Zitat von
Piri
Normaler Alltag in einer Gymnasialklasse, Stufe 7, 31 Kinder, Namen geändert:
Karl-Leo: Sehr guter Schüler, im Unterricht unterfordert, nimmt aber an diversen Wettbewerben teil, Eltern sorgen darüber hinaus für sinnvolle Freizeitgestaltung, haben aber wenig Zeit, sich dauernd persönlich zu kümmern (5 Kinder), Junge hat ständig weiterreichende Fragen.
Justin: Wurde von der Grundschule nur bedingt empfohlen, sehr schlechtes Arbeitsverhalten, rüpelhaftes Sozialverhalten, in der Nachmittagsbetreuung der Schreck der aufsichtsführenden Lehrer, Eltern zucken hilflos mit den Schultern, sehen nicht ein, dass die Schulleistungen auch von ihrer Mithilfe abhängen, z.B. durch Abschalten des Fernsehers.
Mali: Spricht fließend Englisch und Französisch, langweilt sich im Sprachunterricht.
Leon: Clever, aber leidet unter ADHS bzw. lässt seine Mitschüler darunter leiden, ständiger Störfaktor, v.a. bei Partner- und Gruppenarbeit.
Lisa: Zart, sensibel, wird von 3 pseudo-siamesisch verschwisterten Mitschülerinnen –einer Art Natterngezücht- ständig geärgert. Fehlt oft wegen psychosomatischer Störungen
Paul: Genialer Maler, aber null Bock auf Mathe und Naturwissenschaften
Sabrina: fleißig, aber geistig ständig an den Grenzen, frustriert über Noten, die trotz Fleiß, Nachhilfe und Einschränkungen in der Freizeit nie über den Viererbereich hinausgehen. Zwei alte Freundinnen aus der Grundschule haben sich zurückgezogen, weil die Interessen und Fähigkeiten inzwischen zu sehr auseinanderweichen.
Marco: Gut im Schriftlichen, aber obermaulfaul. Mündliche Äußerungen nur auf Antrag, am besten 3 Tage im Voraus. Vater: „So war ich auch“. Noten daher unter den Möglichkeiten.
Bastian: Hinterfotziger Geselle, der gern im Verborgenen agiert und zündelt, um sich dann über das von ihm lancierte Fehlverhalten der Mitschüler zu freuen. Schwänzt, betrügt bei Arbeiten, lügt, wenn es ihm an den Kragen geht. Mutter unterschreibt getürkte Entschuldigungen.
Marlene: Keine große Leuchte, erfolglos überbereifrig, sehr ehrgeiziges Elternhaus, Mutter taucht alle Naselang in der Schule auf und beschwert sich über dies und das. Alle sind schuld, nur Marlene nicht.
Manni: Sportskanone, fehlt oft wegen sportlicher Veranstaltungen, bräuchte dringend kontinuierlich Nachhilfe, um Defizite aufzuholen, aber an Kontinuität ist nicht zu denken. Eltern Sportinternat empfohlen, abgelehnt.
Steffi: Heulsuse, Dramaqueen, schwärzt alle 5 Minuten irgendjemanden an.
Corinna: Naturwissenschaftlich interessiert, aber so schwach in Deutsch, dass kein Text inhaltlich klar formuliert werden kann.
Malte: Vergisst ständig alles, Eltern nicht verfügbar.
Gül: Darf nachmittags nicht mit deutschen Kindern zusammen sein, was bei Referaten zu bedenken ist.
Simon: Kommt ohne Frühstück und schläft erst mal eine Runde
Michael: intelligent, aber Asperger-Kind
Sie alle sollen Abitur machen und darüber die Studierfähigkeit erwerben, das Ministerium will ab Herbst das Sitzenbleiben ganz untersagen, mehr Personal werden wir nicht bekommen.
Wie stellen wir uns das in der Einheitsschule vor?