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Elite-Unis - Wege aus der Bildungsmisere?

Wieder streiten deutsche Hochschulen um den begehrten Titel Elite-Uni. Wie gut sind die deutschen Universitäten? Wie wettbewerbsfähig sind sie im internationalen Vergleich?
  1. #1

    Deutsche Unis erreichen bald Aldiniveau

    Auf dem Weg zu Unternehmen sinkt das Niveau deutscher Universitäten kontinuierlich auf Aldiniveau.
    Master und Bachelor statt Diplom sind Ausdruck dieses Niedergangs.
    Durch die Studiengebühren abgeschreckt, sinkt auch die Zahl der Studierenden.
    Geisteswissenschaften werden völlig vernachlässigt, das Einzige, was zählt, ist die Marktreife der Unis.
    Dieses beschränkte betriebswirtschaftliche Denken vieler Unileitungen ist Folge der neoliberalen Privatisierungswelle, die immer mehr Menschen in die Armut treibt und statt einer transparenten Demokratie eine Diktatur des Kapitals implantiert.
    Deutschlands Aldisierung auf allen Gebieten macht das Land der Dichter und Denker zum Land der Henker geistiger Werte.
  2. #2

    Nunja..ich selbst habe in Freiburg studiert, hatte zwar nur Einblick in sehr wenige Fakultaeten, die sich jedoch unter anderem als Aushaengeschild der Universitaet schimpfen lassen duerfen. Mein Fazit: Wie dieser "Laden" als eliteuni-wuerdig bezeichet werden kann, ist mir unverstaendlich.
  3. #3

    sowas

    im grunde genommen ist nicht die uni Elite, sondern einzelne fakultäten.Ich finde es sehr pauschal, eine Uni so zu etikettieren. Geht diese Definierung nicht irgendwie in der ganzen Ausführung verloren?
    Während Naturwissenschaften gern gefördert werden, sind die Geisteswissenschaften von ihrem Status definitiv unelitär, dafür sprichtja auch konstanz´s einziger kopfcluster. Und Aachen ist jetzt auch nicht gerade für seine Geisteswissenschaft mit hoher REputation versehen.
  4. #4

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Master und Bachelor statt Diplom sind Ausdruck dieses Niedergangs.
    Nunja, die Möglichkeit nach drei+ Jahren einen anerkannten Hochschulabschluss zu haben der einer Basisausbildung auf akademischem Niveau entspricht, finde ich nicht schlecht. Aber da wird es immer Menschen geben die der Meinung sind: "Mein Diplom ist das einzig Wahre, alles andere ist neumodischer Kram".

    Viel interessanter ist doch das Geschrei in Bezug auf mangelnde "hochqualifizierte" Fachkräfte und Hochschulabsolventen. Diese seien das Kapital Deutschlands. Und was wird getan diesem Problem entgegenzusteuern? Es werden Studiengebühren eingeführt. Das ist einfach nur grotesk. Da hat jemand die einfachsten ökonomischen Zusammenhänge verstanden...

    Mit der Einführung der Studiengebühren wurden sämtliche (betroffenen) Hochschulen zu "Elite"-Unis. Es können nämlich nur noch die hingehen die es sich leisten können.
  5. #5

    wir brauchen keine "elite" unis

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wieder streiten deutsche Hochschulen um den begehrten Titel Elite-Uni. Wie gut sind die deutschen Universitäten? Wie wettbewerbsfähig sind sie im internationalen Vergleich?
    1) sondern einen grossen besen, der den altbackenen und arroganten muff aus deutschen unis rausfegt - wir brauchen nicht nur leistungsfaehige, sondern auch leistungswillige professoren, und nicht etwa standardformate

    2) eine deutsche jugend, welche in bildung eine chance und in leistung ein stueck lebensqualitaet sieht - wir brauchen nicht nur leistungsfaehige, sondern auch leistungswillige studenten, und nicht etwa standardformate
  6. #6

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Auf dem Weg zu Unternehmen sinkt das Niveau deutscher Universitäten kontinuierlich auf Aldiniveau.
    Master und Bachelor statt Diplom sind Ausdruck dieses Niedergangs.
    Durch die Studiengebühren abgeschreckt, sinkt auch die Zahl der Studierenden.
    Geisteswissenschaften werden völlig vernachlässigt, das Einzige, was zählt, ist die Marktreife der Unis.
    Dieses beschränkte betriebswirtschaftliche Denken vieler Unileitungen ist Folge der neoliberalen Privatisierungswelle, die immer mehr Menschen in die Armut treibt und statt einer transparenten Demokratie eine Diktatur des Kapitals implantiert.
    Deutschlands Aldisierung auf allen Gebieten macht das Land der Dichter und Denker zum Land der Henker geistiger Werte.

    Danke! Sie sprechen mir aus der Seele.
  7. #7

    Zitat von MamaMiracoli Beitrag anzeigen
    Nunja, die Möglichkeit nach drei+ Jahren einen anerkannten Hochschulabschluss zu haben der einer Basisausbildung auf akademischem Niveau entspricht, finde ich nicht schlecht. Aber da wird es immer Menschen geben die der Meinung sind: "Mein Diplom ist das einzig Wahre, alles andere ist neumodischer Kram".
    Das sehen Sie m.E. zu vordergründig. Ich bin auch keine Freundin des BA/MA-Systems, habe mich aber hinreichend mit dem Thema befasst, um nicht nur oberflächlich Diplom/Magister als - aus meiner Sicht - besser zu erachten.
  8. #8

    Das ganze Verfahren ist mehr als fragwürdig

    Wenn man eine Universität als Ganzes bewertet, liegt schon im Ansatz der Hauptfehler.

    Die Qualität (<- eines der Hauptprobleme ist schon die Definition dessen, was man als Maßstab nimmt: Lehre, Veröffentlichungen, Patente, Drittmittel, Auslastung, Verhältnis Studenten/Lehrenden, Kooperationen mit ausländischen "Elite-Unis" wie MIT, Stanford, Berkeley, Havard, ...) der einzelnen Fakultäten bzw. Fachbereiche ist innerhalb einer Hochschule höchst unterschiedlich - und innerhalb dieser schwankt sie wieder von Lehrstuhl zu Lehrstuhl.

    Schon lange vor diesem Auswahlprozeß haben sich aber deutliche Ansehensunterschiede ("guter Ruf") gebildet.
    So würde sich natürlch jede Uni über den für Jedermann verständlichen Titel Elite-Uni freuen - in der Fachwelt dürte er aber überflüssig sein.

    Die RWTH z.B. hat im Bereicht Maschinenwesen und Elektrotechnik eine bundesweit herausgehobene Position. Viele ihrer Lehrstühle haben Kooperationen mit Industrieunternehmen und ausländischen Eleiteunis. Entsprechend schneidet sie bei Umfragen unter deutschen Führungskräften - die allerdings auch in erheblichem Umfang von der RWTH stammen - sehr gut ab.
    Die Umfragen unter Studenten geben regelmäßig ein anderes Bild und zumindest aus meiner Erfahrung Mitte der 80er Jahre kann ich sagen, daß die Qualität der Lehre in vielen Fächern mies war (überfüllte Hörsäle, Profs die in der Lehre unmotiviert waren - weil die lukrative Forschung interessanter war?). Dafür war die technische Ausrüstung erstklassig.

    Die eingworbenen Drittmittel übersteigen bei weitem die Gelder, die an Elite-Unis ausgeschüttet werden.

    Von daher kann zumindest Aachen auch weiter leben, wenn der Stempel "Elite" künftig nicht auf dem Briefkopf stehen sollte. Die Kooperationspartner werden deswegen nicht abspringen.
  9. #9

    Zitat von MamaMiracoli Beitrag anzeigen
    Nunja, die Möglichkeit nach drei+ Jahren einen anerkannten Hochschulabschluss zu haben der einer Basisausbildung auf akademischem Niveau entspricht, finde ich nicht schlecht. Aber da wird es immer Menschen geben die der Meinung sind: "Mein Diplom ist das einzig Wahre, alles andere ist neumodischer Kram".
    Die Argumentation zur Abschaffung des Diplomabschlusses im Bologna-Prozeß lief auf die internationale Vergleichbarkeit der Aufschlüsse hinaus. Im Ausland, so die "Fachmeinung" der Volksvertreter, könne man mit dem deutschen Diplom nichts anfangen. (Ob irgendeiner der Entscheidungsträger einen Diplomabschluß hat?)
    Demnach wissen die ausländischen Unternehmen nicht, worauf sie sich einlassen, wenn sie deutsche Ingenieure einstellen? Handeln sie also aus Barmherzigkeit?

    Die Idee, schon nach drei Jahren einen Abschluß anzubieten, kann man durchaus verfolgen. Als eine Alternative. Aber dafür den Diplom-Ingenieur abzuschaffen ist grober Blödsinn.
    Und wer mal den Arbeits- und Zeitaufwand für einen Diplomabschluß an einer TU/TH kennen gelernt hat, weiß, daß das nicht in drei Jahren gleichwertig erreichbar ist.








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