Wahnsinn Schule - was haben Sie erlebt?

Schullalltag, Schulstress, tägliche Probleme - was haben Sie erlebt?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schullalltag, Schulstress, tägliche Probleme - was haben Sie erlebt?
    Merkwürdige Frage! Macht den Eindruck eines Selbsthilfeforums für Lehrer ??
    Was wollt ihr denn hören?, wie ach anstrengend unser Job ist?, Wer hat es noch schlimmer als der andere? Um uns dann wieder anhören zu müssen, wie easy wir Lehrer es doch haben und weshalb wir uns beschweren? oder weshalb wir überhaupt Lehrer geworden sind?
  2. #2

    Was geht?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schullalltag, Schulstress, tägliche Probleme - was haben Sie erlebt?
    Nichts dergleichen. Zum Glück.
    Ich dachte, dass meine Schullaufbahn, die nun wirklich alles andere als glorreich war, zermürbend und schrecklich war. Aber das?!
    Selbst Superman wäre dieser Situation nicht gewachsen.
    Frau Furtkamp hat schon das richtige Schlusswort gefunden.
    Investition. Eine Steuer meinetwegen, auf jeden Fall aber eine Möglichkeit den Kindern (wenigstens in Deutschland) eine Chance zu geben.

    Mit Sicherheit läßt sich in den 4-6 Stunden, die ein normaler Grundschultag umfasst nicht wirklich etwas ändern.
    Oh, wie schrecklich...
  3. #3

    Das ist schon ein starkes Stück, was die Autorin in ihrem beschreibt. Es ist für mich ein Rätsel, dass wir so wenig Geld in die Bildung stecken. Aber das wird wohl kaum besser werden in der Zukunft.

    Ich bin auf jeden Fall strikt dagegen, dass man einfach so Aushilfslehrer werden kann. Das sagt ja auch viel darüber aus, was man von den Lehrern erwartet und wie viel einem die Bildung der Kinder wert ist.

    Ein sinkendes Niveau der öffentlichen Schulen wird wohl auch zu mehr Privatschulen führen...

    Zum Thema persönliche Erfahrungen: Ich bin auf jeden Fall froh, dass Schule für mich immer nur 6 später auch manchmal 8 Stunden Unterricht bedeutete. Den ganzen Tag in der Schule zu verbringen wäre für mich der pure Horror gewesen. Da habe ich wirklich Mitleid mit den Kindern heute.
  4. #4

    Das Ganze geht ja noch viel weiter.....

    Ich bin selbst zwar kein Lehrer, jedoch aus der Erfahrung meiner Lebensgefährtin sowie diverser Bekannter die Lehrer sind kann ich dem Artikel nur zustimmen.

    Allerdings geht das Problem ja noch viel weiter. Frau Furtkamp schreibt als Quereinsteigerin fehle ihr die pädagogischen Ausbildung um mit solchen Problemen umzugehen. Mit Verlaub das ist nicht nur ein Problem von Quereinsteigern sondern von ALLEN Lehrern.

    Wenn man sich die Lehrerausbildung anschaut so fehlt in den weiterführenden Schulen nachwievor der pädagogische Aspekt fast völlig. In der Grund- und Sonderschule kommt dieser zwar in der Theorie recht stark zum tragen.......leider sieht die Theorie völlig anders aus als die Praxis. Auch wenn man eine komplette Lehrerausbildung durchläuft wird man nicht auf das vorbereitet was einen heutzutage gerade in der Grund- und Hauptschule erwartet.

    Und selbst wenn man darauf vorbereitet wird: Was soll man denn als Lehrer machen wenn man eine Klasse hingesetzt bekommt in der Schüler sich in der Pause ins Gesicht treten (in einer 2. Klasse)? Oder wenn die Eltern bei einem Problemkind sich weder zu einem Elternabend bewegen noch auf Elternbriefe oder Anrufe reagieren?
    Da sind die Möglichkeiten, die einem als Lehrer bleiben doch sehr begrenzt.

    Dazu kommt auch noch, dass jüngere Lehrer zwar in pädagogischer Hinsicht oft besser vorbereitet sind als ihre älteren Kollegen, dies aber nicht umsetzen können weil ihnen a) die Unterstützung seitens der Kollegen und b) die Erfahrung fehlt. Und da die Länder die Mittel für Fortbildungen ja konsequent zusammenstreichen ändert sich daran auch wenig.

    Naja und zu guter Letzt sind die Lehrer eben auch immer der Spielball der Oberschulämter und Ministerialbeamten. In der Theorie werden da neue Konzepte am Fließband präsentiert. Auf Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge der Lehrer hört man dabei natürlich fast nie. Und Erfahrungen zusammeln ist natürlich auch nicht so einfach wenn jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird.
  5. #5

    Ein bischen merkwürdig mutet die selbstauferlegte Hilflosigkeit der Aushilfskraft und der vorgeblich überforderten Lehrkörper schon an.

    Wenn man hier liest, das bspw. ein epilepsiekrankes Kind mit völlig falscher Medikation (denn total neben sich stehen ist sicher nicht die Regel bei Epilepsiekranken), ein Kind regelmäßig nix zu essen hat und andere nichtmal saubere Wäsche-dann erstattet man Anzeige und wendet sich an Jugendämter. Nur-bleibt dies aus, weil man ja ausschließlich Lehrer sein will und nicht Mensch oder oh graus, gar sozialpädagogisch angehaucht erscheinen...dann muss man sich auch nicht wundern, wenn die Zustände immer mehr einreissen.

    Das ist mir ein bischen zu einfach. Heulend im Auto sitzen, das reicht nicht. Durchhalten wollen, wenn man am ersten Tag schon sieht, daß man selbst überfordert ist, auch nicht. "Es ist alles wahr und noch viel schlimmer"-Artikel für die teilnahmslosen Medien zu fabrizieren bringt auch nix.

    Wegen jedem überstehenden Bäumchen rennt man zum Anwalt, wird die Haustreppe nicht geputzt der Vermieter von der Leine gelassen und wehe, ein Kind wagt es im Restaurant Kind zu sein, dann wird der Restaurantbesitzer herbei zitiert.
    Aber von einer Aushilfslehrkraft kann man wirklich nicht verlangen, daß sie mal ein Jugendamt anruft oder bei der Polizei vorstellig wird-wo wären wir denn, wenn das Schule macht?
  6. #6

    Leider Realität

    Was ist heute der erste Schritt, wenn man weiß, dass man ein Kind erwartet?
    Richtig, man beginnt mit der Suche nach einem passenden Kindergarten und macht sich bereits Gedanken, welche Schule wohl die Passende sein könnte.

    Wir wohnen in einem sehr begehrten Wohngebiet im Süden von Stuttgart, leider aber auch mit einigen Straßenzügen in, sagen wir einmal Multikultimischung.

    In unserem konkreten Fall standen mehrere Kindergärten zur Auswahl. Leider wäre unser Kind im nächstgelegenen Kindergarten wohl das einzige Kind aus einem deutschsprachigem Haushalt gewesen. Zum Glück konnten wir noch auf einen anderen, wenn auch weiter weg gelegenen Kindergarten ausweichen, in welchem Deutsch die Hauptsprache ist.

    In einiger Zeit kommt dann aber die Einschulung auf uns zu. Die lokale Pflichtgrundschule weist hier einen Ausländeranteil von mehr als 80% auf. Die meisten Kinder werden laut Aussage der Schulleiterin gänzlich ohne oder nur mit minimalen Deutschkenntnissen eingeschult. Die Schulleiterin verkündet heute bereits öffentlich, dass sie deutschsprachige Kinder vernachlässigen muss (!!), damit diese 80% eben von Null auf die deutsche Sprache erlenen.

    Wohin dies führt, ist wohl absehbar. Wir werden uns wie auch immer bemühen, dass wir unser Kind auf eine Schule einschulen, welche bessere Startvoraussetzungen bietet.

    Mein Fazit: Wird hier nicht massiv bei den im Text beschriebenen Eltern gegengesteuert und diese wie auch immer gezwungen, ihren Kindern die deutsche Sprache und Verhaltensweisen beizubringen, wird sich die Situation noch weiter verschärfen.

    Die in den letzten Tagen mehrfach im TV beschriebene "Hartz IV" Schule wird dann leider wohl bald keine Ausnahme mehr sein.
  7. #7

    Nachtrag

    Wenn man mal von den Problemen, die durch zerütette Familien etc, entstehen absieht, dann lässt sich das Problem des deutschen Erziehungswesen IMO relativ einfach zusammenfassen:

    Die Politiker weigern sich seit Jahrzehnten einzusehen, dass auch das beste aller Schul-Konzepte nicht funktionieren wird wenn kein Geld dafür investiert wird.

    Man kann noch 100 Jahre neue Ideen entwickeln, das Grundproblem ist und bleibt das Gleiche: Wenn man nicht willens ist endlich mehr Geld für die Schulen auszugeben, dann wird sich an der Bildungsmisere nix ändern.

    Mal so als Beispiel:

    Eine Bekannte ist zum neuen Schuljahr in eine neue Schule gewechselt und wurde Klassenlehrerin. Dann durfte sie als erstes mal folgende Sachen fürs Klassenzimmer kaufen:

    - 2 Pinwände (je 2 m^2)
    - Regal für Kunstsachen der Schüler
    - Schubladenschrank für ihre eigenen Materialien und Unterlagen

    Und zwar AUS EIGENER TASCHE, denn die Schule hat dafür leider kein Geld mehr.......noch Fragen?
  8. #8

    ... habe eigentlich gedacht, dass kinder UNSERE zukunft sind!

    und überhaupt: wer soll denn irgendwann meine rente bezahlen :) ?
  9. #9

    Zitat von Hador Beitrag anzeigen

    Mal so als Beispiel:

    Eine Bekannte ist zum neuen Schuljahr in eine neue Schule gewechselt und wurde Klassenlehrerin. Dann durfte sie als erstes mal folgende Sachen fürs Klassenzimmer kaufen:

    - 2 Pinwände (je 2 m^2)
    - Regal für Kunstsachen der Schüler
    - Schubladenschrank für ihre eigenen Materialien und Unterlagen

    Und zwar AUS EIGENER TASCHE, denn die Schule hat dafür leider kein Geld mehr.......noch Fragen?
    Mal abgesehen davon, daß das sicher nicht in Ordnung ist, so hält sich meine Mitleid bzgl. dieser einmaligen Anschaffungen bei einem Gehalt von rund 2300,- netto mtl. in Grenzen.

    Ferner geht es tatsächlich um Geld. Bildung kostet nun mal Geld.
    Aber gleichzeitig muß es auch die Möglichkeit geben, unseren ausl. Mitbürgern die sozialen Leistungen gnadenlos zusammenzustreichen, bis sie sich "ordentlich" um ihre Kinder kümmern - und ihnen nicht nur saubere Klamotten, sondern auch ein Pausenbtrot mitgeben.
    Übrigens an alle Gutmenschen: diese soz. Leistungen sollten auch allen inländischen Hartz 4 - Empfängern gekürzt werden, wenn sie ihre Kinder hungern lassen...