Forum: Sport
Bayern-Flop - weshalb ist Jürgen Klinsmann gescheitert?
Nach nur zehn Monaten haben sich die Bayern von Trainer-Neuling Jürgen Klinsmann getrennt. Warum war der frühere Nationalcoach so erfolglos? Oder lag es gar nicht an Klinsmann?
- #1330 24.05.2009 22:41 von
So war es vermutlich auch. Klinsi wurde wie kein normaler Trainer behandelt, sonst wäre er schon längst in der Winterpause gefeuert worden (was ich befürwortet hätte). Stattdessen schleppte man ihn durch - in der Hoffnung auf Besserung. Ob Bayern Meister geworden wäre, wenn man Grinsmann vorher geschasst hätte, ist eine offene Frage. Die Chancen wären m.E. jedenfalls besser gewesen.
- #1331 25.05.2009 00:08 von
Sehe ich nicht so.
Fakt ist doch, daß Hoeneß nach dem Rauswurf von Klinsmann, sagte, er wolle keine schmutzige Wäsche mehr waschen. Beide Seiten hatten sich auch daran gehalten - soweit so gut.
Nun gibt jedoch Klinsmann plötzlich ein Interview, in dem er Behauptungen XYZ aufstellt. Da ist es das gute Recht von Hoeneß, hierauf zu reagieren.
Besonders ist dies sein gutes Recht, wenn eventuell gar nicht stimmt, was Klinsmann behauptet hat. Es scheint wohl etwas dran zu sein mit der Einschätzung, daß eben das verständnis von Klinsmann zu den Mitspielern nicht so gut war, wie von Klinsmann immer behauptet.
Ich kann verstehen, wenn ihm da der Hut hochgeht - ob er nun Hoeneß heißt oder nicht. und solche Behauptungen gar von jemandem, bei dem als Trainer nun wirklich überhaupt nix bei den Bayern geklappt hat, und der sich nun nur noch gut verkaufen will. Doch ja: beim 2:1 gegen Bochum (Milchstraßen-Pokal gewonnen), da ist er aufgesprungen wie der Franz nach dem Gewinn der WM damals. Alles Show.
Wenn Heynckes solche Behauptungen aufstellen würde - der von 5 Spielen in kritischer Phase keines verlor (4 Siege, 1 untentschieden), selbst dann würde ich sagen: halt mal die Bälle flach. Von Klinsmann solches zu hören, ist ein Witz.
Aber Klinsmann ist gewitzt: seine "ruhige, diplomatische Art" veranlaßt Zuschauer zur Einschätzung, er sei der ruhige Fels in der Brandung, der selbst allen Ungerechtigkeiten zum Trotz zu seiner Mannschaft steht. Ja klar, würd' ich auch sagen.
Er will sich empfehlen für den nächsten Trainer-Job. Da sind wir aber alle gespannt, wo er nun landet :-)
Ein sympathisch aussehenes Kerlchen muß nicht Recht haben, mur weil man den Hoeneß nicht mag. Daß der Herr Klinsmann auch Versicherungen verkaufen könnte, wissen wir doch ;)
Und wenn ein Trainer - dem man alles zu Füßen legt - eben nix bringt, dann muß er gehen. Beleidigte Leberwurst ist da niemand - dafür ist der Hoeneß zu lange im Geschäft, da zählen Fakten. Der ist keine 22 mehr. - #1332 25.05.2009 00:10 von
- #1333 25.05.2009 10:23 von
Interessant, wußte ich nicht; bestätigt ja die Einschätzung.
Tja, es ist eben etwas anderes, als unter Hilfe von Löw in einem "Sommermärchen" ein paar Spiele zu bestehen, als bei einer BuLi-Mannschaft über die gesamte Saison beständige Leistung zu zeigen. Da sind andere Fähigkeiten gefragt. Irgendwann zieht eben das "Gute Stimung, Jungs, haun wir sie weg".
Frage ich mich auch. Aber Rummenigge und Hoeneß (wenn es denn auch seine Entscheidung war), werden ihren Fehler eingesehen haben. Auch wenn sie öffentlich nicht darüber sprechen.
Man nehme als Vergleich zu Klinsmann nur Magath (oder viele andere): Magath braucht diese Wohlfühlsprüche nicht, um erfolgreich zu sein. - #1334 25.05.2009 10:26 von
Zumal Uli Hoeneß beim gestrigen DSF-Stammtisch der Erfolge der N11 bei der WM 06 richtig einordnen konnte und den "vermeintlichen Erfolg" 3. Platz nicht überbewertete.
Vielleicht waren es die amerikanischen Trainingsmethoden, von denen sich Rummenigge & Co den Fortschritt versprachen.
Vielleicht auch das Gesamtprodukt, daß ihnen den Anschluß an die europäische Spitze garantierten sollte.
In dem Zusammenhang ist es verwunderlich, daß man sich auf Klinsmann festlegte, bevor man sein Konzept kannte. Spricht wie so manches andere auch gegen Rummenigge & Co. - #1335 25.05.2009 10:28 von
Richtig.
Für das Verhalten von Klinsmann vor der Kamera ("Alles toll", "Subbä Stimmung", "die Mannschaft lebt das", bis zum Erbrechen wiederholt) gibt es eine ganz einfache Erklärung:
Stellen wir uns einen Lehrer/Dozenten vor, der mächtig unter Druck steht, aber mit der Klasse zusammen keine ausreichende Leistung erzielt, den Job aber unbedingt behalten will.
Wie wird der wohl argumentieren, wenn er unter Beschuss gerät? Er wird auf die gute Stimmung und den ungebrochenen Willen verweisen. Sein letztes Argument. - #1336 25.05.2009 11:15 von
- #1337 25.05.2009 11:17 von
Klinsmann hätte auf dem Auftrittsgage verzichten können. Oder einfach die Fehler zugeben aber positiv formulieren (in der Art: ich hätte früher konsequenter sein müssen, ich hätte besser auf dem FCB vorbereitet sein müssen etc.). Dann kann er vielleicht einen Großverein nochmal damit überlisten. So hat er sich aber endgültig aus dem Geschäft gekickt. Ich hätte jetzt auch keine Versicherung von ihm gekauft, wenn er bei mir klingen würde.
Aber nichtdestotrotz: er war ein Glücksgriff für den DFB und das Experiment in Bayern hat auch was positives gewirkt. Man wird jetzt nicht mehr davon träumen, mit einem Zaubertrainer die CL gewinnen zu wollen, ohne 100 Mio. mehr zu investieren. - #1338 25.05.2009 15:38 von
- #1339 25.05.2009 15:40 von
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