Forum: Uni + Bildung
Globales Einfach-Englisch: Der richtige Einstieg in die Sprache?
In Bayern wird derzeit eine neue Art der Fremdsprachenvermittlung erprobt. Statt Schulbuch-Englisch lernen die Zweitklässler eine stark vereinfachte Art der englichen Grammatik mit kleinem Wortschatz. Das Ziel ist es, sich überhaupt verständlich machen zu können sowie die Angst vor dem Sprechen zu überwinden. Was denken Sie, macht dieser neue Zugang zum Lernen einer Sprache Sinn?
- #350 02.02.2009 13:31 von
Grundsätzlich:Zustimmung!
...mit gewissen Einschränkungen stimme ich Ihnen zu!
Darüberhinaus erinnert mich Ihr Beitrag an die vielleicht auch Ihnen bekannte nette, wahre Geschichte um 1960 in den damaligen Medien über unseren, auch von mir geachteten Bundeskanzler Konrad Adenauer und seinen ca. 400 deutschen Wörtern, mit denen er nach fleißigem Auszählen eines Zeitgenossen bei seinen Reden im Bundestag ausgekommen sein soll.
Also leigen Sie im Englischen doch eigentlich gar nicht so schlecht mit Ihren Zahlen... - #351 02.02.2009 14:57 von Willie
Denke ich auch. Zumal die Zahlen nicht von mir stammen sondern von einer kompetenteren Stelle, die sich mit sowas befasst.
Immerhin habe ich mich aber die laengste Zeit meines Lebens im Ausland bewegt und dadurch auch praktisch einen guten Einblick bekommen, wer und wo sich mit wievielen Worten und Idiomen durchs Leben schlaegt.
Und wenn man als nicht native english speaker in verstaendnislose Augen schaut, weil besagte native speaker die Ausdruecke nicht kennen, die man sich ueber die Jahre durch intensive Weiterbildung angeignet hat -und es auch nicht an der Aussprache liegt, die man mittlerweile fehlerfrei draufhat- dann faellt das schon auf, wie wenig "benoetigt" wird, um mit einem sprachlichen Minimum auszukommen.
Im Englischen ist es sehr, sehr wenig.
Es gibt Institute, die bieten Englisch crash courses an, da lernen sie ausreichend in English kommunizieren in 14 Tagen.
Und praktisch erlebt habe ich es an einem deutschen Kollegen, der ohne nennenswerte Englishkenntnisse sich einem solchen Kurs unterzogen hat. Das Resultat war einfach beeindruckend. - #352 06.02.2009 15:42 von alfons mumm
- #353 13.02.2009 17:44 von Willie
Derjenige war ein hochqualifizierter Ingenieur, der damit in die Lage versetzt wurde, im Rahmen der Exportabteilung Auslandsprojekte zu bearbeiten, bei Verkaufgespraechen mit den Kundentechnikern, diesen Rede und Antwort zu stehen -was die reinen Kaufleute nicht in ausreichendem Masse glaubhaft konnten, weil es denen wiederum an den technischen Voraussetzungen fehlte.
Es ging um Spezialmaschinen nach Kundenanforderungen.
Soweit wie mir bekannt ist, wurde derjenige spaeter sogar selbst der Exportleiter.
Durch den erhaltenen Crashkurs wurden offensichtlich ausreichende Voraussetzungen geschaffen, dass der Mann im praktischen Einsatz darauf aufbauen konnte.
Und offenbar haben seine Leistungserfolge dazu gefuehrt, ihm letztlich den Exportmanager Job anzuvertrauen.
Soviel zum "Abziehbilder eintauschen". - #354 14.02.2009 11:17 von Silvia
Ja, 2000 Wörter ungefähr. Das ist aber in jeder Sprache so. Wenn einem das und vielleicht noch ein paar Fachausdrücke reichen, ist ja gut.
Aber um tatsächlich mehr als das Notwendigste zu verstehen und sich vernünftig unterhalten zu können, sollte man sich schon um einen größeren Wortschatz bemühen. Das ist aber auch in jeder Sprache so. Unterhaltungen mit Menschen, die sich eines großen Wortschatzes bedienen, machen einfach mehr Spaß - auch im Deutschen.
Ich verstehe aber nicht, wie Sie sich weitergebildet haben, wenn man Sie dann nicht versteht. - #355 14.02.2009 13:20 von Willie
Wie kommen sie darauf, dass "man mich" nicht versteht? Unbedachte Umkehrungen von Aussagen anderer sind leicht irrefuehrend. Besonders wenn sie dem Konzept der Logik zuwiderlaufen.
Viele Menschen verstehen mich durchaus -nur eben nicht alle immer. Weil eben viele andere sich in ihrem Wortschatz selbstbeschraenken.
Diese Erfahrngen kommen auf, wenn man mal mit Fabrikarbeitern in Manchester und Birmingham oder Glasgow spricht, deren ausserberufliches Interesse sich auf den Fussball,Snooker und Beer begrenzt. Die kommen auch mit weniger als 1000 Worten aus.
Und selbstverstaendlich kann ich mich mit denen sehr gut unterhalten, wenn ich es merke, dass ich Begriffe verwende die diesen unbekannt sind.
Denn selbsbeschraenken geht einfach -nur umgekehrt geht es nicht.
Was man hat, kann man benutzen -muss aber nicht. Was man aber nicht hat, kann man auch nicht benutzen -und wenn man es noch so gerne moechte. :-) - #356 14.02.2009 13:33 von Silvia
Weil Sie schrieben:
Vielleicht liegt es nicht nur am Vokabular sondern auch an der Ausdrucksweise, wenn Sie auch in Fremdsprachen missverständlich rüberkommen, auch wenn alle die Wörter kennen? Sie hätten sich ausnehmen müssen und sagen, dass es sich um die Erfahrungen anderer, nämlich von 'man' handelt. Oder wie oder was?Und wenn man als nicht native english speaker in verstaendnislose Augen schaut, weil besagte native speaker die Ausdruecke nicht kennen, die man sich ueber die Jahre durch intensive Weiterbildung angeignet hat -und es auch nicht an der Aussprache liegt, die man mittlerweile fehlerfrei draufhat- - #357 14.02.2009 14:00 von Willie
Sie muessen den zitierten -zugegebenermassen langen Satz- auch ganz zu Ende lesen. Dort steht:
Begriffe, -Vokabeln und Idiome- die ein anderer nicht kennt, die versteht er nicht -und wenn sie noch so korrekt ausgesprochen werden. Und auch nicht wenn sie es langsamer oder lauter sagen.:-)-und es auch nicht an der Aussprache liegt, die man mittlerweile fehlerfrei draufhat-
Wortschatz ist abhaengig von Bildung und Umfeld. Was nicht Teil dessen ist, ist es nicht. Fertig.
Es sind aber doch meine persoenlichen Erfahrungen. Warum sollte ich mich da ausnehmen? Oder wie oder was? - #358 16.02.2009 17:59 von Silvia
Vielleicht meint er sowas wie die Blödzeitung. Da könnte es vielleicht hinkommen ...
Die größten Schwierigkeit bereiten meiner Erfahrung nach den Schülern in der englischen Sprache die Präpositionen und besonders die vielen Idiome. Da mag man die einzelnen Wörter durchaus kennen, aber in dieser speziellen Kombination ergibt sich einen anderer Sinn, den man dann eben genau nicht versteht, wenn man es wörtlich übersetzt.
Und deshalb ist auch Umgangsenglisch mitnichten eine leichte Angelegenheit. Keine Umgangssprache ist leicht. Da gibt es viel zu viele Feinheiten, die die Satzaussage bestimmen, dass man schon sehr in einer Sprache stecken muss, um alles zu begreifen. Wer zudem glaubt, er käme mit 100 Wörtern aus, wird wenig von einer Unterhaltung beschicken können. Das ist ein sehr blauäugiger Ansatz. Da lernt man ja schon in der dritten Klasse mehr Wörter. Na ja, oder derjenige kann nicht zählen.
Ich weiß zudem überhaupt nicht, was Einfach-Englisch sein soll, wenn man es in den Schulen erst einführen will. Erschlägt man bisher die Kinder in Bayern gleich mit komplexen Satzstrukturen oder was? Wie will man die englische Grammatik einfacher machen? Eine Sprache ist nun einmal, wie sie ist. Selbst einfache Kindersprache, wie wir sie in Bilderbüchern antreffen mit SPO-Sätzen ist noch so komplex, das nicht jeder Schüler sie sofort versteht.
Man muss im Übrigen davon ausgehen, dass genügend Schüler eh nie mehr sprechen werden als einfaches Englisch. Sich das aber noch zum Unterrichtsziel zu machen, ist schon herb.
Die aktuellen Top-Themen



