Nach Pisa wurden die Staatlichen Schulen in Deutschland einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. Bildungshoheit der Länder, Beamtenstatus für Lehrer, Inhalte und Organisation der Lehrformen wurden diskutiert. Wie steht es hierbei um die privaten Schulen - sind sie besser als das staatliche Angebot?
Ah - das ging jetzt aber schnell mit dem klassischen "staatliche Transferleistungen fördern nur den Drogenkonsum der minderbemittelten Unterschicht"-Stereotyps, daß immer wieder gerne bemüht wird, wenns ums Kindergeld geht.
Das kann auch nur jemand von sich geben, der entweder keine Kinder hat oder theoretisch auf das Kindergeld nicht wirklich angewiesen ist. Es ist jedenfalls kein Kommentat aus dem Mund eines nichtrauchenden, vielleicht einfach nur durch Krankheit unverschuldet in HartzIV geratenes Familienvaters oder einer alleinerziehenden Mutter, die soweit es die Zeit mit 2 kleinen Kindern zulässt, bei ALDI an der Kasse sitzt...
...aber moment. Genau deren Kinder bilden ja auch den Bodensatz der Zukunft, was vermutlich politisch gewollt zu sein scheint.
So lange unser System Anpassung fordert und fördert, kann bei schlichten Gemütern mit "Namedropping" natürlich Eindruck erzielt werden. Was die Gesellschaft davon hat, ist allerdings die wichtigere Frage und die Antwort fällt dann doch eher bescheiden aus. Ich kenne beide Arten von Schule, katholisches Internat im Schwarzwald und staatliche Schule in Berlin. In beiden war jede Abweichung vom gefühlten Durchschnitt eine Irritation oder gar ein Ärgernis. Mitläufertum wurde gesäht, Hedonismus, Zynismus und Schafsköpfigkeit werden geerntet.
Der Druck auf Eltern ist heute wesentlich stärker als während meiner Schulzeit. Das dreigliedrige Schulsystem hat seinerzeit immer noch Absolventen hervorgebracht, die mit jedem Abschluss einen Job gefunden haben. Auch war es möglich mit einem Hauptschulabschluss Karriere zu machen. Mittlerweile hat sich das geändert. Es herrscht die Angst, dass das Kind später mal keine Job bekommt. Dementsprechend wird gefördert und zwar in einem Maß, dass sich hier eine Industrie entwickelt hat, mit Ratgebern, Privatschulen, ... . Auf der Strecke bleibt das Kind (vielleicht), das nicht gefördert wird, obwohl sich m.E. erst mit 14-16 entscheidet, wohin der Weg wirklich geht.
Zusätzlich hat diese Entwicklung zur Folge, dass heute der Lehrer mehr Druck bekommt, den Zöglingen etwas beizubringen. Zu meiner Schulzeit haben sich die Eltern allerhöchstens mal am Elternsprechtag blicken lassen. Ansonsten hieß es, sieh das du klar kommst. Heute sollen die Lehrer Erziehungsdefizite beheben und bekommen auch noch Druck wenn es nicht klappt.
M.E. sollte wieder mehr Geld in die Bildung und Ausbildung unserer Kinder gesteckt werden und endlich den privaten Kindergärten, Schulen und Universitäten die Mittel entzogen werden, damit alle zumindest annähernd gleiche Bildungschancen haben.