Forum


 

Privatschulen - teure Abzocke oder echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?

Der Schulbesuch ist in Deutschland für die Schüler kostenlos. Die öffentlichen Schulen erfüllten ihren Auftrag über lange Zeit ohne Tadel, bis die Pisa-Tests der Zufriedenheit einen Dämpfer verpassten. Manche Eltern suchten nach besseren Möglichkeiten. Aber sind die teuren Privatschulen eine echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?
  1. #120

    Ersatzschulen

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Was die Waldorfschulen angeht, so sind sie Ersatzschulen. Ihre Lehrer haben zunächst (!) einmal die gleiche Ausbildung, dann aber eine Zusatzausbilding (Seminar). Der größte Unterschied liegt jedoch in der Unterrichtsmethode. Verehrter Forist dickebank, Ihre Aussagen zeigen mir, dass Sie die Waldorfpädagogik nicht kennen, deshalb sind Ihre Aussagen einfach und ergreifend in Bezug auf die Waldorfschulen nicht zutreffend !
    Partim partim.

    Es gibt Waldorfschulen, die als Ersatzschulen anerkannt sind.

    Es gibt aber auch die, denen die staatliche Anerkennung fehlt. Die firmieren dann auch schön als Privatschulen. Deren Schüler müssen dann vor staatlichen Prüfungskomissionen eine Abschlussprüfung (externen Prüfung) ablegen, um einen staatlich anerkannten Schulabschluss (HA, HA10, MSA FHR oder AHR) zu erhalten
  2. #121

    Waldorfschulen in Deutschland

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Partim partim.

    Es gibt Waldorfschulen, die als Ersatzschulen anerkannt sind.

    Es gibt aber auch die, denen die staatliche Anerkennung fehlt. Die firmieren dann auch schön als Privatschulen. Deren Schüler müssen dann vor staatlichen Prüfungskomissionen eine Abschlussprüfung (externen Prüfung) ablegen, um einen staatlich anerkannten Schulabschluss (HA, HA10, MSA FHR oder AHR) zu erhalten
    Die Waldorfschulen in Deutschland sind staatlich anerkannte Ersatzschulen in freier Trägerschaft. Die Waldorfschulen bieten in ganz Deutschland die für das jeweilige Bundesland relevanten Abschlüsse an. Die Abschlüsse werden von Waldorfschullehrern und externen Lehrern gemeinsam abgenommen. Der prüfende Lehrer ist der Waldorfschullehrer. Schriftliche Prüfungen werden von dem Waldorfschullehrer und dem externen Lehrer gemeinsam korrigiert und benotet.
  3. #122

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Schulbesuch ist in Deutschland für die Schüler kostenlos. Die öffentlichen Schulen erfüllten ihren Auftrag über lange Zeit ohne Tadel, bis die Pisa-Tests der Zufriedenheit einen Dämpfer verpassten. Manche Eltern suchten nach besseren Möglichkeiten. Aber sind die teuren Privatschulen eine echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?
    Die meisten Privatschulen dienen lediglich dazu den Kindern der sehr wohlhabenden eine Chance zu geben, weil sie es schlicht und einfach auf normalen Schulen nicht schaffen. Man glaubt es kaum, aber es ist so. Sehr viele Reichenkinder leiden am gleichen Syndrom, nämlich Null-Motivation-Syndrom. Sie bekommen alles, was sie wollen und müssen dafür nichts tun, d.h. sie können sich nicht motivieren. Schließlich bekommen Sie Ihre Wünsche auch ohne Anstrengungen erfüllt, was katastrophale Auswirkungen hat. Und dann kommen diese Schulen ins Spiel, die irgendwie noch retten wollen/müssen, was noch zu retten ist, damit der Nachwuchs wenigstens etwas Bildung mitbekommt, um später das (Familien)unternehmen zu übernehmen...
  4. #123

    ähm

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Die Waldorfschulen in Deutschland sind staatlich anerkannte Ersatzschulen in freier Trägerschaft. Die Waldorfschulen bieten in ganz Deutschland die für das jeweilige Bundesland relevanten Abschlüsse an. Die Abschlüsse werden von Waldorfschullehrern und externen Lehrern gemeinsam abgenommen. Der prüfende Lehrer ist der Waldorfschullehrer. Schriftliche Prüfungen werden von dem Waldorfschullehrer und dem externen Lehrer gemeinsam korrigiert und benotet.
    Das war zumindest in Bayern nicht ganz so.
    In Bayern gelten Waldorfschulen als reine Privatschulen.

    Mündliche Prüfungen beim Abitur wurden zwar wie oben beschrieben abgenommen (aber nur zur Notendurchschnittsverbesserung). Der relevante Lehrer war aber der des staatlichen ortsansässigen Gymnasiums. Schriftliche Prüfungen wurden natürlich vom Kultusministerium korrigiert.
    Auch trug das Abiturzeugnis den Namen des Gymnasiums und nicht der Waldorfschule.

    Der Waldorfabschluss an sich ist in Bayern soviel wert wie ein Blatt Toilettenpapier. In Baden-Würtemberg hingegen ist er mit der Mittleren Reife gleichzusetzen.
  5. #124

    Natürlich: Bayern macht wieder eine Ausnahme !

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Das war zumindest in Bayern nicht ganz so.
    In Bayern gelten Waldorfschulen als reine Privatschulen.

    Mündliche Prüfungen beim Abitur wurden zwar wie oben beschrieben abgenommen (aber nur zur Notendurchschnittsverbesserung). Der relevante Lehrer war aber der des staatlichen ortsansässigen Gymnasiums. Schriftliche Prüfungen wurden natürlich vom Kultusministerium korrigiert.
    Auch trug das Abiturzeugnis den Namen des Gymnasiums und nicht der Waldorfschule.

    Der Waldorfabschluss an sich ist in Bayern soviel wert wie ein Blatt Toilettenpapier. In Baden-Würtemberg hingegen ist er mit der Mittleren Reife gleichzusetzen.
    Es wird Zeit für ein Bundeskultusministerium !

    Was die Einschätzung des Waldorfabschlusses angeht wäre ich vorsichtig ! Um Ihnen nur zwei bekannte Waldorfschüler zu nennen: Heiner Lautenbach und Sandra Bullock. Und Götz Werner, Gründer und Aufsichtsratmitgleid der dm-Drogeriekette ist bekennender Anthroposoph. Und noch etwas: Ein Abiturzeugnis ist ein Abiturzeugnis. Sie können damit an einer Hochschule studieren, da gibt es keine Abstufungen. Ihre "Bewertungen" sind also rein subjektiv und polemisch !
  6. #125

    eben nicht

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Es wird Zeit für ein Bundeskultusministerium !

    Was die Einschätzung des Waldorfabschlusses angeht wäre ich vorsichtig ! Um Ihnen nur zwei bekannte Waldorfschüler zu nennen: Heiner Lautenbach und Sandra Bullock. Und Götz Werner, Gründer und Aufsichtsratmitgleid der dm-Drogeriekette ist bekennender Anthroposoph. Und noch etwas: Ein Abiturzeugnis ist ein Abiturzeugnis. Sie können damit an einer Hochschule studieren, da gibt es keine Abstufungen. Ihre "Bewertungen" sind also rein subjektiv und polemisch !
    Nicht jede Waldorfschule ist eine staatlich anerkannte SekI+II-Schule, die als Ersatzschule Prüfungen abnehmen kann.

    Selbst die SuS einer für die SekI anerkannten Waldorfschule müssen als Oberstufenschüler eine Externenprüfung vor einer staatlichen Prüfungskommission ablegen, um die AHR zuerkannt zu bekommen.

    Alternative hierzu ist der Wechsel nach der ZP in der 10. Klasse von der Waldorfschule zur GOSt einer staatlichen Schule.
  7. #126

    Also !

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Nicht jede Waldorfschule ist eine staatlich anerkannte SekI+II-Schule, die als Ersatzschule Prüfungen abnehmen kann.

    Selbst die SuS einer für die SekI anerkannten Waldorfschule müssen als Oberstufenschüler eine Externenprüfung vor einer staatlichen Prüfungskommission ablegen, um die AHR zuerkannt zu bekommen.

    Alternative hierzu ist der Wechsel nach der ZP in der 10. Klasse von der Waldorfschule zur GOSt einer staatlichen Schule.
    Ich empfehle Ihnen verehrter Forist, zunächst einmal die "Vereinbarung über die Durchführung der Abiturprüfung für Schülerinnen und Schüler an Waldorfschulen" Bechluss der KMK vom 21.02.1980 i.d.F. vom 01.10.2010.

    Für Bremen und Niedersachsen gilt das, was in dieser Vereinbarung steht ! Hier werden die Prüfungen von einer gemischten Prüfungskommision abgenommen. Und ich denke für die übrigen Bundesländer auch, da es sich um einen Beschluss der KMK handelt und die beschließt bekanntlich bundesweit, wenn sie was beschließt.
  8. #127

    Tja, Don Carlos,

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Es wird Zeit für ein Bundeskultusministerium !

    Was die Einschätzung des Waldorfabschlusses angeht wäre ich vorsichtig ! Um Ihnen nur zwei bekannte Waldorfschüler zu nennen: Heiner Lautenbach und Sandra .....
    bin selbst Ex-Waldi (5 Jahre), aber mit der Erfahrung und der von 4 weiteren Schulen, muss ich sagen, dass ich mein Kind nicht auf die Waldorfschule schicken würde. Theater haben wir in der Tat viel geprobt, Metalltreiben, Feldmessen oder Gartenbau gehörte ebenso zum Curriculum, aber das kann man auch als Hobby betreiben.
  9. #128

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Und noch etwas: Ein Abiturzeugnis ist ein Abiturzeugnis. Sie können damit an einer Hochschule studieren, da gibt es keine Abstufungen.
    Bitte auf sprachliche Korrektheit achten: Sie dürfen damit an jeder Hochschule studieren.
  10. #129

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Und noch etwas: Ein Abiturzeugnis ist ein Abiturzeugnis. Sie können damit an einer Hochschule studieren, da gibt es keine Abstufungen.
    Aber natürlich gibt es Abstufungen. An eine Musik- oder Kunsthochschule etwa kommen Sie nur mit Eingangsprüfungen. (Ggf. dann aber auch ohne Abi - mir ist der Fall eines Musikstudenten bekannt, der schon in Teilzeit studierte, während er noch an seinem Abi werkelte.)
    An etlichen Universitäten (möglicherweise an allen, das weiß ich nur nicht) müssen Sie für das Fach Sport eine Eignungsprüfung ablegen. Auch in vielen sprachlichen Fächern wird mittlerweile eine solche verlangt.

    Dass das in Natur- und Ingenieurswissenschaften m. W. nicht so ist, kann ich mir nur so erklären, dass man lange Zeit davon ausgehen konnte, dass sich für diese Fächer fast nur solche interessierten, die auch über das erforderliche geistige Rüstzeug verfügten (während man beispielsweise in Musik diejenigen, die meinten, ein bisschen herumklimpern zu können, reiche aus, erst eines Besseren belehren musste).

    Früher oder später werden aber auch diese Fächer nicht darum herum kommen, Eignungsprüfungen vorzuschalten - je nachdrücklicher man Schülern klarmacht, dass persönliche Vorlieben und Begabungen bei der Studienwahl keine Rolle spielen dürften, sondern dass sie stattdessen auf den künftigen Jobmarkt schauen sollten, desto mehr ungeeignete Studenten wird es geben.

    Dann hat das Abitur weitestgehend ausgedient. Was wird passieren? Man schaltet vor das Fachstudium eine Art Orientierungsphase, die Studierfähigkeit herstellen soll. Dann sind die Leutchen wieder 6 statt 4 Jahre an der Uni, aber das ist ja egal - Hauptsache, die Studienzeit ist verkürzt worden, und nur das zählt.

    (Alternativ kann man die Orientierungphase - z. B. Mathematik für angehende Naturwissenschaftler und Ingenieure - ja auch an Privatinstitute auslagern, die dann ein schönes Geld mit Studienvorbereitungskursen verdienen können. HURRA!)


TOP



TOP