Forum


 

Privatschulen - teure Abzocke oder echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?

Der Schulbesuch ist in Deutschland für die Schüler kostenlos. Die öffentlichen Schulen erfüllten ihren Auftrag über lange Zeit ohne Tadel, bis die Pisa-Tests der Zufriedenheit einen Dämpfer verpassten. Manche Eltern suchten nach besseren Möglichkeiten. Aber sind die teuren Privatschulen eine echte Alternative zum öffentlichen Schulsystem?
  1. #100

    Das kann man nicht verallgemeinern !

    Zitat von ich_möchtegern Beitrag anzeigen
    Ich war nie auf einer in oder auf einer Privatschule und kann mir kein Urteil darüber erlauben, nur möchte ich geschichtlich darauf hinweisen, dass die Privatschulen durchaus einen Sinn erfüllen sollten: Nach dem Krieg sollte verhindert werden, dass eine "Bildungsquelle" (Eltern, Schule,...) zu viel Einfluss auf ein Individuum nehmen kann. Deswegen sollten Eltern die Möglichkeit haben ihre Kinder auch auf eine nicht staatlich finazierte Schule zu schicken. Ein mMn sehr sympathischer Ansatz. Schade ist nur, dass sich die Privatschulen (wie man hört) zu Eliteschulen entwickeln.
    Es gibt teure Privatschulen, mit angeschlossenem Internat, die man mit Fug und Recht als Eliteschulen, also als elitär bezeichnen kann und muss. Aber es gibt auch andere Privatschulen, die schon von ihren Kosten her einem breiteren Kreis zugänglich sind und die keine Eliten heranbilden. Ihr Erfolg begründet sich darin, dass sie ihre Schüler mit anderen Methoden unterrichten und andere Schwerpunkte im Unterricht haben. Und das sie sich mehr den Kindern zuwenden.
  2. #101

    Nein, nicht so einfach

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Es gibt teure Privatschulen, mit angeschlossenem Internat, die man mit Fug und Recht als Eliteschulen, also als elitär bezeichnen kann und muss. Aber es gibt auch andere Privatschulen, die schon von ihren Kosten her einem breiteren Kreis zugänglich sind und die keine Eliten heranbilden. Ihr Erfolg begründet sich darin, dass sie ihre Schüler mit anderen Methoden unterrichten und andere Schwerpunkte im Unterricht haben. Und das sie sich mehr den Kindern zuwenden.
    Nein, diese Schulen - zumeist Ersatzschulen - können auch nur mit Wasser kochen. Deren Personal kann auch nicht über Wasser gehen und hat im regelfall die gleiche Ausbildung wie alle anderen lehrer auch. Es sind auch nicht die besonderen Unterrichtsmethoden oder herausragende Schulprogramme, die diese nicht-staatlichen Schulen zu einer höheren Attraktivität verhelfen. Der Vorteil dieser Schule besteht einzig und allein darin, dass sie sich ihre Schülerschaft handverlesen aussuchen können und somit einen sehr wirkungsvollen hebel in der Hand halten, die Erziehungsbeechtigten zur Mitwirkung anzuhalten.
  3. #102

    Korrekt

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Nein, diese Schulen - zumeist Ersatzschulen - können auch nur mit Wasser kochen. Deren Personal kann auch nicht über Wasser gehen und hat im regelfall die gleiche Ausbildung wie alle anderen lehrer auch. Es sind auch nicht die besonderen Unterrichtsmethoden oder herausragende Schulprogramme, die diese nicht-staatlichen Schulen zu einer höheren Attraktivität verhelfen. Der Vorteil dieser Schule besteht einzig und allein darin, dass sie sich ihre Schülerschaft handverlesen aussuchen können und somit einen sehr wirkungsvollen hebel in der Hand halten, die Erziehungsbeechtigten zur Mitwirkung anzuhalten.
    Ich arbeite an einer solchen Schule und kann alles, was Sie sagen, nur bestätigen.

    Einzig das mit dem "Handverlesen" der Schüler ist in Zeiten sinkender Schülerzahlen nicht mehr (ganz) richtig. Da müssen auch Kinder aufgenommen werden, die eindeutig keine Gymnasialempfehlung haben.

    Für die beginnt nach kurzer Zeit am Gym dann der Frust, wenn die ersten Arbeiten 4 oder gar 5 sind, und wenn ab der 6. Klasse die zweite Fremdsprache erlernt werden muss. Da brechen sie unter den Anforderungen dann ein. Im allgemeinen stimmen nämlich die Gutachten der Grundschullehrer (m/W) fast 100%. Die Kollegen (m/w) dort haben einen guten Blick für die Fähigkeiten der Kinder.

    Und die vielgepriesene "individuelle Förderung" existiert doch nur auf dem Papier. Dafür haben auch die Schulen in privater Trägerschaft nicht das Geld und das Personal, da sie zu 94 % vom Land (hier NRW) refinanziert werden.
  4. #103

    Defätismus

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Und die vielgepriesene "individuelle Förderung" existiert doch nur auf dem Papier. Dafür haben auch die Schulen in privater Trägerschaft nicht das Geld und das Personal, da sie zu 94 % vom Land (hier NRW) refinanziert werden.
    Die individuelle Förderung klappt auch an den Ersatzschulen genauso gut wie an den staatlichen.

    Papa oder Mama nehmen ganz individuell Mittel aus dem privaten Portfolio und finanzieren dem Kind die benötigte nachhilfe; individueller geht's doch gar nicht mehr.

    Die entsprechende Plebs-Variante wird als Bildungspaket verkauft.

    Wo sollen Schulen Lehrerstunden für individuelle Förderung hernehmen, wenn sie nicht einmal die Soll-Stundentafel abdecken können? Bei einer Personalausstattung zwischen 90% und 95% - wohl gemerkt ohne Krankheitsausfälle - fallen eben strukturell ca. 7% des Unterrichtes aus. Kommen dann noch einmal, wie in jedem Unternehmen, so um die 4% Krankheitsausfälle dazu, dann fallen um die 10% der Unterrichtsstunden gegenüber der maximalen Sollstundenzahl aus. Das ist dann persönliches Pech und geht ganz individuell zu Lasten der Betroffenen. Jede Änderung dieser Situation ist also als individuelle Förderung zu verstehen.

    Neueinstellungen sind also individuelle Förderungen.
  5. #104

    Individuelle Förderng neu denken

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Papa oder Mama nehmen ganz individuell Mittel aus dem privaten Portfolio und finanzieren dem Kind die benötigte nachhilfe; individueller geht's doch gar nicht mehr.

    Die entsprechende Plebs-Variante wird als Bildungspaket verkauft.

    Wo sollen Schulen Lehrerstunden für individuelle Förderung hernehmen, wenn sie nicht einmal die Soll-Stundentafel abdecken können? Bei einer Personalausstattung zwischen 90% und 95% - wohl gemerkt ohne Krankheitsausfälle - fallen eben strukturell ca. 7% des Unterrichtes aus. Kommen dann noch einmal, wie in jedem Unternehmen, so um die 4% Krankheitsausfälle dazu, dann fallen um die 10% der Unterrichtsstunden gegenüber der maximalen Sollstundenzahl aus. Das ist dann persönliches Pech und geht ganz individuell zu Lasten der Betroffenen. Jede Änderung dieser Situation ist also als individuelle Förderung zu verstehen.

    Neueinstellungen sind also individuelle Förderungen.
    Sie müssen der Autor des revolutionären Buches
    "Individuelle Förderung neu denken" sein!

    Haben Sie Frau Löhrmann schon ein handsigniertes Exemplar zukommen lassen?
  6. #105

    Schreiben?

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Sie müssen der Autor des revolutionären Buches
    "Individuelle Förderung neu denken" sein!

    Haben Sie Frau Löhrmann schon ein handsigniertes Exemplar zukommen lassen?
    Bei meiner Einstellung urde nur das Zweite Staatsexamen verlangt, Lese- und Rechtschreibkenntnisse waren also gar nicht Bestandteil der Einstellungsbedingungen.

    Ich kann also gar nicht schreiben und mit E11 fehlt es auch an Mitteln für einen Ghostwriter ...
  7. #106

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Bei meiner Einstellung urde nur das Zweite Staatsexamen verlangt, Lese- und Rechtschreibkenntnisse waren also gar nicht Bestandteil der Einstellungsbedingungen.

    Ich kann also gar nicht schreiben und mit E11 fehlt es auch an Mitteln für einen Ghostwriter ...
    Heute macht man das mit Copy & paste.
    Schauen Sie hier:
    InKö Projekt
    Die Skripten dürften eine wahre Fundgrube sein.
  8. #107

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Heute macht man das mit Copy & paste.
    Schauen Sie hier:
    InKö Projekt
    Die Skripten dürften eine wahre Fundgrube sein.
    Eine Promotion in "copy&paste" braucht man nur auf Bundesebene, um z.B. ein Verteidigungsministerium führen zu können.

    Außerhalb der B-Besoldung und ohne Kompetenzen, also mit Eignung und Befähigung muss man sich "vor Kreide" zwar auch verteidigen, es reicht aber, wenn der Rechtsanwalt der klageführenden Eltern promoviert wurde.

    Folglich habe ich auch meine diversen Diplom- und Staatsarbeiten immer individuell geklöppelt, irgendwer muss ja auch die Vorlagen für C&Per liefern.

    Die von Ihnen angeführten Skripte übertreffen allerdings die von Kaupern gelieferte Heißluftmenge beträchtlich. Vielleicht sollten Sie diese "Heißluftproduzenten" besser TKS zur Kostenreduzierung im Hochofenbereich andienen.
  9. #108

    Letzte Woche saß ich als Schulelternvertreterin in einer Konferenz, in der es um diese copy & paste- Geschichte ging.
    Die Fachlehrerin für Naturwissenschaften an der integrierten Gesamtschule meiner Mittleren ist erklärte Gegnerin dieses Verfahrens, sagt ihren Schülern das immer wieder- und findet auch alles. Man braucht es bei ihr eigentlich gar nicht erst versuchen...auch so nette Versuche wie "wir tauschen zwei Wörter auf einer DinA4-Seite aus, dann ist es nicht mehr abgeschrieben" sind sinnlos.
    Dafür ist sie bekannt. Seit Jahren, soweit ich weiß.
    Alle Schüler schreiben ab Klasse 7 einmal im Jahr Themenarbeiten in Eigenarbeit zu einem selbstgewählten Thema aus einem bestimmten naturwissenschaftlichen Bereich. Bis zur Themenarbeit in Klasse 10, deren Bewertung 60% der Zeugnisnote - die abschlußrelevant ist- ausmacht, gibt es also genügend Übungsmöglichkeiten.

    Aber man kann es nicht verstehen, ich zumindest nicht, es gibt immer wieder SChüler, die nach dem Motto "ich muß die Beule aber unbedingt am Kopf haben" verfahren und die komplette Arbeit aus dem Internet ziehen. So auch dieses Jahr. Dieser Knabe gab sich nicht mal Mühe, wenigstens ein bißchen Vertuschungsarbeit zu leisten- der gesamte Text stammte 1 : 1 aus dem Internet. Er kassierte folgerichtig eine glatte 6.
    Seine Eltern sehen das allerdings anders. Er habe sich ja schließlich mit dem Stoff beschäftigt - nach seinem eigenen Bekunden 20 Minuten- und überhaupt- wofür sei das Internet denn sonst gut? Und - man könne dem Knaben doch keine 6 geben, das ergäbe - bei ansonsten wirklich guten Leistungen - wohl eine 4 und damit sei der erw. Sek. I in Gefahr, sprich: ohne Umweg wirds nix mit dem Abitur.

    Drei Stunden lang ging es hin- und her...aber ich denke, die Eltern werden den weiteren Rechtsweg beschreiten. Ob das nun unbedingt pädagogisch wertvoll ist, lasse ich mal dahingestellt.....
  10. #109

    Schöne neue Schulwelt

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Heute macht man das mit Copy & paste.
    Schauen Sie hier:
    InKö Projekt
    Die Skripten dürften eine wahre Fundgrube sein.
    Vielen, vielen Dank !

    Durch Ihren Link bin ich nach kurzem Surfen hier

    Download Methodenpool

    angelangt und damit zu einer wahren Fundgrube an Methoden gekommen, bei denen ich sicher bin, dass keiner der hier so umtriebigen Fans der neuen Lehr-/Lernformen sie alle kennt.

    Allein das hier

    http://methodenpool.uni-koeln.de/dow...enticeship.pdf

    ist schon vom Titel her verlockend.

    "O brave new world that has such teachers in it. Let's start at once."


TOP



TOP