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Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?

Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
  1. #430

    Mittelverschiebung

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Und für mich ist die größte Ungerechtigkeit des deutschen Bildungswesen, die finanzielle Vernachlässigung durch die Politik !
    Aber nur weil der Anteil öffentlicher (Steuer-)Mittel, der an Ersatzschulen und Privatschulen fließt, so hoch ist.

    Wer nicht an eine staatliche allgemeinbildende Schule will, der soll diese auch ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel finanzieren.
  2. #431

    Was ? Wie bitte ?

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Aber nur weil der Anteil öffentlicher (Steuer-)Mittel, der an Ersatzschulen und Privatschulen fließt, so hoch ist.

    Wer nicht an eine staatliche allgemeinbildende Schule will, der soll diese auch ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel finanzieren.
    Und wer die staatlichen Schulen entlastet, indem er seine Kinder auf eine Ersatzschule schickt, der soll das dann auch auch voll finanzieren und der Staat macht dann seinen Gewinn ?! Bildung und Schule sind Teil der öffentlichen Aufgaben. Sie sind im Interesse des Gemeinwohls. Entsprechendes steht in unserem Grundgesetz (Recht auf Bildung). Es gehört außerdem zu den allgemeinen Menschenrechten. Aus diesem Grund steht den Privat- und Ersatzschulen auch eine öffentliche Förderung zu. Die in den letzten Jahren übrigens laufend gekürzt wurde. Ich kann es nur noch einmal betonen: Es wird Zeit, dass die Politik aufhört die Finanzierung der Bildung in Deutschland laufend weiter zu verschlechtern. Das ist nämlich die größte Ungerechtikeit in unserem Schulsystem, die völlig unzureichende Finanzierung !
  3. #432

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Ich kann dem nur zustimmen; ein einheitliches Bildungswesen würde eine Menge Kosten ersparen, die wieder im Bildungswesen investiert werden könnten.
    Das stimmt aber so nicht. Statt der KMK hätten wir ein Bundeskultusministerium. Sonst würde sich nichts ändern, außer dass die Länder-Kultusministerien dann „Bezirksämter“ oder so ähnlich hießen. Mit Ausnahme der Mini-Länder werden die Schulen in keinem Land von einer einzigen Behörde verwaltet. Die Rechnung mit dem „alles ist 16fach vorhanden“ geht schon deshalb nicht auf, weil außer den 16 Personen, die „Kultusminister“ oder „-senator“ heißen, alles andere sowieso schon viel öfter als 16fach vorhanden ist. Und selbst wenn man Stellen einsparen könnte: Die „Menge Kosten“, von denen Sie sprechen, entstehen nicht durch die Gehaltszahlungen an die Beschäftigten in diesen Behörden, sondern durch das, was diese Beschäftigten verzapfen.
  4. #433

    Lehrerfinanzierung

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Und wer die staatlichen Schulen entlastet, indem er seine Kinder auf eine Ersatzschule schickt, der soll das dann auch auch voll finanzieren und der Staat macht dann seinen Gewinn ?! Bildung und Schule sind Teil der öffentlichen Aufgaben. Sie sind im Interesse des Gemeinwohls. Entsprechendes steht in unserem Grundgesetz (Recht auf Bildung). Es gehört außerdem zu den allgemeinen Menschenrechten. Aus diesem Grund steht den Privat- und Ersatzschulen auch eine öffentliche Förderung zu. Die in den letzten Jahren übrigens laufend gekürzt wurde. Ich kann es nur noch einmal betonen: Es wird Zeit, dass die Politik aufhört die Finanzierung der Bildung in Deutschland laufend weiter zu verschlechtern. Das ist nämlich die größte Ungerechtikeit in unserem Schulsystem, die völlig unzureichende Finanzierung !
    Aber das ist alles kein Grund warum der Staat die personalkosten der Privaten übernehmen muss.

    Der Trick ist, dass für private Schulen und hier schließe ich die Ersatzschulen mit ein der Personalschlüssel derselbe ist wie an öffentlichen Schulen. Nur die Privaten können sich ihr Schülerklientel eigenständig aussuchen. Seggregation zu Lasten des Steuerzahlers, ja geht's noch?
  5. #434

    Behördenaufbau

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Das stimmt aber so nicht. Statt der KMK hätten wir ein Bundeskultusministerium. Sonst würde sich nichts ändern, außer dass die Länder-Kultusministerien dann „Bezirksämter“ oder so ähnlich hießen. Mit Ausnahme der Mini-Länder werden die Schulen in keinem Land von einer einzigen Behörde verwaltet. Die Rechnung mit dem „alles ist 16fach vorhanden“ geht schon deshalb nicht auf, weil außer den 16 Personen, die „Kultusminister“ oder „-senator“ heißen, alles andere sowieso schon viel öfter als 16fach vorhanden ist. Und selbst wenn man Stellen einsparen könnte: Die „Menge Kosten“, von denen Sie sprechen, entstehen nicht durch die Gehaltszahlungen an die Beschäftigten in diesen Behörden, sondern durch das, was diese Beschäftigten verzapfen.
    Nun, das wird dem Foristen HaPeGe niemals einleuchten, dass ein zentrales Bildungsministerium eine Bundesoberschulbehörde nach sich zieht. Dies werden die Bundesländer auch nicht mitmachen und so wird es 16 Mittelbehörden als Landesschulämter geben. Die Schulaufsicht vor Ort wird dann immer noch durch die zuständigen Abteilungen der Bezirksregierungen oder die regionalen Dienststellen der Landeschulämter vorgenommen.

    Dazu muss man sich doch nur die wunderschöne Verwaltungsreform in Nds. ansehen, die haben den Bezirksregierungen auch die Zuständigkeitfür die Schulen genommen; dafür gibt es jetzt ein Landesschulamt und soviele Regionalstellen wie es Regierungsbezirke gibt.

    Dazu fällt mir immer die Anekdote eines Bekannten ein; auf die Frage warum sich allein NRW den Luxus von 5 Apothekenaufsichten leistet, wo doch ganz Finnland auch nur mit einer einzigen Aufsichtsbehörde auskommt, konnte der Bekannte auch nur antworten, dass Ganz-Finnland weniger Apotheken hat als NRWs kleinster Regierungsbezirk (OWL).
  6. #435

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen

    Nur die Privaten können sich ihr Schülerklientel eigenständig aussuchen. Seggregation zu Lasten des Steuerzahlers, ja geht's noch?
    Wohl wahr! Aber verstehe jeden, der sein Kind auf eine Schule schickt, die sich den pädagogischen Wünschen und Anordnungen, unter denen staatliche Schulen zunehmend leiden, noch halbwegs entziehen kann.
    Was Politiker wie Löhrmann und die neue Garde in BW tun, läuft dem entgegen, was sie angeblich verhindern wollen.
  7. #436

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Wohl wahr! Aber verstehe jeden, der sein Kind auf eine Schule schickt, die sich den pädagogischen Wünschen und Anordnungen, unter denen staatliche Schulen zunehmend leiden, noch halbwegs entziehen kann.
    Was Politiker wie Löhrmann und die neue Garde in BW tun, läuft dem entgegen, was sie angeblich verhindern wollen.
    Um nicht missverstanden zu werden: Das Geld des Steuerzahlers dürfte inzwischen an vielen Ersatzschulen besser aufgehoben sein, als dort, wo es nur noch darum geht, alle Menschen gleich zu machen.
  8. #437

    Stimmt nicht !

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Aber das ist alles kein Grund warum der Staat die personalkosten der Privaten übernehmen muss.

    Der Trick ist, dass für private Schulen und hier schließe ich die Ersatzschulen mit ein der Personalschlüssel derselbe ist wie an öffentlichen Schulen. Nur die Privaten können sich ihr Schülerklientel eigenständig aussuchen. Seggregation zu Lasten des Steuerzahlers, ja geht's noch?
    Es werden nicht die gesamten Personalkosten übernommen, das schwankt je nach Klassenstufe. Siehe entsprechende Aufschlüsselung der KMK.

    Die Privatschulen suchen sich ihr Schülerklientel nicht aus. Die Behauptung ist schon fast boshaft ! Und was haben Sie eigentlich dagegen, dass eine Reihe von Eltern eine "Abstimmung mit Füßen" vornehmen und ihre Kinder zur Privatschule schicken, weil sie die staatlichen Schulen nicht mehr akzeptieren ?! Verehrter Forist dickebank, die Politik ist endich gefragt in der Bildungspolitik etwas zu unternehmen !
  9. #438

    Der Schein trügt

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Wohl wahr! Aber verstehe jeden, der sein Kind auf eine Schule schickt, die sich den pädagogischen Wünschen und Anordnungen, unter denen staatliche Schulen zunehmend leiden, noch halbwegs entziehen kann.
    Was Politiker wie Löhrmann und die neue Garde in BW tun, läuft dem entgegen, was sie angeblich verhindern wollen.
    Ich lebe in einer Kommune mit nur einem städtischen Gymnasium, das neben zwei staatlich anerkannten Ersatzschulen und einer Schule in privater Trägerschaft besteht. Allein die städtischen Zuschüsse an die drei "Privaten" sind pro Kopf höher als die an das städtische Gymnasium. Und das die drei "Privaten" sich grundsätzlich - auch was das Niveau betrifft - vom städtischen Gymnasium abheben würden, ist in keinster Weise ersichtlich. Auch in Hinblick auf den Unterrichtsausfall ist die Quote der "Privaten" nicht besser. Einzig in puncto Öffentlichkeitswirksamkeit machen die "Privaten" mehr Tamtam. Nur die Eigendarstellung wird bei Nachfrage im Bekanntenkreis mit Kindern auf diesen nicht-öffentlichen Schulen ganz schnell relativiert.
  10. #439

    Um Gottes Willen

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Verehrter Forist dickebank, die Politik ist endich gefragt in der Bildungspolitik etwas zu unternehmen !
    Bloß nicht, denn das ist die Ursache für das derzeitige Chaos an deutschen Schulen. Der Einfluss aller Politikebenen auf Lehrpläne und deren Umsetzung muss eindeutig beschränkt werden.

    Es reicht vollkommen wenn im gesellschaftlichen Konsens festgelegt wird, was ein Schüler für eine bestimmten Abschluss "können" muss und nicht welche Kompetenzniveaus er erreichen soll. Am Ende der SekI können 4 mögliche Abschlüsse vergeben werden. Die Anforderungen hierfür müssen festgelegt werden, also welche "Fertigkeiten und Fähigkeiten" muss ein Hauptschüler am Ende der neunten Klasse nachprüfbar erlangt haben. Dasselbe gilt für den erweiterten hauptschulabschluss nach Klasse 10, ebenso für den Mittleren Bildungsabschluss (FOR) sowie den qualifizierten Mittleren Bildungsabschluss, der zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe berechtigt. Letzterer muss auf die Anforderungen der Hochschulen hin ausgerichtet werden, bei den anderen müssen die Erfordernisse der verschiedenen Ausbildungsordnungen berücksichtigt werden.

    Aber in keinem Fall dürfen die "Bildungspolitiker" und ihre willfährigen Berater auch Bildungsexperten genannt hierbei eine federführende Rolle spielen!

    Strategische Vorgaben sind das eine, das operative Geschäft überlässt man aber besser den entsprechenden Fachleuten. - Und das sind Lehrer, Sonderpädagogen und Erzieher.








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