Forum: Uni + Bildung
Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?
Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
- #390 13.07.2012 12:06 von
Man sollte sich keine Illusionen machen, Gerechtigkeit wird es nie geben. Es ist nur ein Ideal. Aber zusehen, wie die Gesellschaft auseinanderdriftet? Niemals. Den Preis dafür haben nämlich hinterher alle zu zahlen, auch die, die so kurzsichtig waren, erstmal nur ihre eigene Brut zu betrachten.
- #391 13.07.2012 13:36 von
@Piri:
Die generelle Akzeptanz des Quali oder der Mittleren Reife hängt mit dem Wissensstand der Inhaber dieser Abschlüsse zusammen. Wenn die Leute (Bsp. "Azubinen in der Logistik") im Vergleich zu einer guten Freundin (Mittlere Reife ca. 1985) kaum mehr einen Schachtelsatz fehlerfrei schreiben, sich auch verbal nur noch begrenzt ausdrücken, keinen Kandinsky erkennen und auch kein Interesse daran haben sich dieses Wissen anzueignen, dann sieht man keinen Wert mehr in diesen Abschlüssen.
Ob die jungen Leute diese Wissenslücken aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit in der Schule, allgemeinem Desinteresse oder nur "Doofheit" haben, ist im Berufsleben sekundär.
Man will sich nicht mit diesen herumschlagen, weil es Geld kostet und kaum welches einbringt.
Leider leiden darunter die Schulabgänger, die wirklich was leisten wollen. - #392 13.07.2012 13:40 von
Wie soll ich mich beispielsweise um benachteiligte Kinder kümmern, wenn ich kaum welche kenne und die u.U. noch 50 km entfernt leben?
Hier geht es noch nicht einmal um Geld, sondern um Zeit.
Man erübrigt Zeit für seine eigenen Nachwuchs, aber dessen Freunde haben ebenso aktive Eltern, da muss/kann man sich nicht einbringen. - #393 13.07.2012 17:39 von
Erziehung - wie ungerecht ist unser Schusystem?
Das die Türkin statistisch 3,5 Kinder hat , kann nicht stimmen oder haben Sie die Großmütter zugezählt? Ab der 70ziger Jahre wurden in Berlin Kindergelder in illustrer Höhe zu Unrecht abgefordert und von den Imamen in Anatolien auf türkisch bestätigt.
Hier wurden dann natürlich Übersetzer benötigt und bezahlt um dann vor Ort festzustellen , dass sich 6 -8 Kinder tatsächlich lebend bewegten , bei 18 -20 angegebenen und abgeforderten Kindergeldern,der Rest war nicht geboren oder tot.
Um den vielen anständigen und ehrlichen Menschen aus den muslimischen Ländern gerecht zu werden ,hätte es sich vom deutschen Staat gehört diese kriminellen Großfamilien auszuweisen. Das fehlt bis zum heutigen Tage. Und die Türkei freut sich natürlich , dass sie ihre Verantwortung abgeschoben hat. - #394 14.07.2012 08:22 von
Sich selbst drum kümmern und endlich mit den Versuchen aufhören, den "Staat" irgendwie zu verändern oder zu "reformieren":
http://thf_media.s3.amazonaws.com/in...6_Chapter2.pdf - #395 14.07.2012 13:01 von
Normalerweise hat man keine Zeit sich um fremde junge Menschen zu kümmern, wenn man morgens um acht aus dem Haus fällt und abends erst gegen 19 Uhr zurückkommt und vielleicht auch noch am Samstag bis 14 Uhr arbeitet.
Man ist vor allem Menschen dankbar, die einem das eigene Leben erleichtern.
Das können Erzieher, Lehrer, Steuerberater, Valets, Köche, Kellner und Putzfrauen oder sogar der Lieferservice-Fahrer der Apotheke sein und jedem muss man seinen höchsten Respekt zollen, denn ohne sie wäre man ganz schön aufgeschmissen. - #396 14.07.2012 15:09 von
xxx
Als ausgewiesenem Kritiker des Frontalunterrichts, der die Ungerechtigkeiten des deutschen Bildungssystems nur noch weiter verstärkt, müsste Ihnen hierbei
Mathe-Professor Loviscach: Vorlesung bei YouTube - SPIEGEL ONLINE
das Herz aufgehen. Daraus:
Die eigentliche Vorlesung hätten sie sich dabei bereits vorab per Video angeschaut. Im Unterricht wenden sie das Erlernte direkt an. "So habe ich den Frontalunterricht abgeschafft", sagt Loviscach. ...
"Die Klausuren sind für mich ein Drama", sagt er. Sie seien Teil eines Systems, dem er den Kampf angesagt habe. Er nennt dieses System "Bulimielernen" und erklärt: "Wie Bulimiekranke sich ernähren, so lernt man. Nach der Klausur ist alles weg."
Na, wenn das mal kein Wasser auf Ihre Mühlen ist?
PS: Die Eindeutigkeit mancher Relativsätze lässt zu wünschen übrig. - #397 14.07.2012 16:09 von
xxx
Nö die Ursachen sind eben nicht sekundär.
Ich arbeite im Bldungsbereich und bin selbst bei Leuten mit Schulabschluß mit erschreckendem Unwissen konfrontiert. Wenn knapp 10 Prozent der Schüler ohne Abschluß von der Schule gehen, knapp 20% nicht ausbildungsfähig sind, die meisten nicht ordentlich Deutsch sprechen, lesen und schreiben können (Deutschstämmige Kinder inklusive) und kaum Mathematik beherrschen, trotz bis zu 13 Jahren Schulbesuch, und 40% der Schüler eine Diktatur nicht von einer Demorkatie unterscheiden können und nicht wissen, wer warum die Mauer gebaut hat, dann liegt das nicht nur an Desinteresse oder Versagen im Elternhaus, sondern dann hat vor allem und zwar systematisch das gesamte Bildungssystem versagt. - #398 14.07.2012 18:52 von
- #399 14.07.2012 19:10 von
@Dumpfmuff3000:
Ich weiss nicht. Interesse, Neugier hat und Disziplin lernt man als kleines Kind hauptsächlich zuhause. Wer daheim kein Buch in die Hand gelegt oder vorgelesen bekommt, der wird vielleicht mal über Harry Potter stolpern, weil es Klassenkameraden lesen und die Liebe zum Lesen entdecken oder eben nur Filme mit einfachen Sätzen ansehen. (Ich habe so eine Steuerberaterin, die nur DVDs, aber keine Bücher zuhause hat.)
Auch das Interesse an manchen Themengebieten resultiert aus elterlichem Vorbild, so gab es bei uns viele Bücher zu Astronomie und Raumfahrt, Welt- und Kunstgeschichte oder Biologie. Wenn man dann noch als Kind zu 80% Sachbücher zum Geburtstag geschenkt bekommt, dann wird man automatisch in eine Richtung geformt, die anderen Kindern vorenthalten bleibt.
Lehrer können Interesse an neuen Dingen wecken, aber u.U. doch nur, wenn es auf fruchtbaren Boden fällt.
Was mir (und meiner Familie) auffällt ist die Tatsache, dass gute Noten zu schreiben oder gar Klassenbester zu sein ein Stigma ist, das zumindest mit Augenrollen und Stöhnen quittiert wird, während in anderen Kulturkreisen bei Schülern Ansporn ist es gleichzutun.
Die aktuellen Top-Themen



