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Top-Absolventen in Problemschulen - ein vorbildliches Modell?

In den USA und Großbritannien sammeln viele Top-Absolventen nach ihrer Uni-Zeit erste Berufserfahrung als Lehrer in sozialen Brennpunkten. Mit großem Erfolg - viele Unternehmen reissen sich danach um die Teilnehmer. Können auch die deutschen Schulen von dieser Idee profitieren?
  1. #1

    Der Karrierebeschleuniger!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In den USA und Großbritannien sammeln viele Top-Absolventen nach ihrer Uni-Zeit erste Berufserfahrung als Lehrer in sozialen Brennpunkten. Mit großem Erfolg - viele Unternehmen reissen sich danach um die Teilnehmer. Können auch die deutschen Schulen von dieser Idee profitieren?
    Eine ausgezeichnete Idee!

    Warum sollte es nicht für eine Karriere bei McKinsey und den weiteren einschlägigen Unternehmen förderlich sein, ein bis zwei Jahre beim Prekariat praktiziert zu haben?

    http://www.ftd.de/forschung_bildung/...er/266709.html

    Im Übrigen auch ein sehr gutes Sparmodell.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In den USA und Großbritannien sammeln viele Top-Absolventen nach ihrer Uni-Zeit erste Berufserfahrung als Lehrer in sozialen Brennpunkten. Mit großem Erfolg - viele Unternehmen reissen sich danach um die Teilnehmer. Können auch die deutschen Schulen von dieser Idee profitieren?
    Auf der einen Seite 'ne Superidee - wir wären unser Imageproblem bestimmt in kürzester Zeit los. Auf der anderen Seite frage ich mich, womit es gerade die schwierigsten Jugendlichen verdient haben, als Versuchskaninchen und Karrieresprungbrett herhalten zu müssen...
  3. #3

    Super Idee

    Das wäre natürlich genial, nur tendieren Top-Absolventen hierzulande von Natur aus nicht zum "Lehramt"…
  4. #4

    Praxis?

    Selbstverständlich könnten solche Projekte deutschen Schulen (und vor allem deutschen Schülern) etwas nutzen. Aber versuchen Sie doch mal, als Akademiker ohne Lehramtsausbildung in Deutschland eine Lehrerstelle zu bekommen - wir haben schon für die Absolventen oft keine ausreichenden Möglichkeiten. Und andererseits gehen Sie zu wenig darauf ein, ob die Lehre auch qualitativ gut ist - meist ist guter Wille nicht ausreichend und Schülerlob dürfte kein ausreichendes Kriterium sein. Das Ganze gehört in die Kategorie "Bill Clinton und Bill Gates retten die Welt", "Mikrokredite lösen die Probleme Afrikas" usw.
  5. #5

    Warum es das in Deutschland nicht gibt...

    ...weil in Deutschland immer noch eine Barriere zwischen den Einkommens- und Besitzschichten zu den Geringverdienern und Besitzlosen existiert. Weil man in Deutschland nur gerade so über Wasser gehalten wird, ohne Förderungsmöglichkeiten. Weil die Herkunft immer noch entscheidender ist als Verstand. Wieviele der Erb-Reichen und Erb-Entscheider wären in ihrer heutigen Position, wenn sie wirklich eine geistige Arbeit hätten leisten müssen? Und wieviele Hochbegabte kämpfen sich durch minderbezahlte Jobs, gegängelt von OFFENSICHTLICH debilen Personalleitern? Die deutsche Jugend zieht angeblich immer später von daheim aus - woran das wohl liegt? Weil es mittlerweile fast untragbar geworden ist, mit einem mickrigen Anfängergehalt eine eigen Wohnung zu finanzieren. Mein Vorschlag: Erbschaftssteuer auf 95%, Geld verwenden für die Förderung der Begabten, Verpflichtung dieser, Unterricht nach "unten" zu leisten, in welcher Form auch immer. Dann würden die bevorzugt, die Verstand, die Geist haben, und die, deren Vorteile allein aus ihrer Geburt herrühren, würden dann mal richtige Arbeit kennenlernen.
  6. #6

    Moment, Moment, Moment:

    Doch die Monate davor waren harte Arbeit - durchgeackerte Nächte inklusive. "Manchmal war die Arbeitsbelastung ziemlich hoch", so Maria, "ich musste Stunden planen, mich auf Inspektionen meiner Kurse vorbereiten und dazu noch viele Bücher auf einmal lesen."
    Wie? Seit wann müssen Lehrer denn arbeiten? Also ich habe nie etwas vorzubereiten und eigentlich immer Ferien.

    Aber Spaß beiseite: Eine tolle Idee, vielleicht sogar als eine Art Pflichtjahr für angehende Toppmanager und sonstige "Bildungsexperten" zu empfehlen. Nichts geht über Praxiserfahrung. Und die Lebenswelt Schule mal mit einem anderen als dem Schüler- oder Elternblick zu sehen, kann auch niemandem schaden.
  7. #7

    Ganz neu!

    Zitat von MarkK Beitrag anzeigen
    Auf der anderen Seite frage ich mich, womit es gerade die schwierigsten Jugendlichen verdient haben, als Versuchskaninchen
    ...
    ... wohl eher als wehrlose Sparringspartner für unsere jung-dynamischen "High potentials". Da können sich die zukünftigen Damen und Herren Unternehmensberater schon mal ohne Risiko für ihre Tätigkeit als Personalentsorger qualifizieren.

    Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, welche Mittel für diese sonderliche Art von Seiteneinsteigern offenbar zur Verfügung stehen:

    http://bildungsklick.de/a/55137/die-besten-als-lehrer/

    Wer wird die Idee hierorts einbringen? ISNM, Bertelsmann, Ifo-Sinn? Ich bin gespannt!
  8. #8

    Expertenvorträge

    Dieses Modell ist natürlich vorbildlich. Allerdings sollte man auch bedenken, dass Absolventen deutscher Hochschulen i.d.R. wesentlich älter sind, d.h. nach Möglichkeit sobald wie möglich in den Job einsteigen sollten/müssen. Warum werden nicht mehr Kooperationen mit Hochschulen angestrebt. Wir als Wirtschaftspsychologie Absolventen erteilen beispielsweise auf freiwilliger Basis Trainings an Schüler im Hinblick auf ihre Bewerbung. Meiner Meinung nach, sollten gerade Projekte dieser Art gefördert werden.
  9. #9

    Zitat von poppi Beitrag anzeigen
    Moment, Moment, Moment:
    Wie? Seit wann müssen Lehrer denn arbeiten? Also ich habe nie etwas vorzubereiten und eigentlich immer Ferien.
    Aber Spaß beiseite: Eine tolle Idee, vielleicht sogar als eine Art Pflichtjahr für angehende Toppmanager und sonstige "Bildungsexperten" zu empfehlen. Nichts geht über Praxiserfahrung. Und die Lebenswelt Schule mal mit einem anderen als dem Schüler- oder Elternblick zu sehen, kann auch niemandem schaden.
    Sie vergessen eins: nur die Lehrer in anderen Ländern arbeiten. So erklärt sich auch, warum dort der Unterricht so viel besser ist ;)

    Ich finde die Idee ebenfalls ausgezeichnet. Nicht nur, weil ich selbst nach dem Studium 1 Jahr unterrichtet habe (bin als Diplom-Biologe auf Vertretungsbasis eingestellt worden) und die Erfahrung sehr schätze - nein, wenn doch die Wirtschaft sich dauernd über die mangelde Qualifikation der Schulabgänger beschwert, soll sie doch auch mal ganz praktisch und engagiert was dagegen unternehmen. Die Manager von morgen, die eine Klasse erfolgreich durch zwei Schuljahre bringen können, lernen mit Sicherheit mehr für ihren weiteren Berufsweg als alle Firmenpraktika, Rhetorikkurse und Führungsseminare zusammen. Und sie bekommen dafür sogar noch Geld.

    Davon abgesehen, daß Schüler solche Lehrer auch durchaus gerne annehmen. Eher jedenfalls als so manchen Referendar mit durchgestylter Pädagogik. Wobei ich den Artikel kürzlich über die Motivation der angehenden Lehrer (leider) sehr treffend fand.

    Motivation und Begeisterung für das eigene Fachgebiet tragen die Schüler stärker als pädagogisch wertvolle Spielereien. Die Vermittlung von Wissen passiert dann quasi von selbst, ohne das es den Schülern so recht klar wird - womit sie auch nichts haben um dagegen zu rebellieren.


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