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Mathematik - wie wichtig ist Kopfrechnen?

Ehemals eine Säule des Mathematik-Unterrrichts an Schulen, heute leicht ins Gerede gekommen: Kopfrechnen halten manche Befürworter des Taschenrechner-Gebrauchs
für verzichtbar im Unterrricht. Aber wie verzichtbar sind solche Fertigkeiten im Alltagsleben? Überhaupt: Wie wichtig ist Kopfrechnen für die Mathematik?
  1. #1350

    Zitat von solutioner Beitrag anzeigen
    Das liegt eher daran das Ausbildungsbetriebe keine Zeugnisse
    der Bewerber ansehen dürfen.
    Meines Wissens gehört bei der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle das aktuelle und gegebenenfalls das Zeugnis des Halbjahres davor zu den Bewerbungsunterlagen.
  2. #1351

    Realitätsferne

    Zitat von Pens Beitrag anzeigen
    "sondern ist eher ein hausgemachtes Problem der Schule und der dafür Verantwortlichen."
    Na dann eben in erster Linie der für Schule Verantwortlichen- wobei ich nicht ganz zu glauben vermag, dass [b]in[b/] der Schule ausschließlich Pragmatiker beschäftigt sind. Meines Wissens und Erfahrung zufolge gibt es in der Institution durchaus genügend pädagogische Wolkenkuckucksheimer.
    Nee, die Pragmatiker, die Realisten, die Idealisten und die ehemaligen Idealisten also die Desillusionierten sind an den Schulen. Die Theoretiker und Utopisten sowie die Ideologen arbeiten doch nicht "vor Kreide", das ist unter deren Niveau. Die sitzen nämlich in der Lehrerfortbildung, den Qaualitätsagenturen, den Studienseminaren, den Landesinstituten für Schule bzw. Landesschulämtern, bei den Gewerkschaften und Verbänden sowie an den pädagogischen Instituten der Hochschulen. Das Problem ist, dass die "Weggelobten" somit die Vorgaben erarbeiten, die sie selbst nicht einmal umsetzen müssen - geschweige denn könnten.
  3. #1352

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Nee, die Pragmatiker, die Realisten, die Idealisten und die ehemaligen Idealisten also die Desillusionierten sind an den Schulen. Die Theoretiker und Utopisten sowie die Ideologen arbeiten doch nicht "vor Kreide", das ist unter deren Niveau. Die sitzen nämlich in der Lehrerfortbildung, den Qaualitätsagenturen, den Studienseminaren, den Landesinstituten für Schule bzw. Landesschulämtern, bei den Gewerkschaften und Verbänden sowie an den pädagogischen Instituten der Hochschulen. Das Problem ist, dass die "Weggelobten" somit die Vorgaben erarbeiten, die sie selbst nicht einmal umsetzen müssen - geschweige denn könnten.
    Sehen Sie, vielleicht ist das Folgende ja auch nur ein nicht verallgemeinerbares Einzelbeispiel:
    Ich hatte in den 90igern das "Glück" aus nächster Nähe den "burlesken" Betrieb an einer Gesamtschule in seiner ganzen Slapstickhaftigkeit beobachten zu dürfen.
    Die tägliche Vorstellung begann damit, dass die Schüler zum Unterrichtsbeginn um die Lehrer im Klassenraum Nachlaufen spielten, während Letztere mit erhobenem Arm als Ruhezeichen denkmalgleich mindestens 5 Minuten ausharren mussten, bevor ihnen der Arm lahm wurde oder jemand geruhte, ihre Anwesenheit zur Kenntnis zu nehmen.
    Die Vorführung endete noch lange nicht damit, dass der Technik- oder Werklehrer im Schneidersitz auf der Werkbank meditierte (sah jedenfalls so aus), während die Schüler mit Feilen und Raspeln auf dem Rasen, auf den sie kletternd durch die Fenster gelangten, heiße Fechtkämpfe veranstalteten, wobei die Feilen gerne zu Bruch gingen.
    Da Kolumbusjahr war, (1992)baute man auf dem Schulrasen (fast alle Klassen)aus Tannengrün Wigwams, mehrere Wochen lang, täglich mehrere Stunden.
    Gelegentlich beschwerten sich die Anwohner über unerträglichen (dauernden) Lärm. Man bedeutete ihnen, dass sie erstens kinderfeindlich seien und zweitens es zum pädagogischen Auftrag gehöre, den Kindern und Jugendlichen dann Pausenzeiten zu gewähren, wenn sie diese brauchten, feste Pausenzeiten seien nicht zeitgemäß-und-und- und.

    Ich erinnere mich gern an die täglichen kostenlosen Theatervorstellungen, die vielleicht nicht generalisierbar sind. Aber erzählen Sie mir bitte nicht, dass für die burlesken Komödien ausschließlich "Theoretiker und Utopisten" außerhalb der Schule verantwortlich seien.
  4. #1353

    Eine lustige Geschichte ...

    Zitat von Pens Beitrag anzeigen
    Ich hatte in den 90igern das "Glück" aus nächster Nähe den "burlesken" Betrieb an einer Gesamtschule in seiner ganzen Slapstickhaftigkeit beobachten zu dürfen.
    ... die ich nicht in Frage stellen will. Spannend ist nun eine Beurteilung im Hinblick auf gesellschaftliche Interessen.

    1. Erhalten die Dompteure Schmerzensgeld und muss ihnen die Gesellschaft dankbar sein für die Bewachung von Raubtieren? Und ist die heutige Ganztagsschule ein Qualitätsschub bezüglich des Bewegens im öffentlichen Raum?
    2. Sind die sogenannten Lehrer als linksalternative Spinner selbst schuld?

    Und natürlich bleibt auch die Frage, ob es heute besser ist, wenn ich fast ausschließlich fleißige Mädchen am Gymnasium sehe, die nicht auf die Idee kommen zu toben oder zu fechten und die Feile nur noch im Nageletui kennen?
    Und muss ich zufrieden sein, wenn ich keine Autoritätsprobleme habe, weil das dominierende Gefühl die
    Furcht vor Verharzung ist?
    Ich bin unsicher.
  5. #1354

    Zitat von PeterShaw Beitrag anzeigen
    Und natürlich bleibt auch die Frage, ob es heute besser ist, wenn ich fast ausschließlich fleißige Mädchen am Gymnasium sehe, die nicht auf die Idee kommen zu toben oder zu fechten und die Feile nur noch im Nageletui kennen?
    Nein sicher nicht, weil die "Wahrheit" vermutlich irgendwo in der Mitte liegt. Fleißige Mädchen am Gymnasium sind die andere Seite der Medaille. Und ich frage mich höchstens, wieso die Schulen in früheren Jahrzehnten offensichtlich ohne die beiden von Ihnen und mir wahrgenommenen extremen Gegensätzlichkeiten auskamen.
    Beide Extreme werden auch (nicht nur) innerhalb der Schule erzeugt- nicht nur von ein paar linksalternativen Spinnern und von außerhalb der Schule sitzenden Theoretikern.
    Meiner Erfahrung nach gibt es mehr als genug Lehrer, die aus Überzeugung oder zur Erhöhung der Gleitfähigkeit auf dem Weg zur Beförderung die erwähnten Tendenzen stützen.
  6. #1355

    Möglich!

    Zitat von Pens Beitrag anzeigen
    Meiner Erfahrung nach gibt es mehr als genug Lehrer, die aus Überzeugung oder zur Erhöhung der Gleitfähigkeit auf dem Weg zur Beförderung die erwähnten Tendenzen stützen.
    Die erwähnten Tendenzen ließen sich bei den sogenannten 68ern feststellen. Diese verdienten Kollegen sind heute aber so bürgerlich wie die BW-Grünen - und genießen die Altersteilzeit. Allerdings konnte ich auch nie nachvollziehen, wie man einerseits die GEW-Ideologie herunterbeten und andererseits am bösen Gymnasium unterrichten kann - und für die eigenen Kinder war merkwürdigerweise auch keine geeignete Gesamtschule zu finden.
    Bei den "nachwachsenden" Kollegen sehe ich fast ausschließlich pragmatisch orientierte Menschenfreunde, bei denen die Sachebene nicht zu kurz kommt. Eine Sonderrolle spielen die Seiten- und Quereinsteiger, von denen viele nicht lange bleiben - und andere aber sich gut einfinden.
  7. #1356

    Keiner

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Nee, der ganze zeitraubende Schwachfug, hier 'ne Besichtigung, da 'nen Unterrichtsgang, da 'nen Projekt mit außerschulischen Partnern und noch 'nen Sozial-, 'nen wetbewerb, Kommunikations und weiß-der-geier-Training ist nicht auf den Mist der Schulen gewachsen, da haben Politik und Lobby-Verbände schon ihren anteil dran, der nicht unterschätzt werden kann.

    Sie haben völlig Recht. Manche Schule hat inzwischen eher den Charakter eine Event-Agentur oder eines Reisebüros.

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Ebenso sind die Stundenkürzungen in Hauptfächern keine Entscheidungen von Schhulen, Mathe vierstündig im 10. Schuljahr geht vielleicht noch,
    Nein, das geht NICHT ! Bei uns am Gymnasium (in NRW) ist es aber noch viel schlimmer:

    Mathe Klasse 5 bis 8 nur vierstündig.
    In Klasse 9 nur noch dreistündig.
    Und gleiches gilt auch für die Klasse 10, die als sogenannte "Einführungsphase" (EF) jetzt zur Sek II zählt:
    Da ist der Unterricht in Mathe, Deutsch und Englisch in den sogenannten Grund-Kursen per se nur dreistündig.


    Bei diesen Stundenzahlen KANN man den Kindern (vor allem den Schwächeren und besonders in Mathematik ) nicht mehr die Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, die sie später in der Oberstufe benötigen.

    Höchstens noch "Kompetenzen" :-(

    Gestern in meinem Physik Grundkurs in der Stufe EF:

    2*(s - v*t) = 2s - 2v * 2t = 2s - 4vt.

    Das ist die konsequenteste Anwendung des Distributivgesetzes - auch auf ein Produkt.

    Mit mehr Übungen (also mehr Stunden) in den Klassen 5,6 und 7 und mit mehr Gefühl für Zahlen durch Kopfrechnen wäre so etwas vermeidbar.

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Eine Stundentafel von 28 Wochenstunden im 8. Jahrgang an einer Ganztagsschule ist doch eher ein Witz oder aber die geplante Einführung der 4-Tage-Woche für Schüler.
    WIE BITTE ??? 4 Tage Woche ??????

    Was soll das in NRW werden ???
    Wo ist das geplant ???
    Wann soll das umgesetzt werden ???
    Wo kann man das nachlesen ???
    Habe ich den Schuss nicht gehört ???

    Bitte erhellen Sie mich .
  8. #1357

    Zitat von PeterShaw Beitrag anzeigen
    Die erwähnten Tendenzen ließen sich bei den sogenannten 68ern feststellen.

    Bei den "nachwachsenden" Kollegen sehe ich fast ausschließlich pragmatisch orientierte Menschenfreunde, bei denen die Sachebene nicht zu kurz kommt.
    Woran ich zweifle, weil in meinem Bekanntenkreis genügend Eltern sind, die ihre Kinder schon mal fragen lassen, wann den der (ältere) Herr xy wieder gesund sei.
    Warum? Weil es dann wieder richtigen Unterricht gebe statt Pillpalle.
  9. #1358

    Jein!

    Zitat von Pens Beitrag anzeigen
    Woran ich zweifle, weil in meinem Bekanntenkreis genügend Eltern sind, die ihre Kinder schon mal fragen lassen, wann den der (ältere) Herr xy wieder gesund sei.
    Warum? Weil es dann wieder richtigen Unterricht gebe statt Pillpalle.
    Alle Referendare, die ich kenne, beginnen nach dem Referendariat mit vernünftigem Unterricht - vorher sind sie leider den Fachleitern ausgeliefert.
  10. #1359

    ach nee

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen

    WIE BITTE ??? 4 Tage Woche ??????

    Was soll das in NRW werden ???
    Wo ist das geplant ???
    Wann soll das umgesetzt werden ???
    Wo kann man das nachlesen ???
    Habe ich den Schuss nicht gehört ???

    Bitte erhellen Sie mich .
    Nee, noch keine konkrete planung, aber wenn ich die Stundentafel so mancher 8-Klässler sehe, dann kommen mir meine 25,5 Wochenstunden verdammt viel vor.

    Ist doch kein Wunder, wenn der gemeine Schüler schlussfolgert, für das bischen Unterricht (3-4 Std. am tag) verlass ich doch mein muckeliges Bett nicht. Der Aufwand lohnt sich nicht wirklich. Damit die Zeugnisse am Ende eines Schuljahres nicht so leer aussehen, wird natürlich kräftig epochal unterrichtet. So schlägt das Fach (z.B. Physik), das mit 2 Wochestunden ganzjährig in der Stundentafel verankert ist, nur mit 1 WS durch. Das spart Lehrerstunden. Im zweiten Halbjahr steht dann Chemie epochal an, und sihe da, auf dem Zeugnis am Ende des Schuljahres tauchen Ch und Ph auf. das ist wie die Speisung der 10.000 bei der Hochzeit zu Kanaan. Wunder gibt es immer wieder ...


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