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Schule in Hamburg - die Reform zurückdrehen?

In Hamburg haben CDU und Grüne eine Mammut-Reform aller Schulen beschlossen. Bei Eltern und im Senat rumort es mächtig. Jetzt fordert ein CDU-Ausschuss Ausnahme für drei Traditionsgymnasien in reichen Stadtteilen. Sollte die Reform zurückgedreht werden?
  1. #1

    Warum zurückdrehen?

    Was nicht passend ist, wird passend gemacht, auch mittles gezielter Falschinformationen, Motto: "Helene-Lange-Schule, dann klappt's auch beim Nachbarskind.

    Man könnte es perfide nennen, wenn es nicht so dilettantisch wäre:

    http://www.teachersnews.net/artikel/...les/009884.php
  2. #2

    Helene Lange und Enja Riegel

    Zitat von ondrana Beitrag anzeigen
    Was nicht passend ist, wird passend gemacht, auch mittles gezielter Falschinformationen, Motto: "Helene-Lange-Schule, dann klappt's auch beim Nachbarskind.

    Man könnte es perfide nennen, wenn es nicht so dilettantisch wäre:

    http://www.teachersnews.net/artikel/...les/009884.php
    Verehrter ondrana,

    das kommt davon, dass man die ehemalige Leiterin und selbsternannte Jeanne d'Arc des deutschen Bildungswesen mit dem hypertrophen Selbstbewusstsein in den einschlägigen Kreisen der Bildungsexperten und Schulforscher so hochgejubelt hat.

    Was die Distanzierung des sogenannten deutschen PISA-Papstes betrifft: Der Herr sitzt doch gemeinsam mit der Dame in der Jury des sogenannten Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung!

    http://schulpreis.bosch-stiftung.de/.../html/8775.asp
  3. #3

    "Jene, die sagen, leistungsstärkere Schüler würden an Primarschulen von leistungsschwächeren gebremst, sollten sich ehrlich fragen, was sie wirklich meinen - ob sie nicht eine Abschottung wollen von Kindern anderer Herkunft"


    Den Satz muß man sich mal mit Schopis eristischer Dialektik in der Hand auf der Zunge zergehen lassen ... und sich dann mal fragen, wie es solche Leute an solch einflußreiche Stellen schaffen konnten.
  4. #4

    Zitat von ondrana Beitrag anzeigen
    Was nicht passend ist, wird passend gemacht, auch mittles gezielter Falschinformationen, Motto: "Helene-Lange-Schule, dann klappt's auch beim Nachbarskind.

    Man könnte es perfide nennen, wenn es nicht so dilettantisch wäre:

    http://www.teachersnews.net/artikel/...les/009884.php
    Ich halte die Helene-Lange-Schule als "gutes Beispiel" neuer Schulmodelle für äußerst ungeeignet.
    1. Nicht dem Wiesbadener Bevölkerungsdurchschnitt entsprechende Zusammensetzung der Schüler
    2. I. d. R. Aufnahme von Schülern mit Gymnasialempfehlung (auch zu Zeiten von SPD-Regierungen in Hessen, obwohl es da so eine Empfehlung offiziell nicht gab)
    3. Kinder mit Migrationshintergrund kommen häufig aus so genannten Oberschichten-Familien ... da passt es auch mit der Migration.
    4. Eigentlich eine elitäre Schule, wenn man sich die Eltern der Kinder anschaut ...

    Aber das ist eigentlich gar nicht Thema, Thema ist die Reform des Schulsystems in Hamburg und die ist zumindest im Ansatz lobenswert, da es so elitätre Auswüchse wie in Wiesbaden dann eben nicht gäbe. Voraussetzung: es gibt keine Ausnahmen, auch nicht für elitäre Eltern!
  5. #5

    Bitte um kurze Nachhilfe: Was ist denn da in Hamburg beschlossen worden? Wie auch immer, ich bin ein entschiedener Gegner der Gesamtschule, überhaupt von Freiluftexperimenten "modärrner" Bildungspolitiker, die Schüler zu Versuchskarnickeln machen.

    Ich verstehe in meiner Naivität vor allem eins nicht: Wie kommt es, daß der Druck auf Schüler immer weiter erhöht wird, gleichzeitig aber die Lernerfolge offenbar unzufriedenstellend sind? Ich bin kein Reaktionär, will auch keiner sein, aber vielleicht war das alte Schulsystem, wie ich es noch aus den Neunzigern aus Westdeutschland kenne, gar nicht so verkehrt?
  6. #6

    Zitat von harm ritter Beitrag anzeigen
    Bitte um kurze Nachhilfe: Was ist denn da in Hamburg beschlossen worden?
    ...
    Ganz einfach:

    Um an der Macht zu bleiben hat der große Staatsmann Ole von Beust sich in den Koalitionsverhandlungen die Ausbaggerung der Elbe zusagen lassen und im Gegenzug der rot-grünen Chaostruppe, genannt GAL, das Bildungswesen zur gefälligen Verwertung zugestanden.
  7. #7

    es wird nicht besser

    Zitat von harm ritter Beitrag anzeigen
    ... aber vielleicht war das alte Schulsystem, wie ich es noch aus den Neunzigern aus Westdeutschland kenne, gar nicht so verkehrt?
    Der Niedergang fing schon Ende der 70er an. Da wurde bei uns in Bayern das klassische Gymnasium bereits mit sog. Leistungskursen verhunzt. Zum Glück hab ich noch eines der letzten richtigen Abis machen können.
    Und ab da ging's von einem Eperiment zum nächsten. Der armselige Lernerfolg heutiger Schülergenerationen liegt genau darin begründet. Hätte man das Wesentliche belassen wie es war, könnten heutige Schulabgänger sogar noch richtig deutsch schreiben. Wie wenig das noch klappt sieht man ja sogar schon an den Redakteuren, die sich die 'das' und 'daß' in ihren Texten vermutlich rauswürfeln. Die Rechtschreib'reform' hat dem Ganzen sowieso den Rest gegeben.

    Daß sich manche Eltern in Hamburg jetzt gegen die Grünschnäbel der Grünen auflehnen ist nur allzu verständlich und verantwortungsbewusst.
  8. #8

    Zitat von discipulus Beitrag anzeigen
    Verehrter ondrana,

    das kommt davon, dass man die ehemalige Leiterin und selbsternannte Jeanne d'Arc des deutschen Bildungswesen mit dem hypertrophen Selbstbewusstsein in den einschlägigen Kreisen der Bildungsexperten und Schulforscher so hochgejubelt hat.
    Was die Distanzierung des sogenannten deutschen PISA-Papstes betrifft: Der Herr sitzt doch gemeinsam mit der Dame in der Jury des sogenannten Deutschen Schulpreises der Robert-Bosch-Stiftung!

    http://schulpreis.bosch-stiftung.de/.../html/8775.asp
    Wen wundert das denn?!
    Ich bin zwar froh, dass es doch immer undichte Stellen gibt, was aber leider nicht dazu führt, dass man solchen Seilschaften den Tritt verpasst, der eigentlich die logische Folge sein müsste. Political correctness ist halt nicht logisch und deswegen sitzt man solche Patzer einfach aus. Wen interessiert es überhaupt bzw. wer durchschaut die ganzen Zusammenhänge! Frau Schavan vielleicht? Die Robert-Bosch-Stiftung wird ihren Preis weiterhin ungestört mit bekannter ideologischer Zielsetzung vergeben können.
  9. #9

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Wen wundert das denn?!
    Ich bin zwar froh, dass es doch immer undichte Stellen gibt, was aber leider nicht dazu führt, dass man solchen Seilschaften den Tritt verpasst, der eigentlich die logische Folge sein müsste. Political correctness ist halt nicht logisch und deswegen sitzt man solche Patzer einfach aus. Wen interessiert es überhaupt bzw. wer durchschaut die ganzen Zusammenhänge! Frau Schavan vielleicht? Die Robert-Bosch-Stiftung wird ihren Preis weiterhin ungestört mit bekannter ideologischer Zielsetzung vergeben können.
    Inzwischen wurde weitgehend erfolgreich dafür gestritten, daß Schüler heute frei von religiöser Indoktrination unterrichtet werden können. Mein Religionsunterricht hieß später "Werte und Normen" und kümmerte sich auch um die Philosophie. Steht uns nun die Herausforderung ins Haus, unsere Kinder vor politischen Ideologien zu bewahren? Was allerdings die Frage aufwirft, wann die Schule je frei von Ideologien aller Arten gewesen wäre. Der Humanismus ist ja auch eine Ideologie, aber nicht die schlechteste. Ich bin froh, eine Schulbildung ganz im Sinne Humboldts genossen zu haben. Eine Bildung im Sinne von "alle sind gleich", "alles ist eins", die Individualität geringschätzt und das Kollektiv betont, ach, davon möchte ich verschont bleiben, jetzt und auch im nächsten Leben.








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