Uniproteste - berechtigte Forderungen?

In Österreich begann es, inzwischen halten Studenten in vielen deutschen Uni-Städten Hörsäle besetzt und starteten die größte Protestwelle für bessere Bildung seit Jahren. Halten Sie die Forderungen der Studierenden für berechtigt?
  1. #1

    Keine Ahnung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Österreich begann es, inzwischen halten Studenten in vielen deutschen Uni-Städten Hörsäle besetzt und starteten die größte Protestwelle für bessere Bildung seit Jahren. Halten Sie die Forderungen der Studierenden für berechtigt?
    Seit Jahrzehnten wird von allen möglichen Experten (Bundes- und Länderminister, Lehrer-, Gewerkschafts- und Elternvertreter) über die Bildung diskutiert, gestritten und gefordert ("mehr Geld.....").
    Nun kommen auch noch die Studenten dazu. Es fehlen nur noch die Schüler und Kita-Kinder.

    Keinen Einfluss, keine Lust, keine Ahnung, zu viele Meinungen, zu wenig Geld - man kann sich je nach politischer Einstellung das Passende heraussuchen.
    Gemeinsam ist allen Faktoren: kein Ergebnis.
  2. #2

    Von Merkel lernen heißt SIEGEN lernen!

    Einfach so zu tun, als ob man nichts damit zu tun hat, scheint sich auszuzahlen. Anders kann ich mir die generelle Zustimmung von den Verantwortlichen an der Kritik zur aktuellen Situation nicht erklären.

    Dabei sind die Bedingungen jetzt viel besser als in den 1990er Jahren! Das einzige Problem, was ich sehe ist, dass die Studenten jetzt keine Zeit mehr haben, nebenbei genügend zu jobben, um das Geld für Lebensunterhalt UND Studiengebühren zu erarbeiten. Sie können ja auch wegen der fest vorgegebenen Termine für VLs, Seminare und Laborpraktika nicht einfach einige Veranstaltungen um einige Semester verschieben (wie wir das gemacht haben, nicht weil wir wollten, sondern weil man bei den Platzvergaben erst mit genügend hoher Semesteranzahl überhaupt an die Pflichtkurse rangekommen ist, aber da hatte man dann wenigstens genügend Zeit, Geld zu verdienen)...
  3. #3

    Revolutionen fingen meist in Unis an

    Vielleicht ein Signal an die Unzerstörbarkeit der Parteiendemokratie, die Demonstration ist der Anfang einer neuen Revolution. Die Ziele sind klar: mehr Bildungmöglichkeiten für alle und damit haben alle jungen Menschen die selben Startchancen.
  4. #4

    Die Studiengänge bei den Wiwis, Jura, Lehramt Natwi usw. sind zu sehr, verschult, keine Frage.
    Nur aus meiner Sicht ist das Problem: Die meisten Protestler sind Sozialwissenschaftler und die genau sollten einfach den Rand halten.
    Der Bachelor hat hier (Uni Osnabrück) folgendes gebracht:
    10-12 Veranstaltungen pro Jahr statt zwei im Magister.
    Tatsächlich mal Klausuren und Leistungsprüfung anstatt herumlabern auf bestenfalls Zeitungsniveau. (Oh Schreck! Ich muss eine Theorie verstanden haben und darf sie nicht als kapitalistisch diffamieren und gut ist??)
    Die Leute LERNEN mal wirklich was und schwallen nicht nur im SowiCafe rum(bis vor zwei Jahren mit rot-schwarzem Stern verziert).
    In dem Sinne: Ich bin für MEHR Klausuren bei den Geisteswissenschaftlern, für MEHR Mathe und MEHR Informatik aufdass endlich mal GESIEBT wird und nicht jeder mit nem Schnitt von 1,9 durchkommt.
  5. #5

    Hört auf zu protestieren und studiert mal lieber!

    Auch ich gehöre seit 4 Semestern zu den Studenten des ach so schlimmen Bachelors in einer großen Hochschule Hessens.
    Bin absolut zufrieden, sowohl mit dem Bachelorsystem als auch mit der Hochschule.
    Die "4-Gewinnt"-Mentalität ist mit dem Diplom auch abgeschaffen worden - Klausuren aus den ersten Semestern werden am Ende mitbewertet, klasse!
    Auch der Stoff ist locker möglich, trotz Nebenjob(s).
    Ich finanziere mir meinen Unterhalt komplett selber und ohne Hilfe meiner Eltern oder Bafög. Finde es allerdings eine Ungerechtigkeit, dass einige einkommensschwache Studenten die Hand nach Bafög aufhalten und nur die Hälfte zurückzahlen. Während ich mir alles selber verdiene und damit keinen Anspruch auf Bafög habe :(

    In meinen Augen geht es bei diesem Streik nur darum das eigene Leben bequemer machen zu wollen.
  6. #6

    Proteste?

    Das sollen Proteste sein? Niedlich ist das, aber doch kein Protest! Nee nee, das mit den unbezahlten Praktika ist schon richtig, die brauchen das, diese Weichwaffeln!

    Wer was auf dem Kasten hat kriegt eh Stipendien und studiert im Ausland, wers nur auf eine deutsche Uni schafft, kann auch gleich auf die Hamburgeruni von McD.

    Die Jooogend von heute, ein evolutionärer Witz!
  7. #7

    Zitat von SPIEGEL ONLINE
    # Daneben gibt es die Abteilung "Freibier für alle" aus der eher altlinks-bildungsfundamentalistischen Richtung: Jeder soll jederzeit überall alles studieren dürfen, so viel, so lange und wo er will.
    # Und die Abteilung "Völker hört die Signale": Dazu gehört klassischer Politschwulst - gegen "neoliberale" Einflüsse, gegen die Ausrichtung der Bildung nach "kapitalistischer Verwertungslogik" und ähnlich anstrengende Sprachstanzen.
    Was für ein Kleingeist, der diesen Artikel schreiben durfte.
    Gibt es beim Spiegel niemanden, der sich mit Bildungspolitik auskennt?

    Wer das Bachelor & Master-System nicht als nach "kapitalistischer Verwertungslogik" ausgerichtet versteht, ist ja wohl nicht ernst zu nehmen.
    Was soll denn sonst der Sinn dessen gewesen sein?

    Das bestreiten wohl auch kaum die Befürworter der Änderungen, denn genau das war doch der Grund, dass man das Klischee des Philosphiestudenten, der nach 40 Semestern abschließt, abschaffen wollte.

    Die Humboldts gehören nach dieser Definition übrigens ebenfalls in die Gruppe "Freibier für alle".

    Vermutlich fällt der Manipulationsversuch der BWL-FDP-verseuchten Mehrheit des Bildungsbürgertums aber gar nicht auf.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Österreich begann es, inzwischen halten Studenten in vielen deutschen Uni-Städten Hörsäle besetzt und starteten die größte Protestwelle für bessere Bildung seit Jahren. Halten Sie die Forderungen der Studierenden für berechtigt?
    Ja und Nein. Grundsätzlich muss das Chaos der Bachelor- und Masterabschlüsse behoben werden. Es ist schade, dass erst jetzt alle Professoren aufstehen und sagen was dies für eine schlechte Idee war. Den Protest hätte man schon vor Jahren auf die Straße tragen müssen, mit Unterstützung der Professorenschaft.
    Diese Solidarisierung schafft man natürlich nicht mit vollkommen haltlosen und wahnwitzigen Vorstellungen. Elternunabhängiges BaFöG? Wozu, damit der Sproß der von Papa gerade einen neuen BMW bekommen hat auch staatliche Leistung erhält? Freiräume? Um so lange und so sinnlos zu studieren wie es geht? Hauptsache nicht um 8 Uhr aufstehen müssen. Mehr Demokratie? Für wen? Wer profitiert von mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten bei 5-8% Wahlbeteiligung? Genau, der Typus des linken Studentenfunktionärs (der ja dann eh meist nach 35 Semestern in die Politik geht).

    In unserer Stadt waren heute auf jeden sehr viel weniger bei der Demo,als noch im Sommer. Ich würde schätzen das mindestens 10% keine Studenten waren. Aber es hat ja auch geregnet...

    PS: Außerdem ist es lächerlich wenn man bei einer solchen Demo Fahnen der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend mit sich herumträgt...
  9. #9

    Zitat von HerrDerSchatten Beitrag anzeigen
    Die Studiengänge bei den Wiwis, Jura, Lehramt Natwi usw. sind zu sehr, verschult, keine Frage.
    Nur aus meiner Sicht ist das Problem: Die meisten Protestler sind Sozialwissenschaftler und die genau sollten einfach den Rand halten.
    Das ist IMHO insgesamt ein durchgehendes Phänomen der studentischen Hochschulpolitik, sie ist viel stärker von den Sozialwissenschaftlern dominiert und links geprägt als es die Studenten der Hochschulen tatsächlich sind.

    Grund ist einfach weil die meisten Studenten den "linken Spinnern" kampflos das Feld in den Vertretungen überlassen, weil sie diese für zu unwichtig halten um ihre wertvolle Zeit darauf zu verschwenden. Die meisten beschäftigen sich lieber damit möglichst innerhalb der Regelstudienzeit abzuschließen und sich dann von der Hochschule zu verpissen.

    Die ganzen Aushänge von Asta und Co dienen bestenfalls der erheiterung der restlichen Studentenschaft sofern sie denn überhaupt zur Kenntniss genommen werden. Motto: "Was interessierts mich was die linken Spinner von der Asta grade mal wieder wollen, ich will nach 4 Jahren hier raus sein"
    Zitat von HerrDerSchatten Beitrag anzeigen
    In dem Sinne: Ich bin für MEHR Klausuren bei den Geisteswissenschaftlern, für MEHR Mathe und MEHR Informatik aufdass endlich mal GESIEBT wird und nicht jeder mit nem Schnitt von 1,9 durchkommt.
    Stimme ich absolut zu.