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Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?

Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
  1. #50

    [QUOTE=dickebank;10005826Warum sollten mich die sozialen Probleme meiner Schüler interessieren? Ein späterer Arbeitgeber ist auch nicht daran interessiert.[/QUOTE] Ihre Ansichten werden immer skurriler, und ich weiß gar nicht, ob Sie hier nur ironische Bemerkungen ablassen. Aber ich antworte trotzdem:
    Wieso setzen Sie sich mit einem "späteren Arbeitgeber" gleich? Bei Ihnen sollen die (minderjährigen!!) Schüler/innen lernen, u.a. auch wie das Leben zu gestalten ist, beim AG sollen sie (volljährig/erwachsen) dann arbeiten und sich ihr Geld verdienen. Ist Ihre Frage damit beantwortet?
  2. #51

    nicht lernen

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Ihre Ansichten werden immer skurriler, und ich weiß gar nicht, ob Sie hier nur ironische Bemerkungen ablassen. Aber ich antworte trotzdem:
    Wieso setzen Sie sich mit einem "späteren Arbeitgeber" gleich? Bei Ihnen sollen die (minderjährigen!!) Schüler/innen lernen, u.a. auch wie das Leben zu gestalten ist, beim AG sollen sie (volljährig/erwachsen) dann arbeiten und sich ihr Geld verdienen. Ist Ihre Frage damit beantwortet?
    Die suS sollen bei mir nichts lernen sondern Kompetenzen erwerben. Ich moderiere als Lerncoach nur diesen Prozess.
  3. #52

    Irrtümer über das Amt

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Ja, und bevor Sozialarbeiter/innen kamen, hat das Lehrerkollegium incl Direktor und Sekretariat, Elternbeirat, Schülerbeirat, Schulamt usw. diese Aufgaben gelöst.
    Da haben Sie Recht. Aber das waren die Zeiten, in denen man das auch noch so en passant konnte. Heute hat sich die Zahl der Probleme und vor allem auch ihr Komplexitätsgrad erhöht, weil in vielen Elternhäusern keine Erziehung mehr stattfindet - das KANN die Schule nicht mehr abfangen.


    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Bei uns damals studierte man Pädagogik, und wurde schlicht Lehrer/in. Wenn das bei Ihnen jetzt anders genannt wird, ändert es nichts.
    Oh doch. Das ändert eine ganz Menge. In meinem Studium (Mathematik und Physik für die Sek II) stand -von der Studienordnung, also vom Dienstherrn so gewollt - die fachliche Durchdringung des Stoffes der beiden anvisierten Unterrichtsfächer an erster Stelle. Das begleitende Studium der Erziehungswissenschaften war dem völlig nachgeordnet. Und es hat auch fast keine Relevanz für den Schulalltag. Die dort vermittelten pädagogischen Theorien helfen "vor Kreide" nur sehr bedingt. Ich erinnere mich z.B. an "binomiale Test- und Lernmodelle". Damit kann ich kein Mobbingproblem lösen.


    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Ich schrieb von >20 Stunden, mit dem math. Vorzeichen "größer als".
    Mit Verlaub: ">" ist KEIN Vorzeichen ! Noch nicht einmal ein Rechenzeichen. Es ist ein Zeichen, das in geeigneten Kontexten eine Ordnungsrelation ausdrückt.

    Selbst wenn man den mathematischen Sinn des von Ihnen verwendeten Symbols unterstellt (was im Fließtext nicht nahelag) so kann ">20" auch als 20,001 oder 20,25 oder 21 oder mehr verstanden werden. Es macht nicht deutlich, dass das Deputat eines vollbeschäftigten Lehres (m/w) in NRW mindestens bei 25,5 Unterrichtsstunden liegt. An den Haupt- Real und Grundschulen sogar bei 28 Stunden.


    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Und wenn sich Lehrer/innen für "Sozialarbeit" nicht ausgebildet fühlen, dann haben sie in den Studienjahren einfach was versäumt und sollten es schnellstens nachholen. Allerschnellstens!!
    Sehen Sie, das denke ich nicht.

    Meine Aufgabe ist es, Analysis, lineare Algebra und vektorielle Geometrie, Stochastik, Mechanik, Thermodynamik, Elektrizitätslehre, Relativitätstheorie und Quantenmechanik ... auf Schulniveau zu unterrichten. Und das fordert meine ganze Arbeitskraft.

    Ich könnte vielleicht die Aufgaben eines Sozialarbeiters (m/w) übernehmen (und so ein wenig tue ich das ja auch als Klassenlehrer, zu dem ich alle Jahre wieder bestellt werde) aber der Sozialarbeiter (m/w) kann meinen Job (s.o.) nicht machen. Und da ist es billiger, so jemanden einzustellen als einen zusätzlichen Lehrer (m/w) für Mathematik oder Physik, den Sie seit einigen Jahren ohnehin nicht oder nur sehr schwer bekommen, weil es Lehrer (m/w) mit diesen Fächern fast nicht mehr gibt.

    Denn wer diese Fächer studieren kann, geht in die Industrie, wo er mehr verdient, sich nicht anpöbeln lassen und neben seiner eigentlichen Arbeit nicht auch noch Sozialarbeit leisten muss.
  4. #53

    Irrtum reloaded

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Sie schrieben in #42 eine Bitte:"Wenn Sie ein Bundesland kennen, in dem es nur 20 Stunden sind, benennen Sie es bitte." Und ich nannte eins. Dass die 16 Bundesländer unterschiedlich sind, ist eine Binsenweisheit und der Grund für die föderale Vielfalt der Bildungssysteme.
    .
    Nein, das war nicht der Forist dickebank sondern ich.
  5. #54

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Da haben Sie Recht. Aber das waren die Zeiten, in denen man das auch noch so en passant konnte. Heute hat sich die Zahl der Probleme und vor allem auch ihr Komplexitätsgrad erhöht, weil in vielen Elternhäusern keine Erziehung mehr stattfindet - das KANN die Schule nicht mehr abfangen.

    Oh doch. Das ändert eine ganz Menge. In meinem Studium (Mathematik und Physik für die Sek II) stand -von der Studienordnung, also vom Dienstherrn so gewollt - die fachliche Durchdringung des Stoffes der beiden anvisierten Unterrichtsfächer an erster Stelle. Das begleitende Studium der Erziehungswissenschaften war dem völlig nachgeordnet. Und es hat auch fast keine Relevanz für den Schulalltag. Die dort vermittelten pädagogischen Theorien helfen "vor Kreide" nur sehr bedingt. Ich erinnere mich z.B. an "binomiale Test- und Lernmodelle". Damit kann ich kein Mobbingproblem lösen.

    Meine Aufgabe ist es, Analysis, lineare Algebra und vektorielle Geometrie, Stochastik, Mechanik, Thermodynamik, Elektrizitätslehre, Relativitätstheorie und Quantenmechanik ... auf Schulniveau zu unterrichten. Und das fordert meine ganze Arbeitskraft.

    Ich könnte vielleicht die Aufgaben eines Sozialarbeiters (m/w) übernehmen (und so ein wenig tue ich das ja auch als Klassenlehrer, zu dem ich alle Jahre wieder bestellt werde) aber der Sozialarbeiter (m/w) kann meinen Job (s.o.) nicht machen. Und da ist es billiger, so jemanden einzustellen als einen zusätzlichen Lehrer (m/w) für Mathematik oder Physik, den Sie seit einigen Jahren ohnehin nicht oder nur sehr schwer bekommen, weil es Lehrer (m/w) mit diesen Fächern fast nicht mehr gibt.

    Denn wer diese Fächer studieren kann, geht in die Industrie, wo er mehr verdient, sich nicht anpöbeln lassen und neben seiner eigentlichen Arbeit nicht auch noch Sozialarbeit leisten muss.
    Sie verteidigen wortgewaltig ein untaugliches System. So wird Schule ungerecht!, um beim Thema zu bleiben.
    - In Ihrem Studium waren Sie doch wohl als erwachsener mündiger Bürger. Und was vorrangig und nachrangig ist, konnten Sie ganz alleine selber bestimmen, vorausgesetzt, Sie wollten es.
    - Was "billigger" ist, wenn Lehrer oder Sozialarbeiter soziale Kompetenzen haben und auf Schüler übertragen, ist doch gar nicht auszurechnen.
    - Es ist keineswegs zu entschuldigen, wenn Lehrer nur ihre Fachspezifik unterrichten wollen. Soziale Wirkung wird erzielt durch Ausstrahlung, Vorbild, Auftreten, Haltung, Charakter, Temperament, Einsatz, Menschlichkeit, Verständnis, Elternverhalten, eigene Kinder uund vieles andere. Sowas doziert man nicht.
    - Und wer nicht zum Lehrer taugt, sollte tatsächlich lieber in der Industrie arbeiten, anstatt in Klassenzimmern sich zu verweigern.
  6. #55

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Die suS sollen bei mir nichts lernen sondern Kompetenzen erwerben. Ich moderiere als Lerncoach nur diesen Prozess.
    Na gut. Nun erfuhr ich viele Facetten Ihres Lehrerdaseins - mit dessen Wirkung Sie offenbar selber nicht zufrieden sind! Dann stellen Sie bitte mal Ihre Prämissen auf den Prüfstand und untersuchen Sie sie auf Tauglichkeit im Sinne einer gerechten Schulbildung. Schließlich bin ich nicht Ihr Mentor.
  7. #56

    Prämisse

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Na gut. Nun erfuhr ich viele Facetten Ihres Lehrerdaseins - mit dessen Wirkung Sie offenbar selber nicht zufrieden sind! Dann stellen Sie bitte mal Ihre Prämissen auf den Prüfstand und untersuchen Sie sie auf Tauglichkeit im Sinne einer gerechten Schulbildung. Schließlich bin ich nicht Ihr Mentor.
    Geld auf'm Konto, dafür wird gemacht, was vom Dienstherr verlangt wird. Ist so, wenn man sich prostituieren muss.

    Die schüler müssen ohnehin zur Schule, warum soll ich die auch noch belästigen. Ich lasse sie dumm sterben und deren Eltern zahlen mich dafür, so ist's Geschäft.

    Übrigens Empathie lässt sich pekuniär nicht beziffern.
  8. #57

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Nein, das war nicht der Forist dickebank sondern ich.
    Ich bitte um Nachsicht für meine ungenaue Recherche. Nun haben aber auch Sie eine Antwort auf Ihre Frage.
  9. #58

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    So wird Schule ungerecht!, um beim Thema zu bleiben.
    - In Ihrem Studium waren Sie doch wohl als erwachsener mündiger Bürger. Und was vorrangig und nachrangig ist, konnten Sie ganz alleine selber bestimmen, vorausgesetzt, Sie wollten es.
    - Was "billigger" ist, wenn Lehrer oder Sozialarbeiter soziale Kompetenzen haben und auf Schüler übertragen, ist doch gar nicht auszurechnen.
    - Es ist keineswegs zu entschuldigen, wenn Lehrer nur ihre Fachspezifik unterrichten wollen. Soziale Wirkung wird erzielt durch Ausstrahlung, Vorbild, Auftreten, Haltung, Charakter, Temperament, Einsatz, Menschlichkeit, Verständnis, Elternverhalten, eigene Kinder uund vieles andere. Sowas doziert man nicht.
    - Und wer nicht zum Lehrer taugt, sollte tatsächlich lieber in der Industrie arbeiten, anstatt in Klassenzimmern sich zu verweigern.

    Nur die Arbeitsbedingungen entsprechen nicht mehr den vertraglichen Rahmenbedingungen zu Beginn der Berufslaufbahn.

    Ob Schule den Schülern gerecht wird, ist überhaupt nicht mein Thema. Das ist sache der Politik. Ich bin als öffentlich Bediensteter Mittel zum Zweck. Das heißt, ich muss umsetzen, was die Politik beschließt. Mein vorrangiges interese dabei ist, nicht unter die Räder zu kommen. Wesentliches Ziel meiner Bemühungen ist die "Lohngerechtigkeit".

    Wird die Bezahlung nicht an das geänderte Leistungsprofil angepasst, dann muss ich eben meine Leistung absenken, um einen angemessenen Ausgleich zu ereichen. Um nicht angreifbar zu werden, bedeutet das, ich muss das im Arbeitsvertrag beschriebene Profil leistungsmäßig knapp über den Minimalanforderungen erfüllen, um nicht gekündigt zu werden. Das bedeutet, etwas mehr zu tun als die lebenslang Versklavten (Beamten).

    Ich versteh den Schwachsinn eh nicht, hier wird so getan als ob der Facharbeiter bei VW Autos produziert, um die Kunden glücklich zu machen. der macht das, um ein angemessenes Entgelt zu erhalten, wegen der interessanten Arbeit, aber nicht, weil er dem Kunden etwas "schuldig" ist.

    Ich bin/war für die Erziehung meiner Kinder zusammen mit meiner Frau verantwortlich. Für die grundlegende, elementare Erziehung "anderer Leut's Blagen" lasse ich mich nicht in die Pflicht nehmen, das ist das Aufgabenfeld von Sozialpädagogen (Erziehern). Die sind die Spezialisten auf diesem Gebiet und können die Probleme pofessioneller lösen.

    Vor der Klasse muss ich nämlich 30 Kindern gerecht werden und kann mich nicht den Problemen Einzelner zeitaufwendig widmen. Aus diesem Grund ist das finnische System mit seinen Speziallehrern zu präferieren. Aber hierzu muss die politik Geld in die hand nehmen, was sie nicht will. Lieber gibt sie, um Kosten einzusparen, die Förderschüler ohne ausreichende Betreuung in die Regelschulen (Inklusion). - Und das sowohl in qualitativer wie quantitativer Hinsicht.
  10. #59

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub: ">" ist KEIN Vorzeichen ! Noch nicht einmal ein Rechenzeichen. Es ist ein Zeichen, das in geeigneten Kontexten eine Ordnungsrelation ausdrückt.

    Selbst wenn man den mathematischen Sinn des von Ihnen verwendeten Symbols unterstellt (was im Fließtext nicht nahelag) so kann ">20" auch als 20,001 oder 20,25 oder 21 oder mehr verstanden werden. Es macht nicht deutlich, dass das Deputat eines vollbeschäftigten Lehres (m/w) in NRW mindestens bei 25,5 Unterrichtsstunden liegt. An den Haupt- Real und Grundschulen sogar bei 28 Stunden.

    Meine Aufgabe ist es, Analysis, lineare Algebra und vektorielle Geometrie, Stochastik, Mechanik, Thermodynamik, Elektrizitätslehre, Relativitätstheorie und Quantenmechanik ... auf Schulniveau zu unterrichten. Und das fordert meine ganze Arbeitskraft.
    Gerne noch dazu. Ich bin zutiefst erschrocken darüber, dass ich bisher >20 als "mehr als 20" verstand, und in meinem Mathcad-Programm diesen Boolschen Operator unzählige Male in diesem Sinne verwendet habe. Und: welch ein Fauxpas von mir, das Zeichen > als Vorzeichen zu bezeichnen. - Und dann haben Sie ja noch in unnachahmlicher Deutlichkeit geschrieben, was >20 alles für Zahlenwerte sein können. Ich hör Sie richtig singen:"Oh, ich bin klug und weise, und mich betrügt man nicht." Nun kann ich mir lebhaft vorstellen, wie Sie die genannten Fächer "auf Schulniveau" unterrichten.








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