Forum: Uni + Bildung
Erziehung - wie ungerecht ist unser Schulsystem?
Noch immer spielen in vielen Bundesländern die Herkunft und die Elterhäuser der Schüler eine größere Rolle beim schulischen Fortkommen als die individuelle Begabung. Dies zu ändern ist das Ziel der Bildungspolitik, doch über die Vorgehensweise wird häufig gestritten. Manche wollen auch gar nichts ändern. Wie ungerecht ist unser Schulsystem wirklich?
- #170 24.06.2012 14:57 von
Sie glauben also, dass man diese Inhalte am besten lernt, wenn man Menschen dafür in diesen vorsintflutlichen "Lehranstalten" hineinzwingt und ihnen diese Inhalte mit ebenso vorsintflutlichen Methoden in ihren Kopf hineinprügelt? Sieht so aus, als hätten Sie sich noch nie mit der Art und Weise befasst, wie Menschen am besten lernen.
Schön. Aber belegt der Staat nicht dadurch einfach nur sein eigenes Versagen? Ist das nicht eine hervorragende Begründung dafür, warum er im Bildungssystem eigentlich nichts verloren hat?Zugegeben. Einige Kinder können das und tun es dann auch. Aber das sind absolute Ausnahmen. Und es sind bestimmt nicht die, die hier
Bundesbildungsbericht: Jeder fünfte Schüler hat keine Chance - SPIEGEL ONLINE
angesprochen werden.
Eine Frage:Kommen Sie doch bitte aus Ihrem Wolkenkuckucksheim in die Realität zurück.
Ist es aus Ihrer Sicht gerechtfertigt, dass es in Ihrem Wolkenkuckucksheim Schulzwang gibt, ebenso wie ein größtenteils staatlich finanziertes Bildungssystem? - #171 24.06.2012 15:20 von
Ich habe in meiner Schule und auch im Elternhaus gelernt, dass man eine laut in die Welt posaunte Meinung valide begründen können sollte. Es würde mich daher interessieren, wie Sie Ihre Ansicht rechtfertigen. Können Sie uns einmal genau sagen, was die Menschen aus welchen konkreten Gründen interessiert oder nicht interessiert ? Woher wissen Sie, dass das ausnahmslos für alle gilt? Was ist warum für die Zukunft nützlich oder nutzlos? Warum ist vor allem das Programm der ARD unnütz?
Vielleicht gewähren Sie uns zusätzlich noch einen kleinen Hinweis auf den Erfolg oder Misserfolg Ihrer eigenen Schullaufbahn. sind Sie ein Opfer des nutzlosen, nicht interessierenden Lernstoffs? - #172 24.06.2012 16:25 von
freiwilligfrei erklärt sich wortreich solidarisch mit den notorischen Schulhassern. Thesen wie: "Inhalte, die keinen (!!) interessieren" und "in Anstalten internieren (!!)" zeigen, wie weit dieses Gedankengebäude von der Realität entfernt ist. Allerdings ist diese deutsche Gesellschaft kräftig genug und geduldig dazu, solche Aussteiger mit durchzuschleppen, für sie Strom zu erzeugen, das Dach überm Kopf zu erhalten, die Klamotten herzustellen und Laptops zu bauen.
- #173 24.06.2012 16:40 von
xxx
Bitte belegen Sie, wo ich das gesagt oder implizit geschrieben hätte.
Ich unterrichte Mathematik und Physik an einem Gymnasium. Die Medien und die Methoden, die ich dazu heute einsetze, unterscheiden sich SEHR von denen meiner Schulzeit.
Dynamische Geometrie-Software, gelegentlich (nur zur Kontrolle der Rechnungen) Einsatz eines Computer-Algebra-Systems (CAS), Messwerterfassung (und später Auswertung) mit entsprechenden Computer-Interfaces und der zugehörigen Software, eLearning mit Moodle ... ... ....
Sicher nicht alle, aber viele Lehrer handhaben das so. Und etliche bestimmt noch besser als ich.
Wann waren Sie denn zum letzten Mal in einer (mathematischen oder naturwissenschaftlichen) Unterrichtsstunde?
(Auch) Hier irren Sie: Meine Prüfung in Pädagogik an der Uni befasste sich u.a. mit dem Klassiker von Robert Gagné "Die Bedingungen des menschlichen Lernens". Und neulich hatte ich das Vergnügen einen Vortrag von Prof. M. Spitzer lauschen zu dürfen.
Glauben Sie denn wirklich, die intrinsische Motivation eines Großteils der Kinder sei stark genug, um in Ihnen ein Bedürfnis zu lernen zu wecken? Glauben Sie wirklich, dass in dieser Welt des medialen Dauerfeuers mit gequirlter ... auf unterirdischem Niveau ohne Schulpflicht mehr als 50 % der Kinder freiwillig lernen würden?
Jedenfalls nicht das, was sie brauchen, um später einen anständigen Beruf auszuüben, der sie ernährt. - #174 24.06.2012 16:56 von
Wäre die Schule attraktiv und interessant, bräuchte man keinen Schulzwang. Was ist daran so kompliziert? Der Schulzwang ist Realität. In den Landesschulgesetzen ist festgelegt, dass wenn ich als Elternteil nicht dafür sorge, dass meine Kinder zur Schule gehen, ins Gefängnis gehen muss.
Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum Sie sich so echauffieren. Wenn das alles aus Ihrer Sicht so absurd klingt, dann fällt es Ihnen doch sicher sehr leicht, es einfach mit wenigen Worten zu widerlegen.
Was meinen Sie mit "solche Aussteiger"? Mich etwa? Ich kann mich der Schulpflicht nicht entziehen, außer durch Auswanderung. Wenn ich in Deutschland bleibe und meine Kinder nicht zur Schule schicke, komme ich in den Knast.Allerdings ist diese deutsche Gesellschaft kräftig genug und geduldig dazu, solche Aussteiger mit durchzuschleppen, für sie Strom zu erzeugen, das Dach überm Kopf zu erhalten, die Klamotten herzustellen und Laptops zu bauen.
Wenn ich der Ansicht bin, dass es erheblich bessere, schnellere und kindgerechtere Bildungsmethoden gibt und ich diese auch im Gegenzug zum Verzicht auf die Zwangsschule einsetzen würde, ist das egal. Ich komme dann trotzdem in den Knast. - #175 24.06.2012 17:04 von
Vor allem, wie stellt sich die Fraktin derer, die solche Thesen wie der Forist vertreten (er ist ja kein Einzelfall), das eigentlich praktisch vor? Nenas Schule mit auf diesem Gedankengut aufbauenden Trallala ist doch grandios gescheitert!
Leute, die allen Ernstes glauben, dass alle Kinder, auch die vielen, deren Eltern den ganzen Tag vor der Glotze hängen und sich mit Schund berieseln lassen, aus eigener Kraft und Motivation zu nächstbesten Bücherei stapfen, leben in einer Traumwelt. Es gibt zwar immer wieder Fälle, wo sich jemand am eigenen Schopf aus dem Dreck zieht, aber sie sind - man schaue sich um- eben nicht die Regel!
Warum schreit denn alle Welt nach mehr Ganztagsbetreuung? Weil der Großteil der Elternhäuser so hervorragende Lernbedingungen bietet? - #176 24.06.2012 17:43 von
Ja selbstverständlich. Wenn einen Menschen etwas nicht interessiert, dann beschäftigt er sich nicht damit und er bezahlt es auch nicht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass alles das, was ihm irgendwie von außen aufgezwungen wird, nicht in seinem persönlichen Interesse sein kann.
Es gibt immer ein paar durchgeknallte Ausnahmen, aber ansonsten müssten Sie schon gut begründen können, warum o.g. Zusammenhang nicht stimmen soll.Woher wissen Sie, dass das ausnahmslos für alle gilt?
Alles ist nützlich, wofür sich Menschen frei entscheiden können und was gleichzeitig keiner Gewaltausübung gegen andere entspricht. Wofür sich Menschen nicht frei entscheiden können, dazu müssen sie gezwungen werden. (einzige Ausnahme: Wenn Gewalt als Reaktion auf Gewaltausübung erfolgt) Zwang bedeutet Gewalt und Gewalt kennt im Gegensatz zu freiwilligen Vereinbarungen, Kooperationen oder auch Selbstverpflichtungen nur Verlierer. Zwang ist schädlich, also das Gegenteil von nützlich.Was ist warum für die Zukunft nützlich oder nutzlos?
Weil Menschen mit Gewalt dazu gezwungen werden, eine Leistung zu bezahlen, deren Umfang und deren Preis der Anbieter selbst festlegt, obwohl sie diese Leistung weder in Anspruch nehmen wollen noch in Anspruch nehmen können.Warum ist vor allem das Programm der ARD unnütz?
Ja, definitiv. Ich wurde dadurch einiger Jahre meiner Jugend beraubt, die ich sinnvoller hätte einsetzen können.Vielleicht gewähren Sie uns zusätzlich noch einen kleinen Hinweis auf den Erfolg oder Misserfolg Ihrer eigenen Schullaufbahn. sind Sie ein Opfer des nutzlosen, nicht interessierenden Lernstoffs?
Beispiel für einen Misserfolg: Ich war in Mathematik immer kurz vorm Sitzenbleiben, verdiene aber heute damit einen guten Teil meines Geldes. Was ich dazu brauche, entspricht gefühlten 10% des damaligen Mathe-Schulstoffs, den ich auch nicht in der Schule gelernt habe, sondern innerhalb von wenigen Monaten selbst.
Der größte Erfolg der Schulzeit war für mich, die Schulzeit mit möglichst geringem Aufwand und allerlei Tricks ganz gut zu überleben. - #177 24.06.2012 17:50 von
Ganz einfach: Kein Schulzwang, Punkt.
Das müssen Sie mal näher beschreiben.Nenas Schule mit auf diesem Gedankengut aufbauenden Trallala ist doch grandios gescheitert!
Die Regel ist, dass Kinder lernen wollen, solange ihre Motivation dafür nicht durch Zwangsbeschulung kaputt gemacht wird.Leute, die allen Ernstes glauben, dass alle Kinder, auch die vielen, deren Eltern den ganzen Tag vor der Glotze hängen und sich mit Schund berieseln lassen, aus eigener Kraft und Motivation zu nächstbesten Bücherei stapfen, leben in einer Traumwelt. Es gibt zwar immer wieder Fälle, wo sich jemand am eigenen Schopf aus dem Dreck zieht, aber sie sind - man schaue sich um- eben nicht die Regel!
Vielleicht, weil sie für eine Steuer- und Abgabenlast von 70-80% beide arbeiten gehen müssen - trotz industrieller Revolution, Massenproduktion, Effizienzsteigerungen ohne Ende usw. u.a. damit der Staat so ineffiziente und sündhaft teure Sachen wie staatliche Schulen bezahlen kann?Warum schreit denn alle Welt nach mehr Ganztagsbetreuung? Weil der Großteil der Elternhäuser so hervorragende Lernbedingungen bietet? - #178 24.06.2012 18:38 von
Zunächst gibt es keinen Zwang, sondern es bestehen eine Pflicht und ein Recht. - Und was für Sie "attraktiv und interessant" ist , können Sie ja gelegentlich mal aus Ihrer Aussteigerrolle heraus schildern. - Offensichtlich sind Sie es, der sich hier echauffiert. Ich habe Sie ganz ruhig und ohne Aufregung dorthin gerückt, wo Sie hingehören, nämlich ins Abseits. Dort haben Sie Ihren Freiraum, dort können Sie die reale Welt weiter attackieren, inzwischen läuft das Leben weiter.
- #179 24.06.2012 18:42 von
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