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Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?

Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
  1. #180

    Zitat von kleiner-moritz Beitrag anzeigen
    Ja, und mit recht!
    ...
    Ok, Sie sind also der Ansicht, das Kinder in die Schule gezwungen werden müssen. Da der Staat wegen mangelnder Geschäftsfähigkeit der Kinder nicht an die Kinder rangehen kann, setzt er den Hebel bei den Eltern an.

    Sie müssten also auch der Ansicht sein, dass die Eltern dazu gezwungen werden müssen, dass sie ihre Kinder in die Schule schicken, richtig?

    Wenn ich meine Kinder selbst unterrichten möchte, soll ich Ihrer Ansicht nach dazu gezwungen werden, meine Kinder in die Schule zu schicken.

    Wenn ich sie nicht in die Schule schicke, dann befürworten Sie auch, dass ich ins Gefängnis komme, bis dahin richtig?
  2. #181

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Bitte belegen Sie, wo ich das gesagt oder implizit geschrieben hätte.
    Ok, Sie finden also die Schulpflicht nicht gut. Prima, dann stehen wir auf der gleichen Seite.

    Ich unterrichte Mathematik und Physik an einem Gymnasium. Die Medien und die Methoden, die ich dazu heute einsetze, unterscheiden sich SEHR von denen meiner Schulzeit.

    Dynamische ...

    Sicher nicht alle, aber viele Lehrer handhaben das so. Und etliche bestimmt noch besser als ich.
    Super, dann müssten die Schüler doch auch freiwillig zu Ihnen kommen. Dann braucht es doch keine Schulpflicht.

    Wann waren Sie denn zum letzten Mal in einer (mathematischen oder naturwissenschaftlichen) Unterrichtsstunde?
    Vor rund 4 Monaten.

    (Auch) Hier irren Sie: Meine Prüfung in Pädagogik an der Uni befasste sich u.a. mit dem Klassiker von Robert Gagné "Die Bedingungen des menschlichen Lernens". Und neulich hatte ich das Vergnügen einen Vortrag von Prof. M. Spitzer lauschen zu dürfen.
    Das stimmt mich sehr hoffnungsvoll, denn vielleicht wird irgendwann einmal der Druck von Seiten der Lehrerschaft verstärkt, die Schulpflicht abzuschaffen.

    Glauben Sie denn wirklich, die intrinsische Motivation eines Großteils der Kinder sei stark genug, um in Ihnen ein Bedürfnis zu lernen zu wecken?
    Ja. Jedes Kind kommt mit der intrinsischen Motivation auf die Welt, zu lernen. Es ist genetisch darauf programmiert, weil seine Überlebenschancen sonst bei exakt Null liegen würden.

    Irgendwie ist aber Ihr Satz widersprüchlich. Sie sehen "intrinsische Motivation als Voraussetzung, um in Kindern ein Bedürfnis zu lernen wecken zu können." Heieiei, das passt irgendwie gar nicht zusammen. Es gibt die intrinsische Motivation (die eigentliche Motivation) und die extrinsische Motivation (die sog. Motivierung). Die intrinsische Motivation kann nicht von außen mittels Motivierung herbeigeführt werden. Wer das versucht, zerstört die intrinsische Motivation.

    Einfaches Beispiel: Stellen Sie sich vor, nach der Unterrichtsstunde bekommen Sie Besuch vom Schuldirektor. Er sagt: "Wissen Sie Herr leonardo-contra-pisa, mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass Sie so unmotiviert sind. Ich habe mir deshalb mal eine schöne Motivierungsmaßnahme für Sie einfallen lassen..." - wie wirkt das auf Sie? Richtig: Demotivierend.

    Das bedeutet, wenn Sie Kinder von außen dazu drängen, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt für etwas zu interessieren oder etwas bestimmtes zu lernen, dann zerstören Sie ihre Motivation für das, was sie eigentlich lernen wollen.

    Glauben Sie wirklich, dass in dieser Welt des medialen Dauerfeuers mit gequirlter ... auf unterirdischem Niveau ohne Schulpflicht mehr als 50 % der Kinder freiwillig lernen würden?
    Wenn man sie entscheiden lässt, was sie lernen wollen, dann gehe ich sogar so weit, zu sagen, dass eine Quote von 100% realistisch ist.

    Jedenfalls nicht das, was sie brauchen, um später einen anständigen Beruf auszuüben, der sie ernährt.
    Wenn es darum geht, die Voraussetzungen für einen Jasagenden Konzernangestellten oder Beamten zu erwerben, gebe ich Ihnen teilweise recht. Im unternehmerischen Bereich gibt es dagegen sehr viele äußerst erfolgreiche Menschen, die ausgesprochene "Schulversager" waren.
  3. #182

    Waterloo

    Zitat von freiwilligfrei.de Beitrag anzeigen
    Beispiel für einen Misserfolg: Ich war in Mathematik immer kurz vorm Sitzenbleiben, verdiene aber heute damit einen guten Teil meines Geldes. Was ich dazu brauche, entspricht gefühlten 10% des damaligen Mathe-Schulstoffs, den ich auch nicht in der Schule gelernt habe, sondern innerhalb von wenigen Monaten selbst.

    Als Mathematik-Lehrer interessiert mich brennend, in welcher Branche Sie mit welchen mathematischen Hilfsmitteln welche Arbeiten/Dienstleistungen verrichten.

    Im Übrigen hatten Sie noch nicht die Güte auf meinen Beitrag #174 zu antworten. Insbesondere würde ich mich interessieren, wie Sie Ihre Behauptung von vorsintflutlichen Methoden im Zusammenhang mit dem Einsatz von Computern / Software im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht aufrecht erhalten wollen.

    Kann es sein, dass Sie einfach sehr pubertär waren, die Schule deshalb abgelehnt haben und diese Haltung auch heute noch nicht ganz ablegen konnten? Ich empfehle Ihnen dieses Buch:

    Die Kunst, einen Kaktus zu umarmen.

    Ach, und Ihre voreilige Mutmaßung

    Zitat von freiwilligfrei.de Beitrag anzeigen
    Sieht so aus, als hätten Sie sich noch nie mit der Art und Weise befasst, wie Menschen am besten lernen.
    haben Sie auch noch nicht revidiert.

    Haben Sie außer Floskeln und Ihrem Mantra "kein Schulzwang" eigentlich auch Sachargumente?

    Übrigens ein wenig googeln und Sie haben Nenas Waterloo gefunden:

    Privatschule: Schade, Nena! - Politik | STERN.DE

    100 Tage Nena-Schule: "Nicht alle Eltern sind begeistert" - Hamburg - Hamburger Abendblatt

    Ärger an Nena-Schule. Gewalt, Diebstahl, Chaos
  4. #183

    Zitat von freiwilligfrei.de Beitrag anzeigen
    Super, dann müssten die Schüler doch auch freiwillig zu Ihnen kommen. Dann braucht es doch keine Schulpflicht.
    Wohin eigentlich? Privat nach Hause? ;-)

    Ich stimme insoweit zu, als die neuen Bildungsexperten, die sich nach PISA selbst inthronisiert haben, eine Bildung im Humboldtschen Sinne nicht goutieren. Erwünscht ist nurmehr, was ökonomisch nützlich ist, nicht aber, was dem Menschen selbst dient und ihm geistige Unabhängigkeit verschafft.

    Aber es wäre völliger Blödsinn, das Kind mit dem Bade auszuschütten und Kinder gar nicht mehr an die Hand zu nehmen. Ein solides, strukturiertes, breit gefächertes Grundwissen, das der Manipulierbarkeit entgegenwirkt, das die eigene Beurteilungsfähigkeit ermöglicht und zudem aus eigener Kraft jederzeit erweitert werden kann, ist nicht zu erreichen, wenn man die Schulpflicht abschafft oder in den Schulen die absolute Beliebigkeit bzw. das pur Lust-und Unlust-Prinzip walten lässt. Vor allem dort, wo es zu Hause keine Impulse gibt, außer denen, die aus Bildschirmen kommen (finden sie das Programm der nicht öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich gut oder warum kritisieren sie so gezielt die ARD?), wird das geistige Rüstzeug fürs Leben sehr schmal bleiben. Möchten Sie Kinder aus solchen Verhältnissen sich selbst überlassen?

    Man kann mehr oder weniger hitzig unser Schulsystem, über die neuen Curricula, ein bundeseinheitliches Zentralabitur, über die Klassengrößen, die Lehrerausbildung oder über die Frage, warum deutsche Bildungsabschlüsse weltweit große Anerkennung finden, diskutieren, aber das, was sie wollen, entbehrt jeder Vernunft und ist deshalb nicht diskutabel.
  5. #184

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    ...
    Sicher nicht alle, aber viele Lehrer handhaben das so. Und etliche bestimmt noch besser als ich. ...
    Da fällt mir gerade noch eine Erfolgsgeschichte aus der Schulzeit ein:

    Es gab einen Lehrer, der uns während der Unterrichtszeit alles mögliche beigebracht hatte, aber hauptsächlich aus dem Leben und so gut wie gar nichts aus dem Lehrplan. Er hat mit uns über die Themen gesprochen, die uns interessiert haben.

    Gegen Ende des Halbjahres war es immer so, dass wir kaum Lehrplan-Stoff gemacht hatten. Er hat uns angeboten, die Sachen für die Prüfungen entweder selbst zu lernen oder freiwillig an 3 Freitag Nachmittagen (!!!!!) für je 2x2 Schulstunden in die Schule zu seinem Unterricht zu kommen. Rund 70% seiner Kursteilnehmer haben an allen Freitagen teilgenommen, die anderen entweder gar nicht oder nur ab und zu. Durchfallquote: 0%.

    Die Stunden mit diesem Lehrer gehörten zu den wenigen, die richtig Spaß gemacht haben.
  6. #185

    Zitat von leonardo-contra-pisa Beitrag anzeigen
    Als Mathematik-Lehrer interessiert mich brennend, in welcher Branche Sie mit welchen mathematischen Hilfsmitteln welche Arbeiten/Dienstleistungen verrichten.
    Ich mache Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Datenauswertungen, statistische Berechnungen, Korrelationsanalysen usw. das muss reichen.

    Im Übrigen hatten Sie noch nicht die Güte auf meinen Beitrag #174 zu antworten. Insbesondere würde ich mich interessieren, wie Sie Ihre Behauptung von vorsintflutlichen Methoden im Zusammenhang mit dem Einsatz von Computern / Software im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht aufrecht erhalten wollen.
    Möglicherweise habe ich nicht geantwortet. Es gibt nämlich einen sogenannten Moderator hier, der kritische Beiträge gerne löscht bzw. nicht freischaltet. "Vorsintflutlich" bezog sich auf den Anwesenheitszwang, die Gleichmacherei durch die Altersklassen, den widernatürlichen Zwang, für eine bestimmte Zeit still zu sitzen, die unterschiedliche Entwicklung von Mädchen und Jungs nicht zu berücksichtigen usw.

    Kann es sein, dass Sie einfach sehr pubertär waren, die Schule deshalb abgelehnt haben und diese Haltung auch heute noch nicht ganz ablegen konnten? Ich empfehle Ihnen dieses Buch:

    Die Kunst, einen Kaktus zu umarmen.
    Nein. Wenn ich jetzt meine Mutter frage, dann sagt sie, dass ich ziemlich unproblematisch war. Umgekehrt sage ich das auch. Ich hatte viele Freiheiten.

    Ach, und Ihre voreilige Mutmaßung
    haben Sie auch noch nicht revidiert.
    Bitteschön, wenn Sie so großen Wert darauf legen, mache ich das natürlich gerne.

    Haben Sie außer Floskeln und Ihrem Mantra "kein Schulzwang" eigentlich auch Sachargumente?
    Nein, habe ich tatsächlich nicht. Ich bin nämlich der Meinung, dass die Menschen nicht doof sind und selbst sehr gut wissen, was gut für sie ist und deswegen zu nichts gezwungen werden müssen. Ich meine nur, dass auf dem Weg der Freiwilligkeit stets mehr zu erreichen ist, als auf dem Weg, jemanden mit Gewalt zu etwas zu zwingen.

    Oh, danke! Ich kannte das Projekt nicht. Habe mir das durchgelesen und würde meine Kinder auch nicht dort hinschicken. Der Grund dafür ist auch gleichzeitig der Grund dafür, warum das nicht funktioniert: Es herrscht offensichtlich Anwesenheitspflicht.
  7. #186

    Zitat von freiwilligfrei.de Beitrag anzeigen
    Ok, Sie sind also der Ansicht, das Kinder in die Schule gezwungen werden müssen. Da der Staat wegen mangelnder Geschäftsfähigkeit der Kinder nicht an die Kinder rangehen kann, setzt er den Hebel bei den Eltern an.

    Sie müssten also auch der Ansicht sein, dass die Eltern dazu gezwungen werden müssen, dass sie ihre Kinder in die Schule schicken, richtig?

    Wenn ich meine Kinder selbst unterrichten möchte, soll ich Ihrer Ansicht nach dazu gezwungen werden, meine Kinder in die Schule zu schicken.

    Wenn ich sie nicht in die Schule schicke, dann befürworten Sie auch, dass ich ins Gefängnis komme, bis dahin richtig?
    Bitte unterlasst diese miese Art der Zensur! Was ich beschreibe, das ist nichts als die Realität in deutschen Großstädten!

    So ist die aktuelle Rechtslage!

    Und die gilt auch für den Fall, dass man sein Kind in Neu-Kölln in eine Klasse schicken müsste, in der der Rest alles Türken sind, die bestenfalls etwas Deutsch können. Da hilft nichts, außer umzuziehen!

    Der Grundgedanke dabei ist der, dass es zweifelhaft ist, dass die Eltern eine wirklich adäquate Bildung gewährleisten können und dass das in die Menschenrechte der Kinder eingreifen würde!

    Übrigens, das wäre wohl die einzig erfolgversprechende Argumentationslinie für Bewohner von Problemvierteln.
  8. #187

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Wohin eigentlich? Privat nach Hause? ;-)

    Ich stimme insoweit zu, als die neuen Bildungsexperten, die sich nach PISA selbst inthronisiert haben, eine Bildung im Humboldtschen Sinne nicht goutieren. Erwünscht ist nurmehr, was ökonomisch nützlich ist ...
    Darf ich korrigieren? ... was selbsternannte, meist unternehmerisch völlig unerfahrene "Experten" sich unter "ökonomisch nützlich" vorstellen ..."

    ..., nicht aber, was dem Menschen selbst dient und ihm geistige Unabhängigkeit verschafft.
    Ja.

    Aber es wäre völliger Blödsinn, das Kind mit dem Bade auszuschütten und Kinder gar nicht mehr an die Hand zu nehmen. Ein solides, strukturiertes, breit gefächertes Grundwissen, das der Manipulierbarkeit entgegenwirkt, das die eigene Beurteilungsfähigkeit ermöglicht und zudem aus eigener Kraft jederzeit erweitert werden kann, ist nicht zu erreichen, wenn man die Schulpflicht abschafft oder in den Schulen die absolute Beliebigkeit bzw. das pur Lust-und Unlust-Prinzip walten lässt. Vor allem dort, wo es zu Hause keine Impulse gibt, außer denen, die aus Bildschirmen kommen, wird das geistige Rüstzeug fürs Leben sehr schmal bleiben. Möchten Sie Kinder aus solchen Verhältnissen sich selbst überlassen?
    Ich möchte nicht, dass Eltern bestraft werden, die der Ansicht sind, dass sie ihre Kinder bspw. selbst besser unterrichten können.

    (finden sie das Programm der nicht öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich gut oder warum kritisieren sie so gezielt die ARD?),
    Ich kenne das Programm der öffentlich-rechtsverletzenden Sender nicht, weil ich keinen Fernseher habe. Und ich schaue mir auch nichts davon an. Interessiert mich auch nicht sonderlich, weil es per definitionem schon so schlecht sein muss, dass es nichts taugen kann. Sonst müsste man die Leute nicht dazu zwingen, es zu bezahlen. Sonst würden es diejenigen, die das gut finden, selbst bezahlen.

    Man kann mehr oder weniger hitzig unser Schulsystem, über die neuen Curricula, ein bundeseinheitliches Zentralabitur, über die Klassengrößen, die Lehrerausbildung oder über die Frage, warum deutsche Bildungsabschlüsse weltweit große Anerkennung finden, diskutieren, aber das, was sie wollen, entbehrt jeder Vernunft und ist deshalb nicht diskutabel.
    Ich finde, konsequent gegen Gewalt zu sein, wenn es um die Lösung gesellschaftlicher Probleme geht und stattdessen auf Freiwilligkeit zu setzen, ist schon sehr vernünftig.

    Sie mögen es ja auch nicht, wenn man Sie zu etwas zwingt, obwohl sie friedlich sind und niemandem etwas tun. Oder finden Sie das etwa vernünftig?
  9. #188

    Zitat von freiwilligfrei.de Beitrag anzeigen
    ...Ja. Jedes Kind kommt mit der intrinsischen Motivation auf die Welt, zu lernen. Es ist genetisch darauf programmiert, weil seine Überlebenschancen sonst bei exakt Null liegen würden...
    Das ist ja schlau von der Evolution! Schade nur, dass es bei all diesen genetisch-motivierten Kindern auch immer ein paar Tausend gibt, die jedes Jahr im Kindesalter sterben, deren Überlebenschance also exakt bei Null liegt, weil sie an kardiovaskulären, neuromuskulären und genetischen Krankheiten leiden. Wobei das alles natürlich nicht genetisch bedingt ist, auch nicht die genetischen Krankheiten.

    Die Evolution hat uns übrigens als einzige Säugetiere mit einer Sprache ausgestattet, die es uns erlaubt, Wissen zu abstrahieren und abstrahiert weiterzugeben. Weswegen wir z.B. alte Menschen nicht einfach in der Savanne verhungern oder von den Löwen fressen lassen, sondern deren Erfahrung und Kenntnisse wertschätzen.
  10. #189

    Zitat von Persiflist Beitrag anzeigen
    Das ist ja schlau von der Evolution! Schade nur, dass es bei all diesen genetisch-motivierten Kindern auch immer ein paar Tausend gibt, die jedes Jahr im Kindesalter sterben, deren Überlebenschance also exakt bei Null liegt, weil sie an kardiovaskulären, neuromuskulären und genetischen Krankheiten leiden. Wobei das alles natürlich nicht genetisch bedingt ist, auch nicht die genetischen Krankheiten.

    Die Evolution hat uns übrigens als einzige Säugetiere mit einer Sprache ausgestattet, die es uns erlaubt, Wissen zu abstrahieren und abstrahiert weiterzugeben. Weswegen wir z.B. alte Menschen nicht einfach in der Savanne verhungern oder von den Löwen fressen lassen, sondern deren Erfahrung und Kenntnisse wertschätzen.
    Sicher, sicher - das menschliche Sprachvermögen ist auf der Erde einzigartig.

    Das allein nützt aber nichts, denn wenn das Sprachvermögen genetisch determiniert ist, so ist auch wahr, dass die persönliche Intelligenz genetische Grundlagen hat. Und wahr ist auch, dass Intelligenz - wie das menschliche Sprachvermögen auch - trotz gewisser genetischer Varianz vererbt wird.

    Vorsichtig haben das auch schon Bundesminister angedeutet, nämlich das, dass die richtigen Kinder bekommen sollen!

    Aber, die Realität sieht anders aus: Gebildete bekommen hierzulande weniger Kinder als die, die von Jugend an in der Hängematte liegen!








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