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Globales Einfach-Englisch: Der richtige Einstieg in die Sprache?

In Bayern wird derzeit eine neue Art der Fremdsprachenvermittlung erprobt. Statt Schulbuch-Englisch lernen die Zweitklässler eine stark vereinfachte Art der englichen Grammatik mit kleinem Wortschatz. Das Ziel ist es, sich überhaupt verständlich machen zu können sowie die Angst vor dem Sprechen zu überwinden. Was denken Sie, macht dieser neue Zugang zum Lernen einer Sprache Sinn?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Bayern wird derzeit eine neue Art der Fremdsprachenvermittlung erprobt. Statt Schulbuch-Englisch lernen die Zweitklässler eine stark vereinfachte Art der englichen Grammatik mit kleinem Wortschatz. Das Ziel ist es, sich überhaupt verständlich machen zu können sowie die Angst vor dem Sprechen zu überwinden. Was denken Sie, macht dieser neue Zugang zum Lernen einer Sprache Sinn?
    Schon interessant, während erwogen wird, dass türkischstämmige Kinder vielleicht erst Ihre Muttersprache erlernen sollten, will man bei einem zunehmenden Schwund des deutschen Sprachschatzes unter den Kindern und Jugendlichen, bei zunehmenden Problemen der Interpretation deutschsprachiger Texte, vom Mängeln in der Orthographie gar nicht zu reden, den Kindern ausgerechnet mit Pamper-English auf die Sprünge helfen.

    Es ist schon interessant, wie ausgerechnet die traditionell tüchtigen, bodenständigen und nüchternen Bayern im Zuge allgemeiner Dekadenz und allgemeinen Verfalls kräftig aufholen.
    Erinnert mich an die Sprachdidaktik eines "Opa Günta", der wohl auch mehr im Süden sein Unwesen treibt, wo es darum geht, Kinder vom Erlernen der Orthographie durch Opa Günnis grenzdebile Tollerei abzuhalten.

    Nun ja, man darf gespannt sein, was sich unsere "Sinnmacher" noch so alles ausdenken, man kann davon ausgehen, dass es nichts Sinnvolles sein wird.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Bayern wird derzeit eine neue Art der Fremdsprachenvermittlung erprobt. Statt Schulbuch-Englisch lernen die Zweitklässler eine stark vereinfachte Art der englichen Grammatik mit kleinem Wortschatz. Das Ziel ist es, sich überhaupt verständlich machen zu können sowie die Angst vor dem Sprechen zu überwinden. Was denken Sie, macht dieser neue Zugang zum Lernen einer Sprache Sinn?
    Gibt es dazu einen Artikel?

    So auf Anhieb verstehe ich die Aufregung nicht. Jeder Anfänger lernt zuerst eine vereinfachte Form der Sprache mit einem minimalen Wortschatz.
  3. #3

    Zitat von phi Beitrag anzeigen
    Gibt es dazu einen Artikel?

    So auf Anhieb verstehe ich die Aufregung nicht. Jeder Anfänger lernt zuerst eine vereinfachte Form der Sprache mit einem minimalen Wortschatz.
    Sie sagen es. Das is Alter Wein in neuen Schläuchen. Nur das diesmal ein paar Löcher drin sind ;).
  4. #4

    no woman no cry

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Bayern wird derzeit eine neue Art der Fremdsprachenvermittlung erprobt. Statt Schulbuch-Englisch lernen die Zweitklässler eine stark vereinfachte Art der englichen Grammatik mit kleinem Wortschatz. Das Ziel ist es, sich überhaupt verständlich machen zu können sowie die Angst vor dem Sprechen zu überwinden. Was denken Sie, macht dieser neue Zugang zum Lernen einer Sprache Sinn?
    Das gibts schon: pidgin - english!
    Bob Marley: "no woman no cry"
  5. #5

    Zitat von phi Beitrag anzeigen
    Gibt es dazu einen Artikel?

    So auf Anhieb verstehe ich die Aufregung nicht. Jeder Anfänger lernt zuerst eine vereinfachte Form der Sprache mit einem minimalen Wortschatz.
    Das hab ich mich auch gefragt. Wenn dieser Unterricht aber so aussieht, dass der Lehrer dieses Pidgin English vor den Schülern spricht, finde ich es nicht gut. Was soll das bringen? Gerade Zweitklässler dürften sowieso erheblich weniger Probleme mit der Erlernen einer Fremdsprache haben also z.B. Fünftklässler.
  6. #6

    Meiner Meinung nach sollten in der Grundschule andere Fächer vor Englisch Vorrang haben. Spielerisches Englischlernen ist sicherlich eine schöne Angelegenheit, die Kindern auch sehr viel Spaß machen kann, aber was bringt dieses denn, wenn dadurch andere wichtige Fächer wie Deutsch, Mathe und Sachkunde vernachlässigt werden?
    Außerdem ist es sicherlich hilfreich, wenn man vor dem Lernen der ersten Fremdsprache erst einmal die Muttersprache mündlich und schriftlich gut beherrscht.
  7. #7

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach sollten in der Grundschule andere Fächer vor Englisch Vorrang haben. Spielerisches Englischlernen ist sicherlich eine schöne Angelegenheit, die Kindern auch sehr viel Spaß machen kann, aber was bringt dieses denn, wenn dadurch andere wichtige Fächer wie Deutsch, Mathe und Sachkunde vernachlässigt werden?
    Außerdem ist es sicherlich hilfreich, wenn man vor dem Lernen der ersten Fremdsprache erst einmal die Muttersprache mündlich und schriftlich gut beherrscht.
    Richtig. Hinzu kommt ja heute das Problem, dass viele Kinder einfach nicht mehr still sitzen und sich konzentrieren können. Da hilft kein Ritalin, sondern statt Fernseh- und Computerspielekonsum das Spielen und Toben draußen an frischer Luft. Aber stattdessen schicken manche Eltern die Kinder zu diversen Frühsprachkursen, damit sie im "Konkurrenzkampf" besser bestehen.
  8. #8

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Außerdem ist es sicherlich hilfreich, wenn man vor dem Lernen der ersten Fremdsprache erst einmal die Muttersprache mündlich und schriftlich gut beherrscht.
    Schriftliches Beherrschen der Muttersprache ist völlig irrelevant für das Erlernen einer weiteren Sprache, und die mündliche Beherrschung der Muttersprache ist bei 7 bis 8 jährigen (2. Klasse) vollständig ausgeprägt. Solange die Kinder unter 10 Jahren sind (manche sagen auch Pubertät) fällt ihnen das Sprachenerlernen noch vergleichsweise leicht.

    Bin also auf jeden Fall für möglichst frühen Sprachunterricht, da man den Kindern einiges an Mühe später erspart. Aber der Input sollte dann schon korrekt sein, und nicht in irgendeiner Art "reduziert".
  9. #9

    Zitat von Taraxacum Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach sollten in der Grundschule andere Fächer vor Englisch Vorrang haben. Spielerisches Englischlernen ist sicherlich eine schöne Angelegenheit, die Kindern auch sehr viel Spaß machen kann, aber was bringt dieses denn, wenn dadurch andere wichtige Fächer wie Deutsch, Mathe und Sachkunde vernachlässigt werden?
    Außerdem ist es sicherlich hilfreich, wenn man vor dem Lernen der ersten Fremdsprache erst einmal die Muttersprache mündlich und schriftlich gut beherrscht.
    Kann ich 1:1 alles nur unterschreiben! Frage, die sich mir im Umgang mit Grundschulkindern (auch älteren) immer wieder stellt: wie kann ich den Kindern zu einem aktiveren Umgang mit der deutschen Sprache verhelfen. Die Kinder haben zum Beispiel ganz enorme Schwierigkeiten, aus einer sehr einfachen Textaufgabe im Rechnen (" Peter hat 3,50 Euro und bezahlt 0,80 Cent für das Obst") selbstständig eine sinnvolle Frage zu entwickeln, auch wenn man mit ihnen mit Geduld und Spucke zu einer Phantasiereise in den Supermarkt verhilft, tun Sie sich mit ihrer Muttersprache bereits sehr schwer.

    Der ganze Schickimicki an Grundschulenglisch ist nicht viel mehr wert als das, was man ein paar Jahre später in zwei, drei Schulwochen erarbeiten kann.

    Mit netten Grüßen


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