Forum: Uni + Bildung
Privatschulen - teure Abzocke oder echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?
Der Schulbesuch ist in Deutschland für die Schüler kostenlos. Die öffentlichen Schulen erfüllten ihren Auftrag über lange Zeit ohne Tadel, bis die Pisa-Tests der Zufriedenheit einen Dämpfer verpassten. Manche Eltern suchten nach besseren Möglichkeiten. Aber sind die teuren Privatschulen eine echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?
- #10 23.01.2012 15:23 von
Hm...
Dazu passt ja der Artikel von Jan Friedmann im Schulspiegel:
Sprachförderung: Elternmacht bremst Integration - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
Es ist einfach so, dass sich viele Eltern ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern bewusst sind und die nicht auf dem Altar sozialistischer Gleichmachereien opfern.
Man kann keine integrative Schulen schaffen, wenn die Kinder verhaltensauffällig sind oder die Landessprache nicht beherrschen. Rollstuhlfahrer oder bis zu einem bestimmten Grad Hörgeschädigte brauchen keine integrative Klassen, sondern können die normale Schule besuchen.
Lustig auch immer, dass man auf Biegen und Brechen integrative Schulen (mit geistig Behinderten oder Verhaltensauffälligen) schaffen möchte, wobei es die UN so gar nicht fordert - dort wird im englischen Text nur auf den Besuch einer staatlichen (und somit kostenfreien) Schule gepocht.
Normalerweise lernen Kinder die Landessprache schneller als die Muttersprache der Eltern - es liegt also an den Eltern, wenn sie das Erlernen der Landessprache verhindern (indem sie den Umgang mit Einheimischen unterbinden oder verhindern) und nicht am Staat.
In Deutschland sollte man sich auf die Meritokratie besinnen, davon lebt das Land. - #11 23.01.2012 22:19 von
- #12 25.01.2012 08:12 von
ich war selber auf einer Privatschule (Internat) und würde es auch heute nicht anders machen, da die Vorteile einfach auf der Hand liegen kleine Klasse, engagierte Lehrer, neuere Schulbücher etc.. Durch die kleinen Klassen hatten die Lehrer auch mehr Zeit für den einzelnen Schüler und wenn jemand nicht mitkam viel das auch schneller auf als es in einer größeren Klasse der Fall gewesen wäre.
- #13 25.01.2012 12:57 von
...
In meiner Schulzeit durfte ich staatliche, Ersatz- und reine Privat-Schulen ausprobieren. Das grösste Engagement seitens der Lehrer gab es auf der privaten, dicht gefolgt vom katholischen Internat.
Mein Kind geht auf einen privaten Kindergarten (zu einer Privatschule gehörig): 12 Kinder : 4 Lehrer/Erzieherinnen (Sport, Englisch, Spanisch + weitere Aufsicht)
In den höheren Klassen gibt es 20 Schüler pro Klasse als Limit und die Eltern werden intensiv einbezogen.
Zudem sprechen wir hier von homogenen Gruppen, so dass alle Kinder in etwa auf einem ähnlichen Lestungsniveau stehen.
Das kann eine staatliche Schule kaum anbieten. - #14 26.01.2012 19:25 von
bessere Behandlung
Es ist wie im Gesundheitssystem: Mit etwas mehr Geld können Eltern ihren Kindern auch im Schulsystem eine bessere Behandlung kaufen.
Über Jahrzehnte ist das deutsche öffentliche Schulsystem kaputtreformiert worden, natürlich mit besten Absichten. Man ist immer vom unbedingten Lern-, Leistungs- und Aufstiegswillen von Kindern und Eltern ausgegangen, hat aber den Einfluss des Zuzugs von Millionen bildungsferner Immigranten nicht bedacht. Es gibt eine Schulpflicht bis 15 Jahre in Deutschland, eine Strafunmündigkeit unter 14 Jahren, und Kindergeld, Sozialhilfe und Hartz4 unabhängig davon, ob die Kinder die Schule schwänzen, den Unterricht sabotieren, jede Mitarbeit verweigern und ihre Lehrer beleidigen oder sogar angreifen. Kinder ohne familiären Halt und ohne anerzogenes klassisches Wertesystem bekommen die Ansage, ihr könnt machen was ihr wollt, es gibt Strafunmündigkeit, es gibt Datenschutz, niemand erfährt etwas, und es passiert euch nichts. Was soll ein Lehrer da noch machen? Die öffentlichen Schulen, und hier besonders die Grund-, Haupt- und Förderschulen, können schwierige Kinder nicht loswerden. Die haben fast einen Freibrief, schwächere Kinder, genannt "Opfer", zu drangsalieren. Hier kann jede Klasse schnell zur Chaostruppe mutieren.
Wenn man die Tendenzen im Lande betrachtet, dass die Anteile von Kindern aus bildungsfernen Familien besonders in den Großstädten immer mehr zunehmen, dann sollten verantwortungsbewusste Eltern eine Privatschule für ihre Kinder ernsthaft erwägen. - #15 27.01.2012 18:57 von
Nichts für ungut, aber von wem wird man wohl einst sagen können, dass er während seiner Amtszeit mehr „Engagement“ in Sachen Ehrlichkeit und Transparenz gezeigt hat, Richard von Weizsäcker oder Christian Wulff?
(Vermutlich meinten Sie etwas anderes. Aber es ist schon bezeichnend, wie wir „Normalbürger“ uns auch mehr und mehr das Politiker-, Werbefuzzi- und Personalersprech angewöhnen. Liest man Ihre Aussage wörtlich, steht da nämlich nichts anderes als „Sie bemühten sich stets ...“.) - #16 28.01.2012 01:06 von
Tja,
das soll es auch heissen, aber nicht im seltsamen deutschen "Zeugnissprech", was ja Versagen impliziert, sondern in der normalen Interpretation von: Sie bemühten sich um ihre Schüler indem sie zum Beispiel jeden Dienstagabend für einen Literaturkreis opferten und bei sich zu Hause zu Diskussion mit Kaffeekränzchen einluden, einer Schülerin nach einem familiären Desaster ein Dach über dem Kopf anboten, Praktikaplätze besorgten, mittags Gratisnachhilfe für alle, die interessiert waren, anboten (und dieser gerne von mehr als der halben Klasse angenommen wurde), zusätzlich ein Fotolabor aufbauten, etc.
Die Lehrer auf meinem staatlichen Gymmi hatten komischerweise in der Hinsicht keine Ambitionen. Fragen Sie mich woran das lag. - #17 28.01.2012 09:51 von
Ja, auf alle Fälle !
Ich habe hier schon oft zu ähnlichen oder gleichen Themen geschrieben und tue es immer wieder, weil meine Kinder und Enkelkinder zu einer Privatschule (Freie Waldorfschule) gingen und gehen. Das ist unserer Familie seit 50 (in Worten: fünfzig) Jahren so. Und ich würde es niemals anders machen. Und ich habe es nie bereut und meine Kinder und mein ältestes Enkelkind sehen das ebenso.
Die staatliche Bildungspolitik ist zu dezentralisiert (16 Bundesländer !) und finanziell einfach katastrophal schlecht versorgt. Unseren Politikern ist die Bildung nichts mehr Wert ! - #18 30.01.2012 12:47 von
Leicht zu beantworten. Auf einem staatlichen Gymi beinhaltet in volles Debutat (also eine Vollzeitstelle) 26 Unterrichtsstunden ~ 20 Zeitstunden. Die müssen vorbereitet werden -> nochmal 1-1,5 Stunden je Unterrichtsstunde, sind wir bei knapp 50 Stunden pro Woche.
Dann noch Korrekturen, Nachschreibearbeiten, Papierkrieg, Elterngespräche, Bereitschaften, Konferenzen, etc., landet man schnell bei 60 Stunden die Woche (abhängig von Fächern und Erfahrung), die auch noch recht dämlich verteilt sein können.
Effizientes arbeiten an der Schule ist wohl mangels Platz und Ruhe selten möglich. D.h. Abend- & Wochenendschichten sind vorprogrammiert.
Das da kaum noch schulbezogenes, ehrenamtliches Engagement stattfindet, kann ich nachvollziehen. - #19 30.01.2012 15:59 von
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