Forum: Uni + Bildung
Schule - welchen Sinn haben Kopfnoten?
Die Beurteilung von Schülern gehört zu den intensiv diskutierten pädagogischen Fragen. Allein die Kontroverse über Zensuren beschäftigt Generationen von Lehrern, Eltern und Schülern. Ganz besonders umstritten sind aber die Beurteilungen über allgemeines Verhalten der Schüler - seien es Umgansformen, Aktivitäten oder die Persönlichkeit und ihre Potentiale. Welchen Sinn haben heute noch die sogenannten Kopfnoten?
- #1 23.02.2013 16:03 von
dem Künftigen möglichen Arbeitgeber einen Hinweis darüber zu geben, welche für ein erfolgreiches Arbeitsverhältnis erforderlichen sozialen- und leistungsbezogenen Eigenschaften Schüler mitbringen.
Dem Schüler, der in Mathe und Deutsch vielleicht nicht so gut ist, dennoch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen, weil Ersteres für den Arbeitgeber/Ausbilder möglicherweise nicht so wichtig ist-wohl aber die Fähigkeit des Schülers sogenannte Sekundärtugenden wie Leistungsbereitschaft, Höflichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu realisieren.
Arbeitgeber wollen keine "Sozialkrüppel" mit guten Physiknoten- eher schon leistungs- und lernbereite Zeitgenossen, die Deutsch möglicherweise nicht so perfekt sind.
Gute Kopfnoten sind in aller Regel für lern- und leistungsbereite, gut erzogene Schüler, die mit dem ein oder anderen traditionellen Schulfach Schwierigkeiten haben, eine CHANCE.
Die Abschaffung derselben ( wie in NRW) dient nicht den "Schwachen",
sondern den Faulen und schlecht Erzogenen. - #2 23.02.2013 16:16 von
Quatsch. „Beschäftigen“ tut diese „Kontroverse“ allein sogenannte „Bildungsexperten“ und Stammtische. Schüler und Eltern nehmen sie allenfalls zur Kenntnis. Und Lehrer sind von der „Kontroverse“ nur dahingehend betroffen, als dass es an jeder Schule irgendeinen Lehrer gibt, dessen Aufgabe es ist, die Datenbank für die Zeugnisnoten zu warten und die Zeugnisse auszudrucken. Der muss dann eben alle paar Jahre mal das Format ändern. Oder glauben Sie, da verschwendet irgendein Lehrer auch nur einen eigenen Gedanken daran, die Gedanken der Entscheider nachzuvollziehen, die mal wieder zu einer ganz neuen pädagogischen Erkenntnis gekommen sind, aus der sich zwingend und logisch ergibt, dass die Kopfnoten abgeschafft/eingeführt/angepasst/ausgesetzt/umgedreht (passendes ankreuzen) werden müssen.
- #3 24.02.2013 06:02 von
gaaaanz wichtig
Kopfnoten interessieren an Schulen keine Sau.
Benotet werden nämlich die Leistungen der Schülerschaft, nicht aber deren Verhalten.
Da Erziehung in erster Linie Aufgabe der Erziehungsberechtigten (vormals Eltern) ist, da sie die Voraussetzungen für positives Sozial- und Arbeitsverhalten ist, muss folglich die Erziehungsleistung des Elternhauses bewertet werden.
Schüler mit schlechtem Arbeitsverhalten werden dann auch noch doppelt "bestraft", zum einen durch schlechtere "Verhaltensnoten" und zum anderen durch schlechtere Fachleistungsnoten.
Schlechtes Sozialverhalten kann nicht über die Notengebung verändert werden, hierzu bedarf es eines umfänglicheren Repertoires, das allerdings auch entsprechende Erziehungs- und Disziplinarmaßnahmen zur Verfügung stellten muss. - Mehr als die "Androhung der Entlassung" (von der Schule) kann realistisch kaum passieren.
Das ist so als ob die Polizei einem Promillesünder mitteilt, wenn Du nocheinmal so sturzbetrungen dein Auto in Betrieb nimmst, dann müssen wir darüber sprechen, ob wir dir den Führerschein abnehmen können. Die Drohung hält den bestimmt vom Fahren ab. - #4 24.02.2013 09:59 von
Was natürlich auf keinen Fall mit dem Kuschelfaktor zeitgemäßer rot- grüner Pädagogik in Einklang zu bringen wäre. Wer durch schlechtes Arbeitsverhalten Lebenszeit verliert, dem muss geholfen werden.
Ich bin selbstverständlich für das bedingungslose Grundabitur analog des bedingungslosen Grundeinkommens. - #5 24.02.2013 10:43 von
Nein, schlechtes Benehmen in der Schulklasse ist eben etwas ganz anderes, als ein zufällig von der Polizei erwischter Alkoholfahrer. Die ungezogenen Kinder sitzen nämlich täglich 6 Stunden den Lehrern/innen gegenüber, stören diese und ihre Mitschüler und müssen selbstverständlich in der Schule miterzogen werden, sowohl von der Lehrerschaft und dem Schuldierektor als auch von den Mitschülern. Ob mit oder ohne Kopfnoten auf dem Zeugnis ist egal.
- #6 24.02.2013 10:59 von
doppelte Bestrafung
Nee, das widerspricht den Grundsätzen des Rechtstaates. Keiner -außer Beamten- kann wegen eines Vergehens zweimal belangt werden.
Die Deutschen sollten sich überlegen, was sie eigentlich wollen:
Entweder sollen die Schulen einen größeren Teil der Erziehung übernehmen oder die verantwortung für die Erziehung bleibt bei den Eltern.
Ganztagsschulen haben zu wollen aber den Unterricht nach 13:00 Uhr abzulehnen ist ein typisch deutsches Phänomen. - Nur ein bischen schwanger geht eben nicht.
"Längeres gemeinsames Lernen", das ja von sehr vielen Eltern eingefordert wird, geht nicht ohne verbindlichen Ganztag. Gantagsunterricht geht aber definitiv auch nicht, wenn die Eltern nicht einen Teil der Erziehungshoheit auf die Schulen übertragen.
Ist wie beim ÖPNV, natürlich will jeder gute Bus- und Bahnverbindungen, aber die Öffis mit anderen zu teilen, das muss ja nun wirklich nicht sein. - #7 24.02.2013 11:04 von
nee, eben nicht
Die unerzogenen Kinder stören nur den Rest der Klasse. Als Lehrer gehe ich nämlich nach maximal einer Doppelstunde (90 Minuten). Hauptfächer sind maximal 4-stündig und so relativiert sich die Chose.
Nächste Klasse - nächste Verhaltensoriginalität. Ich werde danach beurteilt, ob es mir gelingt die Kernrichtlinien meiner Fächer umzusetzen, der Rest ist unbezahlte Mehrarbeit - kann also liegen bleiben. - #8 24.02.2013 11:45 von
Da relativiert sich gar nichts. Ich wusste nicht, dass es Ihnen um Sie selber geht und wofür Sie bezahlt werden. Wenn Sie sich von den Verhaltensstörungen der Flegelkinder über die Schuljahre hinweg nicht beeinträchtigt fühlen - gratuliere. Dann sind Sie wahrscheinlich der einzige Lehrer. Alle, die ich kenne, übernehmen neben den Bildungsaufgaben auch Erziehungsmaßnahmen.
- #9 24.02.2013 12:06 von
Das kann man doch an der Lasagne sehen. Lasagne mit Rindfleisch von argentinischen Weiderindern für 0,59 Euro.
Analog dazur: ein kostengünstiges Schulsystem mit halbtags arbeitenden Schülern, für niedrigeres Gehalt ganztags arbeitenden Lehrern, die die Kinder erziehen und alle anstrengungslos ( für die Schüler) zum Abitur führen.
Niedersachsen ist da schon auf dem richtigen Weg. Der Abschaffung der Kopfnotung folgt die Abschaffung des Sitzenbleibens. Folgen wird die Abschaffung diskriminierender Noten, einschüchternder Klassenarbeiten und am Ende ausgrenzender Abschlussprüfungen.
Kopfnoten sind nur ein Machtinstrument ewig Gestriger, die den obrigkeitshörigen Staatsbürger wollen.
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