Ach, Rebellion? Die radikale Kleinschreibung ist ein alter Hut, vergleiche z.B. "otl aicher: analog und digital". Und die Veränderung der Orthographie aus ästhetischen Geschichtspunkten findet sich schon im alten Ägypten. Dort tauschten die Schreiber schon mal einen Laut gegen einen ähnlichen (z.B. "g" gegen "k") aus, wenn es graphisch besser aussah.
Somit ist es "Rebellion" und "Transferleistung" nur, wenn man von Wissen unbeleckt ist. Das ist übrigens auch die Grundlage jeden "Querdenkertums": unbelastet von Wissen kann man einen bereits vor Jahrhunderten als falsch erkannte Gedanken als innovative Querdenkerei verkaufen.
Aber zurück zum Thema: man kann den 68ern im Bezug auf ihrer Ideen zur Erziehung kaum einen Vorwurf machen. Aus dem Ziel "nie wieder Nationalsozialismus" und den damaligen Erkenntnissen der Soziologie und Entwicklungspschyologie haben sie ihre "Erziehungsmethoden" völlig richtig abgeleitet. Man wollte die Kinder gegen jede Art von "obrigkeitsstaatlichen" Einflüssen festigen. Also musste Authorität aus der Erziehung verbannt werden.
Und heute? Was hat sich geändert? Eigentlich fast nichts. Gut, manche glauben inzwischen, man könnte die Menschen durch Ausrichtung auf eine moralische Authorität (meistens "Gott") vor "dem Bösen" schützen. Komischerweise hat sich die Einsicht, dass ein halbwegs brauchbarer Schutz vor dem manipuliert werden nur das aktive Erlernen der gängigen Manipulationstechniken ist, nur an wenigen Stellen durchgesetzt.



