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Eure Meinung: Schummeln per Internet - wirklich so schlimm?

Informationen und Fakten gibt es in Fülle im Internet - darf man sie grenzenlos für Schularbeiten nutzen? Stellt die Recherche an sich schon eine kreative Leistung dar?
  1. #1

    Die Recherche an sich sicherlich nicht - aber dann einen Text so umzuformulieren, dass der Lehrer / die Lehrerin beim besten Willen nicht mehr herausfinden kann, ob das nun eine Eigen- oder Fremdleistung ist - das ist kreativ!

    ;-)
  2. #2

    Angesichts der hektischen Flecken in den Gesichtern meiner Kommiliton(inne)n sobald es heißt: "Dazu hab ich im Internet nichts gefunden", wäre es durchaus interessant zu wissen, wie so manche Hausarbeit ohne Online-Recherche aussehen würde. Dann würde wohl so manche Fassade einbrechen.
  3. #3

    Also ich kann mir echt nicht vorstellen, daß man mal zu einem Thema gar nichts im Internet findet. Es muß ja nicht immer gleich eine ganze Hausarbeit sein, allein die Quellenverweise genügen oft und sparen ´ne Menge Zeit.
    Interessant ist auch, daß z.B. Hausarbeiten an anderen Unis mit 12 Punkten und bei uns in Leipzig mit gerade mal 5 Punkten bewertet werden. Wahrscheinlich sind wir scho Elite-uni!?

    Ishkariot
  4. #4

    Kopieren, "Klauen" und wieder neu arrangieren

    Als ob das Wiederverwenden von geistigem Eigentum eine Erfindung der Internet wäre. Es ist einfach viel einfacher und transparenter geworden. Das ist gut so. Wir sollten alte moralische Vorstellungen über Bord werfen und darüber nachdenken, wie wir Schule und Arbeitswelt anpassen, um das nutzbringend einzusetzen. Hier ist Reformbedarf angesagt, nicht der drohende Zeigefinger. Das hilft höchstens noch eine längst fällige Entwicklung ein wenig aufzuhalten, statt mutig und direkt Neues zu versuchen.
  5. #5

    kinderkacke

    Diese kleinliche stück Software passt zu WW aber gerechter und objektiver wird dadurch nichts. Hausarbeiten sind eh nicht als Notengrundlage geeignet sondern sollten eher als Prüfstein hin zum selbstständigen Lernen gesehen werden. Wer das nicht einsieht bestraft sich selbst schon genug.
    Die Qualität der Lehre steht und fällt mit dem Lehrer wundert mich nicht das sie dafür keine Software.
    Die Bewertungsbögen der Lehrkräfte verschwinden ohne konsequenz regelmässig im Giftschrank der Uni s.
  6. #6

    dozenten machen's vor

    da bei uns an der uni sogar dozenten schummeln, indem sie geklaute? gekaufte? unterrichtsmaterialien als ihre ausgeben (oder vergessen haben zu zitieren), finde ich es ziemlich albern, die studenten bzw. schüler dafür zu bestrafen. und da wir studenten uns ein wenig besser auskennen als die dozenten, war das ursprungsmanuskript auch innerhalb vier stunden gefunden.
    das ist peinlich!
  7. #7

    Worum geht es eigentlich? Was ist das Lernziel?

    Zitat von sysop
    Informationen und Fakten gibt es in Fülle im Internet - darf man sie grenzenlos für Schularbeiten nutzen? Stellt die Recherche an sich schon eine kreative Leistung dar?
    Heißt das Lernziel in den beschriebenen Beispielen wirklich "Kreativität"? Ich habe da meine Zweifel! Ist es nicht viel mehr "eigenständiges Arbeiten" das hier unter Beweis zu stellen ist?

    Und was bitte ist der wirkliche Unterschied zwischen copy&paste aus Wikipedia und händliches Abschreiben aus dem Großen Brockhaus? Ich meine, der Unterschied ist nicht qualitativ, sondern besteht nur im zeitlichen Aufwand dafür. Lege ich jetzt gar noch den aus der Physik bekannten Maßstab "Leistung=Arbeit/Zeit" an, bei dem die Arbeit als Endergebnis letztlich gleich ist, dann ist auf einmal die Wiki-Leistung als höher zu bewerten.

    Alles Unsinn? Keineswegs! Dann schaue man sich mal die Arbeitsprozesse an, und zwar gerade die im technisch wissenschaftlichen Bereich. Zu 2/3 besteht dieses doch daraus, vorhandenes Wissen und vorhandene Resourcen möglichst richtig, schnell und effektiv zu nutzen. Und das restliche 1/3 sind die Schnittstellen zu denen, die im Arbeitsprozess vor und nach einem stehen. Die wirklich kreative wissenschaftliche Tätigkeit ist doch nur einigen wenigen Koryphäen überlassen. Kreativität als Soft-Skill ist doch außer im künstlerischen Bereich da noch viel eher im wirtschaftlichen Bereich verlangt. Auch Bill Gates war doch kein kreativer Entwickler, sondern ein kreativer Marktstratege.

    Langer Rede kurzer Sinn: Den Krieg der Lehrer gegen die Plagiate ihrer Schüler halte ich für grundverkehrt. Die neuen durch das Web zur Verfügung stehenden Mittel sollten nicht aus dem Schulbetrieb ausgeblendet werden, sondern ganz im Gegenteil sinnvoll integriert werden.
    Natürlich erfordert dieses u.U. eine neue Definition von Lernzielen (z.B. wie unterscheide ich seriöse von unseriösen Quellen, oder wie zitiere ich richtig und ohne Urheberrechte zu verletzen), von Leistungsabfragen (z.B. wie gut kann so ein copy&paste-Schüler seine Arbeit denn auch vertreten gegen Gegenargumente; oder wie gut kann er in der Diskussion aufgeworfene neue Aspekte mit verarbeiten; erkennt er den Aufbau, die Struktur der Arbeit; kann er Input/eingehende Einflüsse und Output/mögliche Konsequenzen erkennen und einschätzen; etc.) und auch ein neues Wissen um Methoden und nicht nur um Sachverhalte bei den Lehrern.

    Ich denke, davon würden wir alle profitieren, die Lehrer, die Schüler, die Eltern, und auch die Gesellschaft/Volkswirtschaft als Ganzes. Der pure Spionagekrieg gegen Plagiate aus dem Internet ist der Weg zurück in die Vorzeit, vergleichbar mit dem Krieg der Esoterik gegen die Schulmedizin. Sie bedient vielleicht eine Sehnsucht für gläubige "früher war alles besser"-Nostalgiker, ist aber untauglich für die Bewältigung der Zukunft, ja selbst schon zur Bewältigung der Gegenwart.
    fpa
  8. #8

    Zitat von fpa
    Und was bitte ist der wirkliche Unterschied zwischen copy&paste aus Wikipedia und händliches Abschreiben aus dem Großen Brockhaus?
    Es ist nicht so mühevoll. ;-)
    Viele Hausarbeiten sind doch Literaturarbeiten. Insofern finde ich es auch nicht verwerflich, das Internet als Quelle zu nehmen, wenn sie angegeben wird. Wenn nicht, wird das Urheberrecht verletzt, wobei dass im Internet oft missachtet wird und identische Inhalte doppelt und dreifach auftauchen.

    Dass ich im Internet nichts Gescheites gefunden habe, ist mir schon oft passiert, z.B. Spezielles zu Pflanzen, Tieren und Pilzen. Da sind gute Bücher immer noch unerlässlich.
  9. #9

    " Eure[sic!] Meinung: Schummeln per Internet - wirklich so schlimm?"

    mundus vult decipi, ergo ...

    Na klar geht das 'ne Weile gut - sämtliche Pauker und Profs sind ja sooo doof! -, aber:
    Viel Spaß in der späteren Berufswelt: Betrogene Kollegen[m/f] - Chefs zumal! - werden sich irgendwann "erkenntlich" zeigen ...


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