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Schule - ist die Fremdsprache Spanisch wichtiger als Französisch?

Auch die Gewichtung des Sprachenlernens unterliegt dem Zeitgeist und gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Anforderungen. Französisch, ehemals die klassische Diplomatensprache und ohnehin Ausweis der kulturellen Kompetenz, ist ins Gerede gekommen. Wie essentiell ist die Sprache noch? Ist Spanisch inzwischen viel wichtiger geworden?
  1. #260

    Politischer Nutzen: Französisch ist immer noch die Sprache der Diplomatie, ansonsten suchen die Leute beim AA auch gerne Menschen mit Arabischkenntnissen. Früher war es für DDR-Bürger durchaus sinnvoll Russisch zu beherrschen.

    Meine Tochter ist noch klein und beschäftigt sich bisher nur mit Englisch, Spanisch und Deutsch. Es scheint ihr bisher leicht zu fallen alle drei gut zu verstehen. Verwendung für Mandarin und Französisch haben wir schon in der eigenen Familie, aber natürlich wäre es schön, wenn sie es auch beruflich nutzen könnte.

    Ich kann ihre Prozentsätze hinsichtlich der Deutsch- wie auch Englischkenntnisse nicht ganz nachvollziehen. In meinem Bekanntenkreis (in Deutschland) sprechen die Leute meistens mehr als drei Sprachen und schreiben sie auch ganz passabel. Der deutsche Bekanntenkreis im Ausland spricht sogar noch mehr Sprachen.

    Bei Schulfächer sollte man schon täglich mindestens 30 min pro Fach einplanen.
    Waren Sie etwa auf einer Ganztagsschule bis 18 h, dass sie keine 2,5 h täglich für Hausaufgaben und Vokabellernen zur Verfügung hatten? Vielleicht waren Sie einfach auf dem falschen Gymnasialzweig und hatten eine ungünstige Fächerkombination oder einfach die falschen Lehrer?
    In der Mittel- und Oberstufe wurde bei uns grundsätzlich erwartet, dass wir uns den Nachmittag und/oder Abend mit Hausaufgaben um die Ohren schlugen. In der Oberstufe war ich bspw. auf einer Schule mit Samstagsunterricht und da war es auch üblich, dass von Samstag auf Montag längere Hausaufgaben aufgegeben wurden. Beim Abi ist jedenfalls kein einziger wg. Französisch, Deutsch(Grundkurse) oder Englisch (Leistungskurs) durchgefallen - auch nicht wg. Mathe, Chemie oder Bio.
  2. #261

    Lehrer kann man sich nicht aussuchen

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Politischer Nutzen: Französisch ist immer noch die Sprache der Diplomatie, ansonsten suchen die Leute beim AA auch gerne Menschen mit Arabischkenntnissen.
    Wie viele Leute arbeiten beim AA und wie viele bei der städtischen Müllabfuhr Berlins?
    Meine Tochter ist noch klein und beschäftigt sich bisher nur mit Englisch, Spanisch und Deutsch. Es scheint ihr bisher leicht zu fallen alle drei gut zu verstehen. Verwendung für Mandarin und Französisch haben wir schon in der eigenen Familie, aber natürlich wäre es schön, wenn sie es auch beruflich nutzen könnte.
    Mir haben weder meine Französisch- noch meine Spanischkenntnisse im Beruf je genützt. Ich bin Ingenieur. Da zählt nur Englisch. Das jedoch muss perfekt sein.
    Ich kann ihre Prozentsätze hinsichtlich der Deutsch- wie auch Englischkenntnisse nicht ganz nachvollziehen. In meinem Bekanntenkreis (in Deutschland) sprechen die Leute meistens mehr als drei Sprachen und schreiben sie auch ganz passabel. Der deutsche Bekanntenkreis im Ausland spricht sogar noch mehr Sprachen.
    Interessanten Bekanntenkreis, den Sie da haben. Hätt ich vielleicht auch gern. Unter meinen Kollegen, allesamt Ingenieure oder Betriebswirte, sind die Inhaber einer allgemeinen HS- Reife in der Minderheit. Die Mehrzahl hat ihr Abi auf dem 2. Bildungsweg nachgeholt, und dann, zur 2. Fremdsprache gezwungen, soweit mir bekannt 2- 3 Jahre lang entweder Spanisch (1) oder Latein (4) gemacht, ohne dass etwas davon hängen geblieben wäre. (also Zeit verschwendet)
    Wenn einer meine Kollegen über Deutsch und Englisch hinaus noch eine weitere Sprache spricht, dann seine Muttersprache (Polnisch 6; Türkisch 3; Arabisch 1; Farsi 1; Französisch 1)
    Bei Schulfächer sollte man schon täglich mindestens 30 min pro Fach einplanen.
    Waren Sie etwa auf einer Ganztagsschule bis 18 h, dass sie keine 2,5 h täglich für Hausaufgaben und Vokabellernen zur Verfügung hatten?
    Nachmittags Unterricht hatte ich meist an 2 von 6 Schultagen. Zwischen Unterrichtsende und etwa 18 Uhr konnte ich in den Klassen 10 und 11 etwa 16 Stunden verfügbar machen, die sich Hausaufgaben und meine Berufstätigkeit zu teilen hatten. Bei 6 Fächern, in denen regelmäßig Hausaufgaben oder Vokabeln angefallen sind, macht das bei einer hälftigen Teilung im Schnitt 80 Minuten pro Fach und Woche. Die Abende waren dem Sport (2x/W) der Theorie und dem traditionellen Donnerstagsbesäufnis (anders wäre der Freitag nicht auszuhalten gewesen) vorbehalten, der Samstagnachmittag und der gesamte Sonntag dem Flugbetrieb auf dem Segelflugplatz.
    Vielleicht waren Sie einfach auf dem falschen Gymnasialzweig und hatten eine ungünstige Fächerkombination oder einfach die falschen Lehrer?
    Ich kann mir keinen besseren Zweig vorstellen um Ingenieur zu werden; die Fächerkombination ließ mir keine Wahl, und Lehrer kann man sich nicht aussuchen.
    Beim Abi ist jedenfalls kein einziger wg. Französisch, Deutsch(Grundkurse) oder Englisch (Leistungskurs) durchgefallen - auch nicht wg. Mathe, Chemie oder Bio.
    Mir ist nicht bekannt, wer damals warum das Abi nicht geschafft hat, aber damals war weniger ein einzelnes Fach die Ursache sondern die nicht erreichte Mindestpunktzahl in 13.2.
  3. #262

    Interessant!

    Zu Frage 1: Keine Ahnung wieviele Menschen bei der Berliner Müllabfuhr arbeiten, aber die wenigsten von ihnen werden wohl ein Gymnasium besucht haben. Bei den Bewerbern des AA ist Abitur inzwischen Standard (ausser man will am Empfang arbeiten) und da bewerben sich zumindest für den höheren Dienst so ca. 800 Leute/Jahr.

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis nur eine Person, die über den 2. Bildungsweg Abitur gemacht hat (und das auch nur weil ihn seine Eltern mit 18 vor die Tür gesetzt haben und er sich ab da seinen Lebensunterhalt verdienen musste). Der spricht in der Tat, ausser Englisch und Deutsch nur ein wenig Italienisch und Dänisch (ist aus Flensburg).

    Meine kleine Schwester studiert gerade, um Ingenieur zu werden. Sie hat gerade ein Sommersemesterferienpraktikum bei Daimler offeriert bekommen, weil sie u.a. mehrere Fremdsprachen spricht. Hat mich sehr gefreut.
    Englisch muss man ja inzwischen immer verhandlungssicher beherrschen, egal wo man lebt. Man arbeitet oft bis zu 90% in der Sprache.
  4. #263

    Fremdsprachen sind - besonders im Zeitalter einer rasenden Globalisierung - wesentlich und unabdingbar. Je früher man mit dem Erlernen beginnt, desto besser.
    Ungeachtet dessen: Noch wichtiger - Achtung höhere Mathematik! - finde ich, wenn man Kindern und Heranwachsenden grundsätzlich auch (wieder) beibringen würde, dass man nur das ausgeben soll, was man (zuvor erwirtschaftet) hat.
    Bekanntlich sind BWLer, Banker und Manager in puncto Fremsprachen sehr fit - aber was nützt es, wenn sie das wirtschaftliche 1x1 nicht (mehr) beherschen.....
    mfg
  5. #264

    Visionen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch die Gewichtung des Sprachenlernens unterliegt dem Zeitgeist und gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Anforderungen. Französisch, ehemals die klassische Diplomatensprache und ohnehin Ausweis der kulturellen Kompetenz, ist ins Gerede gekommen. Wie essentiell ist die Sprache noch? Ist Spanisch inzwischen viel wichtiger geworden?
    Mit Blick auf Europa, einer USE, mit einer einzigen gesamteuropäischen Regierung als Bundesregierung, wäre natürlich Esperanto die gesamteuropäische Sprache, ersatzweise English, weil ohnehin schon Weltsprache, und die restituierenden Nationalsprachen würden als Dialekte traditionell gepflegt, ähnlich dem Bretonischen, oder dem Walisischen, Baskischen, oder die Mittelmeerinseldialekte, Korsisch, Mallorcinisch, etc.. Sprachforschung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
  6. #265

    Zitat von melbo Beitrag anzeigen
    Das bestreite ich...Italienisch vielleicht, Portugiesisch nicht besonders toll (hoechstens das Geschriebene - das Gesprochene zu erlernen verlangt einiges an Muehe!). Andersrum funktioniert es besser! Und davon, dass man die Sprachen dann so ein bisschen versteht, hat man im Grunde auch herzlich wenig. Dann kann man auch direkt Latein lernen.

    Ich faende es aber schoen, wenn sowohl Spanisch, als auch Italienisch und Portugiesisch, an deutschen Schulen angeboten wuerden! Ich stimme da hjm komplett zu. Ich finde es auch traurig, dass Sprachen wie Arabisch und Persisch nie angeboten werden - genauso wenig wie Japanisch und Chinesisch (obwohl letzteres ein bisschen mehr in Mode gekommen zu sein scheint). Und auch osteuropaeische Sprachen. An den Unis gibt es dann auf einmal zig Stipendien fuer die Verstaendigung mit Osteuropa etc. - wuerde vielleicht helfen, wenn man schonmal an der Schule anfangen koennte, eine relevante Sprache zu erlernen.
  7. #266

    Gymnasium nuetzt nix

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Zu Frage 1: Keine Ahnung wieviele Menschen bei der Berliner Müllabfuhr arbeiten, aber die wenigsten von ihnen werden wohl ein Gymnasium besucht haben. Bei den Bewerbern des AA ist Abitur inzwischen Standard (ausser man will am Empfang arbeiten) und da bewerben sich zumindest für den höheren Dienst so ca. 800 Leute/Jahr.

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis nur eine Person, die über den 2. Bildungsweg Abitur gemacht hat (und das auch nur weil ihn seine Eltern mit 18 vor die Tür gesetzt haben und er sich ab da seinen Lebensunterhalt verdienen musste). Der spricht in der Tat, ausser Englisch und Deutsch nur ein wenig Italienisch und Dänisch (ist aus Flensburg).

    Meine kleine Schwester studiert gerade, um Ingenieur zu werden. Sie hat gerade ein Sommersemesterferienpraktikum bei Daimler offeriert bekommen, weil sie u.a. mehrere Fremdsprachen spricht. Hat mich sehr gefreut.
    Englisch muss man ja inzwischen immer verhandlungssicher beherrschen, egal wo man lebt. Man arbeitet oft bis zu 90% in der Sprache.
    Ich kenne viele, die Abi haben aber ziemlich mies Englisch und Franzoesisch sprechen und ausser dem auch trotz Erasmus nicht grad viel... Ich habe normalen Hauptschulabschluss, Volksschule nannte man das damals Anno 1966... immerhin spreche ich 5 Fremdsprachen fliessend, jedenfalls alle soweit, dass ich Filme sehen kann in den Sprachen, Zeitung lesen, mich ueber Gott und die Welt unterhalten kann, Briefe schreiben.... kein Problem. Habe das einfach aufgeschnappt, da ich in vielen Laendern gelebt habe und auch mit einem Auslaender verheiratet bin, schon in unserer Familie werden taeglich drei Sprachen gesprochen...
    So lernt man Sprachen, nicht in der Schule, und man lernt, wie die Leute ticken, nicht nur wie sie sprechen. Voelker, vermischt Euch!!
  8. #267

    Zitat von londoner2010 Beitrag anzeigen
    Also m.E., wenn man die Sprachwahl auf die weitere Karriere auslegen will (und nicht z.B. auf das praeferierte Urlaubsland), kommt es einfach auf die Region an, in der man arbeiten will. Sicherlich ist Suedamerika eine interessante Region aber wer in der Levant-Region und dem immer wichtiger werdende Afrika seine Zukunft sieht, sollte sich doch eher fuer Franzoesisch entscheiden als fuer das dort nutzlose Spanisch.
    Vom Schwierigkeitsgrad her sehe ich tatsaechlich keine grossen Unterschiede. Ich fand es, nachdem ich Franzoesisch in der Schule als Leistungskurs hatte, sehr leicht sowohl Spanisch als auch Italienisch zu erlernen, da die Grammatik und vor allem die Sprachlogik fast identisch ist.
    Im Endeffekt muss es jeder fuer sich entscheiden. Es gibt Vor- und Nachteile auf beiden Seiten.
    Wer macht sich schon in der 7. Klasse solche Gedanken? Meine Kinder haben sich die Faecher damals danach ausgesucht, ob der beste Kumpel das auch macht oder wie nett der jeweilige Lehrer ist...
  9. #268

    Zitat von marianne52 Beitrag anzeigen
    Ich kenne viele, die Abi haben aber ziemlich mies Englisch und Franzoesisch sprechen und ausser dem auch trotz Erasmus nicht grad viel... Ich habe normalen Hauptschulabschluss, Volksschule nannte man das damals Anno 1966... immerhin spreche ich 5 Fremdsprachen fliessend, ...
    Meine Freunde und Bekannte stöpseln nicht herum, wenn sie sich in Fremdsprachen ausdrücken sollen. Die brauchen sie eigentlich täglich. Vielleicht eine Frage der Generation. Ältere Deutsche sprechen oft radebrechend Fremdsprachen, jüngere fast schon ohne Akzent.
  10. #269

    Spanisch

    Ich habe mich damals in der Schule für Spanisch entschieden und die Wahl nicht bereut. Die Sprache ist relativ einfach zu erlernen - die Aussprache des Französischen würde mir glaube ich deutlich schwerer fallen.

    Übrigens: Es gibt in etwa 420 Millionen Sprecher des Spanischen. Das ist wirklich eine ganze Menge. Zum Vergleich: Deutsch sprechen weltweit 185 Millionen.

    VG


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