtig Inhalt kam aber nicht rueber.

    Ich kann mich noch erinnern, wie ich Anfang der 90er als Hallen-Volleyballer nicht verstehen konnte, dass die Amis auf Europa-Tournee Sand in Sporthallen gekippt haben und dann darauf BeachVolleyball gespielt haben. Die spinnen, die Amis, dachte ich mir damals, bevor ich 9 Monate spaeter selbst ungemein Spass daran fand, nachdem im Nachbarort unweit Bietigheims ein Volleyballbegeisterter eine alte Industriehalle zum geheizten Sandkasten umbaute.

    Inzwischen spiele ich mindestens zweimal die Woche, solltet Ihr beim naechsten USA Besuch in der Naehe sein, kommt vorbei und ueberzeugt Euch, wie gut Indoor und Beach Volleyball harmonieren koennen und wie sobald die Sonne am Himmel ist, die Unermuedlichen am Strand sich die Baelle ins Feld schlagen. Beachvolleyball ist als Trainingsergaenzung fuer KlubVolleyball hoch willkommen und man kann zu zig Turnieren fahren.

    Als Professioneller muss man allerdings noch einen Nebenberuf haben, angeblich schaffen es in den USA nur Misty May-Treanor and Kerri Walsh vom Sport zu leben. Von ALtmeister Karch Kiraly vielleicht mal abgesehen.

    Bei genuegend Begeisterung macht es auch auf einem Rathausplatz Spass.
    Ein paar mehr werden davon schon leben können, zumindest ganz ordentlich , wirklich ausgesorgt haben allerdings wohl nur ganz wenige. Insgesamt gibt es sicher deutlich mehr Hallenspieler die gut verdienen, nur leider kaum einer in Deutschland. Genau wie beim Beach die Besten verdienen ihr Geld fast alle im Ausland.

    Wüßte inzwischen keinen ordentlichen Trainer mehr, der Beach nicht als gute Ergänzung zum Hallenvolleyball ansieht. Es gibt halt Terminprobleme und Streit um Fördergelder und Talente.


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