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Staatliche Schulen in der Kritik - sind die Privaten besser?

Nach Pisa wurden die Staatlichen Schulen in Deutschland einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. Bildungshoheit der Länder, Beamtenstatus für Lehrer, Inhalte und Organisation der Lehrformen wurden diskutiert. Wie steht es hierbei um die privaten Schulen - sind sie besser als das staatliche Angebot?
  1. #2350

    Zitat von solutioner Beitrag anzeigen
    Gymnasien sind also überflüssig, nachweislich?
    Oder so.
  2. #2351

    Brothers in crime ...

    Zitat von discipulus Beitrag anzeigen
    Den linksradikalen Kadern ging und geht es ausschließlich um die Zerschlagung des Gymnasiums als vermeintlicher Hort des verhassten Bildungsbürgertums.
    Diese Linksextremisten sind die "nützlichen Idioten" all jener Radikalökonomisten, denen jegliches volkswirtschaftlich nachhaltiges Wirken am ... Gesäß vorbeigeht.
    Linksaußen hat mit dem raffgierigsten Kapital ein Bündnis geschlossen, von dem beide Parteien nur profitieren können.
    Das Kapital bekommt den neuen Einheitsmenschen, der sich austauschbar in die Welt der totalen Arbeit und des totalen Shoppings gut einzufügen vermag.
    Der Linksextreme muß zwar auf die Enteignung und Verstaatlichung aller Produktionsmittel verzichten, darf aber über die Schleifung aller basalen gesellschaftlichen Institutionen von der Schule über die verächtlich gemachte Kirche bis zu den Familien recht vergnügt sein, ganz zu schweigen von der Egalität, die zum Grundprinzip der staatlichen Verwahranstalten von Kleinstkindern unter drei Jahren oder der Zusammenpferchung unterschiedlichster Schüler in Einheitsschulen geworden ist.
  3. #2352

    Zitat von Peter-Freimann Beitrag anzeigen
    Diese Linksextremisten sind die "nützlichen Idioten" all jener Radikalökonomisten, denen jegliches volkswirtschaftlich nachhaltiges Wirken am ... Gesäß vorbeigeht.
    Linksaußen hat mit dem raffgierigsten Kapital ein Bündnis geschlossen, von dem beide Parteien nur profitieren können.
    Das Kapital bekommt den neuen Einheitsmenschen, der sich austauschbar in die Welt der totalen Arbeit und des totalen Shoppings gut einzufügen vermag.
    Der Linksextreme muß zwar auf die Enteignung und Verstaatlichung aller Produktionsmittel verzichten, darf aber über die Schleifung aller basalen gesellschaftlichen Institutionen von der Schule über die verächtlich gemachte Kirche bis zu den Familien recht vergnügt sein, ganz zu schweigen von der Egalität, die zum Grundprinzip der staatlichen Verwahranstalten von Kleinstkindern unter drei Jahren oder der Zusammenpferchung unterschiedlichster Schüler in Einheitsschulen geworden ist.
    Das könnte glatt von mir sein:-)

    Ein Punkt übrigens, den viele nicht verstehen. PISA und linke Pädagogik scheinen sich zu widersprechen, dabei haben clevere Linke früh erkannt, dass PISA eine Riesenchance ist, das Niveau zu senken und der Einheitsschule näher zu kommen. Das PISA-Netz ist durchsetzt mit alten Gesamtschulpädagogen, in der Schulpreis-Jury saßen bis vor kurzem sogar alte Odenwald-Leute.
    Ich glaube nicht, dass man in mittelständischen Wirtschaftskreisen ahnt, was da wirklich vor sich geht.
  4. #2353

    Zitat von lordax Beitrag anzeigen
    Sehen Sie, da haben wir es doch schon. Jeder verallgemeinert eben seine Erfahrungen. An "meinem" Provinzgymnasium gab es in meiner Erinnerung fast nur Kinder von Arbeitern, kleinen Angestellten und (Nebenerwerbs)landwirten.
    Hört sich ganz nach einem Arbeiter- und Bauernparadies an.;-)

    Vergleicht man Ihre Angaben mit allen diesbezüglichen Statistiken zur Herkunft-Abitur Relation, so sind sie in etwa so wahrscheinlich wie ein Städtchen voller Lottogewinner.

    Zitat von lordax Beitrag anzeigen
    Nun, er flog raus und sein Vater versuchte, Druck zu machen. Die Sporthalle der Firma (die von der Schule mitbenutzt wurde), musste plötzlich saniert werden und solche Mätzchen. Hat ihm aber nichts genutzt. Und dem Betrieb hat es langfristig massiv geschadet.
    Abi wird er trotzdem gemacht haben, hat er ein Recht drauf, denn es wurde ihm vererbt.

    Im Studium habe ich eine Menge Leute getroffen, die trotz math/naturw. Abi u.a. des Bruchrechnens nicht fähig waren.

    Das hat mich geschockt. Mein mit Mittl. Reife des Gymnasiums verwiesener Bruder hätte die mathemäßig 3mal in die Tasche gesteckt, aber wg Mathe musste er runter.

    Die Uni war jedoch vorbereitet. Die kennen ihre Pappenheimer. Im Mathe1-Kurs und im Statistik-Kurs wurde, ganz ohne geht's halt nicht, Bruchrechnen, einfache Geometrie (ohne Winkelfunktionen) und "lineare Algebra" (einfache Gleichungen mit 1 Unbekannten) "gepaukt" (Mitte der 70er, Forstwirtschaft).

    Die wussten schon immer, das "Abi" in erster Linie über eine Herkunft und nicht über ein Wissen/Können oder gar Intelligenz Auskunft gibt.

    Als sozialer Mensch habe ich damals Vorbereitungskurse auch für die Klausuren Mathe/Statistik gegeben. Waren wirklich nette Leute darunter,wir haben einige Kurse in die Kneipe verlegt(1/2l, 0,2l,...) Für nicht wenige blieb trotzdessen bis zum Schluss 1/16 oder gar 1/1000 spontan immer klar größer als bspw. 1/3.
    Einigen war mit TR-Check zu helfen (der TR war erlaubt, man konnte schnell mal probemäßig auf Dezimalzahlen umrechnen, ein beliebter "Trick").

    Zum Teil Förderschulniveau (mathemäßig).
    Das kann ich sagen, weil ich heute u.a. mit Lernbehinderten arbeite.

    Positiv gewendet: Man kann dieses "soziale", weil nach Herkunft vergebene Abi auch als eine frühe Form der Inklusion sehen.;-)
  5. #2354

    Zitat von jasyd Beitrag anzeigen
    Und bei entsprechender Leistung in der gleichen Zeit zum Ziel zu kommen, ist dasselbe wie einem Läufer mit passenden Laufschuhen auf einer Tartanbahn loszuschicken und einem anderen Läufer barfuß auf einer Bahn aus Schotter. Und ihm sagt, wenn du dich ein wenig anstrengst kannst du auch in der selben Zeit ankommen. Ein Sportler sind Sie nicht, sonst hätten Sie schon mal etwas von Chancengleichheit gehört.

    In allen bildungsentwickelten Ländern macht man einen Schulabschluß auf einer Gesamt- und Ganztagsschule, nur in den deutschsprachigen Ländern muss man Aussortieren und dann noch Jahre danach angebend mit der Aufschrift "Abitur" durch die Gegend fahren.
    Dieser Vergleich hinkt gewaltig. Die drei Schulformen bieten einfach verschiedene Zugangweisen und Arbeitsweisen.
    Es ist häufig so, dass Gymnasialschüler am Gymnasium scheitern, zurück gehen auf die Realschule und dann einen richtig guten Erweiterten Abschluss machen. Danach geht's wieder zum Gymnasium, wo sie das Abitur an der gleichen Schule schaffen, an der sie vorher gescheitert sind. Diese Schüler haben einfach ein wenig mehr Umsorgung gebraucht, wesentlich mehr Anleitung und Stringenz.

    Das neue Abitur mit unglaublich vielen Pflichtfächern wird diesem Trend allerdings ein Ende setzen. Ein guter Realschüler, der einfach Probleme in den Fremdsprachen hatte, wird nun nicht mehr mit jeder Menge NTW-Fächern und dem Minimum and Frendsprachen auskommen. Er muss das bis zum bitteren Ende machen. Gleiches gilt für diejenigen, die mit NTW nicht so viel am Hut hatten und meinetwegen ihre Stärken in den Gesellschaftswissenschaftlichen Fächern haben.
    Gymnasialschüler sind in den Fächern, in denen sie schwach sind, immer noch gut genug, um durchzukommen. Realschüler mit Teilschwächen werden es nun nicht mehr schaffen. Schade eigenltlich. Auf diese Weise gehen uns viele Ingenieure verloren, weil sie kein Spanisch können und vielleicht auf Journalisten oder Deutschlehrer oder brilliante Künstler, weil sie schwach in Physik sind.
    Die berufsbildenden Gymnasien fangen das nur im NTW-Bereich auf. Für alle, die gesellschaftswissenschaftlich stark sind oder sprachlich oder auch künstlerisch gibt es so gut wie kein Angebot im BBS-Bereich.
  6. #2355

    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    Hört sich ganz nach einem Arbeiter- und Bauernparadies an.;-)

    Vergleicht man Ihre Angaben mit allen diesbezüglichen Statistiken zur Herkunft-Abitur Relation, so sind sie in etwa so wahrscheinlich wie ein Städtchen voller Lottogewinner.
    Na, diese Statistiken würde ich gerne mal sehen. Ich halte das, was ich erlebt habe, in etwas ländlicheren Gegenden für den Normalfall. Inzwischen wurde hier auch eine Statistik verlinkt, nach der 74% der Ingenieure keine Eltern mit akademischem Abschluss haben.

    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    Abi wird er trotzdem gemacht haben, hat er ein Recht drauf, denn es wurde ihm vererbt.
    Wieso vererbt? Sein Vater hatte nur mittlere Reife und Lehre. Aber er hat tatsächlich Abi gemacht. Fünf Jahre später, nachdem er sich endgültig mit seinem Vater überworfen hatte. An einer Abendschule. Und sich dann noch durch ein Studium der Veterinärmedizin durchgebisssen, das er sich selbst finanziert hat. Der war nämlich gar kein so übler Kerl, und dumm war er auch nicht.


    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    Die Uni war jedoch vorbereitet. Die kennen ihre Pappenheimer. Im Mathe1-Kurs und im Statistik-Kurs wurde, ganz ohne geht's halt nicht, Bruchrechnen, einfache Geometrie (ohne Winkelfunktionen) und "lineare Algebra" (einfache Gleichungen mit 1 Unbekannten) "gepaukt" (Mitte der 70er, Forstwirtschaft).
    Tja, auch das war bei uns an der Uni ganz anders. Jedenfalls in E-Technik. Da hat man die Mathematiker die "Drecksarbeit" machen lassen und den ersten Schwung Studenten gleich über die Mathe-Prüfungen in den ersten beiden Semestern ausgesiebt. Förderkurse gabs da nur privat gegen Geld (mit Geld-zurück-Garantie bei Nichtbestehen!).


    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    Die wussten schon immer, das "Abi" in erster Linie über eine Herkunft und nicht über ein Wissen/Können oder gar Intelligenz Auskunft gibt.
    Mein Arbeitgeber sammelt seit ca. 1980 (anonymisierte) Zeugnisse (Abi. Vordiplom, Diplom) von angenomenen Bewerbern. Die Korrelation zwischen den Noten in der Oberstufe und der späteren fachlichen Leistung ist sehr ausgeprägt.


    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    Positiv gewendet: Man kann dieses "soziale", weil nach Herkunft vergebene Abi auch als eine frühe Form der Inklusion sehen.;-)
    Kennen Sie die Biographie von Gauss?
  7. #2356

    Zitat von ondrana Beitrag anzeigen
    Die berufsbildenden Gymnasien fangen das nur im NTW-Bereich auf. Für alle, die gesellschaftswissenschaftlich stark sind oder sprachlich oder auch künstlerisch gibt es so gut wie kein Angebot im BBS-Bereich.
    Aber genau dafür bieten doch die „allgemeinbildenden“ Gymnasien das passende Abgebot. Ein paar Unterkurse in Mathe und eine Bio-Prüfung von der Art, wie Piri sie gerne verlinkt, verhindert kein Abitur für jemanden, der in Französisch oder Politik punkten kann.

    Die Abschaffung der Kursoberstufe verhindert eher die ehemaligen mathematisch-naturwissenschaftlichen „Durchmarschierer“, die mit vollen Punktzahlen in zwei Leistungskursen schon das halbe 1,0-Abitur in Tasche hatten. Die sind jetzt quasi gear...., weil es keine Leistungskurse und keine gleichberechtigten Fächer mehr gibt. Der umgekehrte Fall der Mathe-Abwähler hat dagegen nichts verloren, da das gesenkte Niveau im MINT-Bereich das allemal kompensiert.
  8. #2357

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Noch nicht ganz. Es fehlt noch der zweite Teil der „Argumentation“. Die die beginnt üblicherweise mit Teil A: [i]Das deutsche Schulsystem ist ungerecht und diskriminierend, weil es Kinder, die nicht in ein vorgegebenes Raster passen, oder deren Nase der Lehrerin nicht gefällt, im Alter von 10 Jahren......
    Können Sie mir auch eine Statistik angeben wie viele Hauptschüler studieren?
    Und immer die Parole mit den Linken. Sind alle Länder die nicht dem deutschen Beispiel folgen Kommunisten? An erster Stelle die USA. Da gibt es nur Kommunisten weil alle auf eine High School gehen.

    Mene Güte, niemand verlangt eine Gleichschaltung, aber wenigstens mit zehn Jahren sollten Kinder noch die gleiche Chance bekommen.

    In der Grundschule begreifen die Kinder doch noch gar nicht wie wichtig Lernen und Bildung ist.

    Und man kann noch so viel lamentieren, die Entscheidung mit zehn Jahren ist eine Selektion. Und wer das abstreitet sollte sich im Duden unter selektieren kundig machen.
  9. #2358

    Klar.

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Das ist aber nur die Notlösung. Die optimale Lösung wäre, wenn eben doch beide in die gleiche Klasse gingen, die Lehrer beide jedoch individuell so fördern würden, dass keiner der beiden eine Fünf nach Hause bringt. Eine Fünf deutet ohnehin auf das Versagen des Leerkörpers hin.
    Optimal wäre es, wenn der Lehrer gleich die beiden Mädels am besten noch im Pyjama unterrichten würde, dann würde auch der lästige Schulweg und der Schulbeginn gegen 7:30 h entfallen.


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