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Lernen - Mehr Disziplin in der Schule?

Seit den schlechten Pisa-Zeugnissen für deutsche Schüler wird nicht nur Inhalte, sondern auch über Formen der Bildungsvermittlung diskutiert. Mehr Disziplin und Druck wie in asiatischen Ländern fordern manche Kritiker. Mehr Zuwendung und differenzierte Förderung wie etwa in Skandinavien lautet für andere die Lösung. Ist die "Kuschel-Pädagogik" wirklich am deutschen Bildungs-Dilemma Schuld? Oder liegt die Lösung der Pisa-Probleme ganz woanders?
  1. #1

    Sagen wir es so: Wenn Schüler Lehrer maximal als gleichberechtigt, im Regelfall aber als unterlegen betrachten, wird sich an unserer Schulsituation nichts ändern. Ich habe es selbst von 91-94 erlebt, wie sich die Lehrer gegen einen Haufen von 15jährigen nicht durchsetzen konnten, während die alles gemacht haben, nur nicht dem Unterricht zu folgen. Lehrer sind heutzutage keine anerkannte Autorität mehr und im Zweifelsfal stehen die Eltern auf Seiten der Schüler und die Lehrer mit dem Rücken an der Wand (wartend auf den Erschießungsbefehl).

    Vllt. wäre ein erster winziger Schritt, dass die Schüler Lehrer nicht mehr mit dem Vornamen anreden.

    Ansonsten empfehle ich das finnische (vulgo: DDR-) Modell. Denn ich will aus der Schule zwar gebildete Schüler entlassen, aber keine gedrillten Soldaten in Zivil.
  2. #2

    Abi 98: Bei und wurde kein Lehrer geduzt...Und ich komme aus Hessen, also einem Land, was damals eine SPD-Regierung hatte..Es mag zwar sein, dass die beschriebenen Zustaende an Deutschlands Schulen gibt, aber das trifft dann wohl eher auf die Haupt-und Realschulen zu.
    Gleichwohl stimme ich zu, dass die Lehrer mehr vor den Eltern geschuetzt werden muessen. Aber das Thema Bildung und PISA ist aus meiner Sicht zu komplex um es als Disziplinfrage anzusehen.
  3. #3

    Zitat von sandmann
    Abi 98: Bei und wurde kein Lehrer geduzt...Und ich komme aus Hessen, also einem Land, was damals eine SPD-Regierung hatte..Es mag zwar sein, dass die beschriebenen Zustaende an Deutschlands Schulen gibt, aber das trifft dann wohl eher auf die Haupt-und Realschulen zu.
    Gleichwohl stimme ich zu, dass die Lehrer mehr vor den Eltern geschuetzt werden muessen. Aber das Thema Bildung und PISA ist aus meiner Sicht zu komplex um es als Disziplinfrage anzusehen.
    Abi 97, große Koalition in Berlin.

    Auf dem Gym hat es sich tatsächlich relativiert, aber auch dort waren Lehrer nicht so respektiert (auch nicht von mir) wie sie es auch meiner (heutigen) Sicht sein müssten.
  4. #4

    Es fängt doch bei den Lehrern an. In 13 Jahren schule habe ich nur 3 kompetente Lehrer kennen gelernt. Der Großteil der Lehrer ist ein Sauhaufen. Es mangelt überwiegend an professioneller unterrichtsvorbereitung aufgrund Faulheit und Unkompetenz.
    Der ganze nebenschulische projektquark sollte aufgegeben werden, zumindest bis der Primärzweck der schule ordentlich erfüllt wird. Diese ganzen Projekte und außerschulischen veranstaltungen werden von den lehrern als vorrangige vergrnügungsbeschäftigung genutzt, kein wunder dass keine zeit für die unterrichtsvorbereitung bleibt, denn wer arbeitet schon gerne, wenn es doch so viel anderes zu tun gibt? Durch den Beamtenstatus ist die Faulheit grenzenlos geschützt, nicht zu vergessen: das Übermaß an Urlaub.
    Auch das generelle Arbeitsverständis der Lehrer ist ein Witz. Das ist doch wie im Kindergarten, wenn man sich weigert Unterricht zu halten wegen Lautstärke und sonstigem zeug. Wäre doch mal interessant, wenn ein Arzt nicht behandelt, da es ihm zu laut ist..dann wäre das geschrei groß.
    Außerdem, wieso soll man überhaupt noch in die schule gehen,wenn nur das vorgeplappert wird, was wörtlich im lehrbuch steht, dazu braucht man keine Lehrer. Das kann man in gemütlicher Ruhe daheim lesen.
    Schädigend wirkt zusätzlich das oberlehrerhafte besserwissende Auftreten der Lehrer, ohne jegliches verständis für konstuktive, objektiv-gerechte Kritik.
    Dabei muss besonders das Selbstverständis des Direktors hervorgehoben werden, der sie sich wohl als Reiseleiter versteht und all mögliche banale, ja schon schwachsinnige, durchsagen macht - natürlich während der Unterrichtszeit - das ganze trägt so zur kollektiven volksbelustigung bei, dass eventuelle aufmerksamkeit und konzentration gänzlich verschwinden
    Übrigens, man darf sich nicht wundern, dass die lehrer so inkompetent - ja dumm - sind, das ist ganz üblich. Die lehrerschaft rekrutiert sich überwiegnd aus Versagern, die den Lehrerberuf als letzte Chance sehen, weil sie anderes nicht geschafft haben:"na, dann werd ich halt lehrer". der Studiengang fürs lehramt ist mit sicherheit der billigste. Wenn man auch so geringe anforderungen an die lehrer stellt, kann natürlich auch nicht viel von ihnen erwarten und braucht sich nicht zu wundern.

    Das ganze Geld was für PCs an den scnulen ausgegeben wird sollte man sich sparen, denn erstens wird das sowieso nicht genutzt und zweitens sollte man a) erstmal gescheite tafeln kaufen und b) besserbezahlte u. kompetente lehrer einstellen. Die Anschaffungen dienen doch nur dem Werbeeffekt der schule am tag der offenen tür, danach sieht es sowieso wieder ganz anders aus.
  5. #5

    Freiwillig lernen lassen

    Ich denke, dass es ein Grundbedürfnis jedes Menschen ist, sein Wissen so viel wie möglich mit Neuem zu erweitern. Dazu gibt es ja ein Gefühl der "Neu-gierde". Schliesslich lernt ein Kleinkind auch Laufen und Sprechen, ohne dass ich ihm mit Sitzenbleiben drohen muss.

    Also sollte das Ziel sein, dieses natürliche Bedürfnis zu erhalten bzw. noch weiter zu fördern. Das Bild vom faulen Schüler, der sich ausschließlich um den Unterricht drücken will, ist da völlig fehl am Platze und mit ihr die Hau-Drauf-Disziplin-Rhetorik Mancher, die in Schülern nicht mehr, als ihre zukünftigen Rentenzahler sehen.

    Die Lehrer sind mit Sicherheit die Buhmänner des heutigen Systems. Sie kriegen Kollegen gestrichen, also größere Klassen verordnet, und werden anschließend von den Schülern für diese Fehlentwicklung mit Desinteresse und Verachtung gestraft.
  6. #6

    Schule und Erziehung

    Disziplin ist wichtig und gehört in die Schule, nur kann und darf die Schule nicht die Erziehungsaufgabe der Eltern übernehmen.
    Wer Kinder in die Welt setzt, muss auch für die Erziehung sorgen. Dies ist nicht Aufgabe des Staates ( oder besser der Allgemeinheit). Der Staat hat dafür zu sorgen, dass Eltern Ihre Erziehungsaufgaben gerecht werden können.
  7. #7

    Zitat von sysop
    Seit den schlechten Pisa-Zeugnissen für deutsche Schüler wird nicht nur Inhalte, sondern auch über Formen der Bildungsvermittlung diskutiert. Mehr Disziplin und Druck wie in asiatischen Ländern fordern manche Kritiker. Mehr Zuwendung und differenzierte Förderung wie etwa in Skandinavien lautet für andere die Lösung. Ist die "Kuschel-Pädagogik" wirklich am deutschen Bildungs-Dilemma Schuld? Oder liegt die Lösung der Pisa-Probleme ganz woanders?
    Die Pisa-Problematik hat unendlich viele Ursachen:

    1.Zu große Schulen, mit zu großen Klassen

    2.Medien-Überflutung (Fernsehen, Internet)

    3.Falsche Strukturierung des Unterrichts

    3a. Wissensvermittlung und Wissensvertiefung sind nicht getrennt. Zu starre Vermittlung, zu wenig üben.

    3b. Dem Schüler wird nicht die Möglichkeit gegeben, sich den Stoff selber zu erarbeiten, die Erfolgserlebnisse fehlen, die Übersicht, das Ziel fehlen.

    4.Die Eltern geben keine Hilfe und kein Vorbild.

    5. ....
  8. #8

    Ich bin eine Engländerin und letztes Jahr hab ich English in einem Gymnasium in Hamburg unterrichtet. Zuerst muss ich sagen, dass in Vergleich zur Schüler in GB werden die deutschen Schüler diszipliniert genug. Aber es kommt nich darauf. Man hat recht, wenn man sagt, dass die Eltern immer auf die Seite der Schüler und es macht die Arbeit schwerer für die Lehrer. Deswegen haben die Lehrer in GB überhaupt keine Recht mehr, die Schüler zu kontrollieren. Ich hoffen nun, dass Deutschland nicht auf der selben Weg geht... Es wäre viel besser, wenn die Eltern eine gute Verhaltung mit den Lehrern haben und sie sich vertrauen.
  9. #9

    Große Persönlichkeiten wurden in ihrer Zeit als Spinner angesehen!

    Wenige bedeutende Wissenschaftler, Forscher und Enddecker hatten eine Eliteausbildung.
    Viele wurden zu Lebzeiten als Verrückte, Phantasten und Spinner angesehen.
    Der beste Lehrmeister ist das Leben selbst.








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