Wohnen bei Mama - praktisch oder unselbstständig?

Ein Viertel der deutschen Studenten wohnen noch bei ihren Eltern. Was denken Sie - sollte man das Elternhaus frühzeitig verlassen, um eigenständig zu werden? Oder den praktischen Nutzen sehen?
  1. #220

    Gibt es ausreichend Studentenzimmer und -wohnungen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    sollte man das Elternhaus frühzeitig verlassen, um eigenständig zu werden? Oder den praktischen Nutzen sehen?
    Im Sinne des Erwachsen- und Selbständigwerdens, was bei über 18jährigen ja eindeutig erwünscht ist, wäre es gut, wenn Studenten außerhalb des Elternhauses wohnten. Das ist aber nur dann realistisch, wenn ihnen Zimmer bzw. WG-Wohnungen in ausreichender Zahl UND zu einem akzeptablen Preis zur Verfügung stünden. Dem ist aber leider überhaupt nicht so.

    Hotel Mama kann also durchaus eine erzwungene Bleibe sein.
  2. #221

    Ausbeutung von wem?

    Zitat von chirin Beitrag anzeigen
    Natürlich früh, alles andere ist Ausbeutung der Eltern.
    Es könnte sich auch um Ausbeutung DURCH die Eltern handeln. Es gibt auch Eltern, die klammern, die es nicht schaffen, ihr inzwischen erwachsenes Kind loszulassen.
    Man muss also genau hinsehen, wer da wen ausbeutet.
  3. #222

    Zitat von nomadas Beitrag anzeigen
    Es ist die "Mama ist meine beste Freundin"-Generation. Sie sind oft in "Brigitte" & Co. zu finden, mit Fotoshooting nach dem Motto: "Wer ist denn auf diesem Bild die Mutter-wer die Tochter"? Oder es sind die "Prinzen", Mama`s ganzer Stolz, Ödipussi lässt grüßen! Aufgewachsen im Wohlstand, über-behütet, wo jedes "Kritzelbild" des kid`s ein "früher Picasso" war und jeder Furtz eine "neue Duftnote von Chanel". Klar, dass man da nicht ausziehen will, wenn es nötig wäre. Streit gab es -fast- nicht, alles wurde "ausdiskutiert".
    Und in der Schule war Mutti immer hinterher, dass es die "optimale Förderung" für den Nachwuchs gab, am besten als Klassen-Elternsprecherin. Tja, es darf einen nicht wundern, wenn aus diesem Nest keiner flüchten will. Und am Nachmittag kutschiert Mutti, am Steuer des van, die Brut zum Tennis, Musikunterricht oder zur Freundin, Abholservice inklusive. Die Kinderzimmer gleichen einem Konsumtempel, wo alles zu haben ist, von der Barbie bis zum laptop. Allerdings wird bei den Essenszeiten Pünktlickeit erwartet, am Familien-Konferenztisch, wo dann auch mal ein Papi live erscheint. Alles wird dem Nachwuchs abgenommen, damit sie sich voll auf die Schule, genauer gesagt, auf die Noten konzentrieren können. Denn der Grundstein zur Karriere wird zuhause gelegt, heisst der Glaubenssatz. Sie sollen es ja mal "zu was bringen", in der globalen Leistungs-gesellschaft, ohne zuhause je was geleistet zu haben, oh wie lustig! Diese Ego-kids, der Lebensinhalt der Alten, kennen nur einen Faktor, den Spass-Faktor. Bei jedem "Tschüß" an der Haustür gibt`s noch ein "Viel Spaß" dazu! Auweia, wo soll das bloß hinführen? Na klar, direkt ins "Hotel-Mama"!
    Ziemlich drastisch dargestellt. Ich stimme Ihnen zu. :-)
  4. #223

    zu diesem Thema kann man mit Sicherheit keinen Schluss ziehen in dem Sinne: Wer zu Hause gewohnt hat, der ist ein Egoist, schlechterer Mensch etc.
    aber man kann mit Sicherheit eines sagen:
    Ich "wohne" quasie alleine seit ich 13 bin. Zu anfang im Internat, habe mir dann mit 18 eine eigene Wohnung genommen, seltständig die Schule gewechselt und die letzten beiden Jahre der Oberstufe alleine durch gezogen (näheres in einem anderen Thread: Privatschule - die bessere Alternative?. Auf der anderen Seite ist meine Verlobte zu Hause aufgewachsen bis sie ihr Abitur hatte und war danach noch öfter zu Hause.
    Hat sie das zu einem schlechteren Menschen gemacht oder mich zu einem besseren? Mit Sicherheit nicht!
    Ich bin Erfahrener gewesen, in vielen Dingen. Das liegt nicht nur am "alleine" Wohnen als ich 18 war, das meiste hat das Internat geschaffen.
    Aber ich konnte auch viel von ihr lernen, mir fehlte es an so einigem, das kann ich heute wirklich sagen.
    Man darf eines nicht vergessen, Lebenserfahrung kommt auch ganz oft mit Enttäuschungen und einem harten Leben daher.
    Heute bin ich der Meinung: Man sollte ausziehen um selbständig zu werden. Allerdings fängt die Selbständigkeit auch sehr früh an. Wurde man zur Unselbständigkeit erzogen, hilft es auch nicht, wenn man dann auf einmal alleine wohnt. Dann sieht es nämlich zu Hause aus wie schei** und man wird eine Schlampe oder kann nicht mit Geld umgehen. Oder ein anderes extrem was ich erlebt habe, war das ein Kommilitone von mir WoW abhänig wurde. Meiner Meinung nach gehört es auch zur selbständigkeit sich selbst gut einschätzen zu können, selbstkritisch zu sein und NEIN sagen zu können, vor allem zu sich selbst....
  5. #224

    Zitat von nomadas Beitrag anzeigen
    Und in der Schule war Mutti immer hinterher, dass es die "optimale Förderung" für den Nachwuchs gab, am besten als Klassen-Elternsprecherin. Tja, es darf einen nicht wundern, wenn aus diesem Nest keiner flüchten will. Und am Nachmittag kutschiert Mutti, am Steuer des van, die Brut zum Tennis, Musikunterricht ....
    Personen, die als Kinder so behandelt wurden, habe ich auch kennengelernt. Allerdings sind die fast alle mit Aufnahme des Studiums von Hotel-Mama in eine eigene (von den Eltern bezahlte) Wohnun gezogen (fahren aber zum Wäsche waschen trotzdem noch zu ihren Eltern).
  6. #225

    Ich finde, man kann nicht so pauschalisieren, wie das einige hier tun. Es gibt Laender, wo die Mehrheit der Studenten zu Hause wohnt (meistens aus Kostengruenden, wenn die Studiengebuehren schon hoch genug sind) - trotzdem erschienen sie mir nicht besonders verwoehnt oder unselbstaendig. Ich (als Lehrer an der Uni, der viele Studenten aufgrund recht kleiner Klassengroessen gut kannte) haette bestimmt nicht sagen koennen, wer von denen jetzt zu Hause wohnt und wer nicht!

    Ausserdem sind Leute verschienden. Fuer den einen ist es ein ebenso grosse Schritt, von zu Hause auszuziehen, wie fuer den anderen, sich ein Jahr lang durch den Busch in Afrika zu schlagen - und derjenige braucht dann halt ein Jahr laenger, um diesen Schritt zu tun. Ist doch alles nicht der Rede wert...ich verstehe nicht, warum sich einige Leute so darueber aufregen.
  7. #226

    Ich muss dazu noch anmerken: die haemischen Beispiele oben moegen amuesant sein, aber mal ehrlich - Eltern koennen doch ihre Kinder erziehen, wie sie wollen, solange sie ihnen keinen offensichtlichen Schaden zufuegen. Okay, besagte Studenten erscheinen bequem und unselbstaendig. Aber haben Sie persoenlich davon einen Nachteil, oder die Gesellschaft insgesamt, oder sind Sie nur der Meinung, jeder sollte so leben, wie Sie das fuer richtig erachten?

    Mich persoenlich haette nach der Schule nichts zu Hause gehalten, aber das ist meine persoenliche Praeferenz (fuer mich steht "tun und lassen koennen, was ich mag und wann ich mag" ueber "Waesche waschen lassen und eigenen Taxi-Service", wenn man so will). Wenn jemand das "Waesche waschen lassen" hoch auf seiner Prioritaetenliste hat, und die Mutter zustimmt - nennen Sie mir ein fundiertes Argument dagegen!
  8. #227

    geld

    Also imo ist meistens ein Problem des Geldes das eifach nicht vorhanden ist um eine eigene Wohnung zu haben. Wo soll das denn herkommen wenn die Eltern zu viel für Bafög aber zuwenig für die Wohnung + Studiengebühren verdienen ?

    Also ich wäre mit 18 ausgezogen tja nur verdienen meine Eltern eben keine 10.000 € Netto das sie meinen beiden Brüdern die Studiengebühren und mir ne Wohnung bezahlen könnten, auch wenn man bei dem ein oder anderen hier auf die Idee kommen könnte sobald jemand Kinder hat wachsen im Garten Geldbäume.

    Ich bin jetzt 21 hab seid ich 18 Jahre bin 1 1/2 Jahre nicht zuhause gewohnt und werde hoffentlich im Januar endgültig ausziehen. Natürlich gibt es auch einige die zu faul sind auszuziehen aber mir kann keiner erzählen vor 30 Jahren sind die Leute direkt mit 18 ausgezogen sind.
  9. #228

    Ich bin mit 20 Jahren zuhause ausgezogen, direkt nach dem Abi, um in 300km Entfernung mit dem Studium anzufangen. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut und würde das um keinen Preis rückgängig machen, auch wenn es nicht einfach war.
    Aber Ex-Kommilitonen von mir wohnen heute noch bei ihren Eltern, haben das Studium also viel bequemer absolvieren können. Ihnen fehlt aber, in mancher Hinsicht, der persönliche Biss, um Problemen standzuhalten.

    Aber ich denke, das ist auch oft Charaktersache, ob einer lieber bei "Mami" bleiben will doer eben weg will.
  10. #229

    Ich bin erst mit 23 (haha, vor vier Monaten) daheim ausgezogen... Spät, scheinbar, wenn man sich hier so umschaut. Aber wie bezahlt man eine Wohnung von einem Azubigehalt, oder davor von dem 400-Euro-Job während dem angefangenene Studium? Also, ich habs net geschafft, wobei man auch sagen muss, dass die Gegend um Karlsruhe/Heidelberg im Vergleich zu anderen Regionen sehr hohe Mieten hat...Typisch Unistädte halt!

    Geschadet hat mir das jedenfalls nicht. Ich hab davor schon im Haushalt helfen müssen, meine Wäsche allein erledigt und kochen konnte ich auch schon ein wenig. Mein jetziger Haushalt ist sauber und ordentlich und ich halte mich schon seit Jahren für sehr selbstständig. Könnte daran liegen dass ich ne Frau bin. Mir fällt nämlich auf, dass viele der sehr, sehr unselbstständigen Hotel-Mama-Bewohner Männer sind, die von Mutti mit Mitte zwanzig noch den Ar*** nachgetragen bekommen.