Zitat von
Zeitgeist159
Ich denke, dass beide Lebenssituationen ihre Vor- und Nachteile haben. Warum ein Student nun unbedingt ausziehen sollte, wenn die Uni nur 5 Minuten vom Elternhaus weg ist, das erschließt sich mir nicht, kommt aber oft genug vor.
Andererseits finde ich es auch schwach sich für eine Uni und einen Studiengang zu entscheiden, nur, weil er in der Nähe ist.
Selbständigkeit kann ein junger Erwachsener auch im Elternhaus erlernen. Ich habe bis zu meinem 23. Lebensjahr bei meinen Eltern gewohnt und habe dort alles gelernt. Als ich auszog konnte ich kochen, putzen, Wäsche waschen und mit meinem eigenen, selbst verdienten Geld haushalten. Ich kann einen Reifen an meinem Auto wechseln und weiß, welche Hausmittelchen gegen Husten wirksam sind.
Auch wenn ich "erst" mir 23 ausgezogen bin, also erst mitten im Studium und nicht schon am Anfang, war stets ICH die erste Ansprechperson im Freundeskreis, die gefragt wurde, wie man diesen Fleck heraus bekommt oder jenes Essen rettet. Ich wurde angerufen, wenn Türen zu Wohnheimszimmern nicht mehr auf gingen, weil der Rahmen sich verzogen hatte und der Schlüsseldienst viel zu teuer war, weil ich wusste, wie man die Tür auch anders auf bekommt (nein ich bin kein Einbrecher, ich hab nur eine Schwester, wie gerne mal die Tür zu gezogen hat ohne einen Schlüssel dabei zu haben).
Verpasst habe ich vom studentischen Leben nicht viel, lag doch bei allen Freunden eine Matratze oder eine Luma auf der ich stets willkommen war, wenn mal eine Party länger dauerte und ich die 15 Minuten Autofahrt nicht mehr auf mich nehmen wollte.