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Die Pleite von Witten/Herdecke - wäre sie ein Verlust?

Überraschend entzieht Nordrhein-Westfalen der Universität Witten/Herdecke den Landeszuschuss. Sie muss sogar bereits erhaltenes Geld zurückzahlen. Insgesamt geht es um 7,5 Millionen Euro - es könnte der Uni den Todesstoß versetzen. Ein Verlust für die Bildung in Deutschland?
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überraschend entzieht Nordrhein-Westfalen der Universität Witten/Herdecke den Landeszuschuss. Sie muss sogar bereits erhaltenes Geld zurückzahlen. Insgesamt geht es um 7,5 Millionen Euro - es könnte der Uni den Todesstoß versetzen. Ein Verlust für die Bildung in Deutschland?
    Nein!
    Der deutsche Staat sollte darauf verzichten private Schulen, Internate und Universitäten zu unterstützen bzw. Besuche selbiger auch noch steurlich absetzbar zu machen. Wenn sich eine Gruppe von Leuten sich der Gesellschaft entziehen möchte, dann soll diese es aus der eigenen Tasche bezahlen.

    Vielmehr ist zu prüfen ob erworbene (gekaufte) Abschlüsse auf Privatschulen ec. überhaupt anerkannt werden sollten. Es stellt sich doch die Frage, ob dem Prüfling, der ein nicht geringes Barvermögen pro Semester zahlt, Sonderkonditionen zu Teil werden, die er auf einer staatlichen Einrichtung nicht bekommen hätte. Einfach gefragt: Hätte er dort bestanden?

    Abschlußquoten in der Nähe von 100 % lassen mich da doch zweifeln. Die liegt einfach daran das es einfach Menschen gibt die nicht für ein Studium geboren sind.

    VG, Als_Tom
  2. #2

    Kein Verlust - ein Gewinn.
    Elite ist nicht per Definition herstellbar, auch nicht unbedingt durch teure Experimente, sondern durch Leistung.
    Experimente wie auf Massenfächer konzentrierte Uni-Neugründungen fördern höchstens die Profilierung Einzelner.

    Zur Behebung von Engpässen in NC-Fächern wäre auch ein Ausbau bestehender Ressourcen zweckmäßiger.
    Eine gewisse Kontinuität, eine Leistungstradition, wäre förderlich. Eliteförderung könnte wesentlich stringenter und kostengünstiger an kleinen, klassischen Universitäten eingeführt und betrieben werden.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Überraschend entzieht Nordrhein-Westfalen der Universität Witten/Herdecke den Landeszuschuss. Sie muss sogar bereits erhaltenes Geld zurückzahlen. Insgesamt geht es um 7,5 Millionen Euro - es könnte der Uni den Todesstoß versetzen. Ein Verlust für die Bildung in Deutschland?
    Ja, und das nicht nur der hervorragenden Medizinerausbildung wegen die mehr auf den Patienten konzentriert ist und nicht auf die zweifelhaften Forschungen der angeblichen Naturwissenschaft Medizin. Aber auch sonst im flachen Mainstream der Pinkwartschen Hochschulfreiheit, die in Wirklichkeit nichts ist als die Auslieferung der Bildung an die Verwertungsindustrie und an den Schwachsinn von credit points der Dünnbrettbohrer. Aber kein Wunder, Pinkwart ist schließlich BWLer, wenn auch nur an einer Fachhochschule: da kommt eben Neid auf und FDP ist ohnehin nichts für dicke Bretter.
  4. #4

    Zitat von Baikal Beitrag anzeigen
    Ja, und das nicht nur der hervorragenden Medizinerausbildung wegen die mehr auf den Patienten konzentriert ist und nicht auf die zweifelhaften Forschungen der angeblichen Naturwissenschaft Medizin. Aber auch sonst im flachen Mainstream der Pinkwartschen Hochschulfreiheit, die in.....
    Pinkwart hat schon so einige Dinger gucken lassen. Und jetzt solche Äußerungen als FDP-Mitglied. Gleichmacherei ist doch eher anderen vorbehalten - diese Partei stellt sich als liberal dar? Als Förderer des Individuums und der Individualität?

    Schade wär´s wenn die Hochschule dicht machen müsste - eine Schande wär´s, wenn die FDP der Sargnagel wäre!
  5. #5

    Zitat von Als_Tom Beitrag anzeigen
    Nein!
    Der deutsche Staat sollte darauf verzichten private Schulen, Internate und Universitäten zu unterstützen bzw. Besuche selbiger auch noch steurlich absetzbar zu machen. Wenn sich eine Gruppe von Leuten sich der Gesellschaft entziehen möchte, dann soll diese ....
    Die Private Schule muss auf die Einnahmen schauen. Würden viele dort scheitern oder schlechte Noten bekommen,würde der Ruf schlecht leiden.
    Dann bliebe der Nachschub und somit die Gelder aus.

    Die Abschlüsse müssten also irgendwie von staatlicher Seite überprüft werden.
  6. #6

    Zitat von Baikal Beitrag anzeigen
    [...] nicht nur der hervorragenden Medizinerausbildung wegen die mehr auf den Patienten konzentriert ist und nicht auf die zweifelhaften Forschungen der angeblichen Naturwissenschaft Medizin. Aber auch sonst im flachen Mainstream der Pinkwartschen Hochschulfreiheit, die in Wirklichkeit nichts ist als die Auslieferung der Bildung an die Verwertungsindustrie und an den Schwachsinn von credit points der Dünnbrettbohrer. Aber kein Wunder, Pinkwart ist schließlich BWLer, wenn auch nur an einer Fachhochschule: da kommt eben Neid auf und FDP ist ohnehin nichts für dicke Bretter.
    Sie schreiben mir aus der Seele. Tatsächlich kenne ich die Wittener Uni sehr gut und muss zugeben, dass hier keine abgehobene Elite herangezüchtet wird, sondern selbstbewusste, selbstständig agierende Mediziner, BWLer und Zahnmediziner, die nicht unbedingt im Mainstream schwimmen, sondern wirklich neue Wege beschreiten. Wer jemals die Zahnklinik der Wittener Uni besuchen musste, wird sicher erst einmal einen Schock bekommen. Die Mediziner sind nett, nehmen sich sehr viel Zeit, meist wird man von mindestens zwei (angehenden) Ärzten behandelt und am Ende sind die Schmerzen weg (und so behandeln die Kassenpatienten!).
    Die Uni in Witten hat sich auf neue Wege vorgewagt, sie fördert die Selbstständigkeit ihrer Studenten, dort, wo Wittener Absolventen arbeiten, ist man in der Regel mit ihnen höchst zufrieden (wie in der medizinischen Fakultät einer kleinen US-Uni namens Harvard).
    Natürlich ist die Uni nicht perfekt. 1.) die exorbitanten Gebühren können sich meist nur Kinder reicher Eltern leisten. 2.) Wer in die Forschung will, ist in Witten nicht gut aufgehoben, denn Witten erzieht Praktiker in allen Fakultäten.

    Doch als ehemaliger Student einer staatlichen Hochschule muss ich zugeben, beim Blick auf Witten/Herdecke kann einen der Neid packen. Professoren, die Zeit für ihre Studenten haben, überschaubare Seminare, Vorlesungen, die zur Diskussion anregen.

    Wäre ich Herr Pinkwart, würde ich den Laden dicht machen. Eine Uni, an der das Lernen Spaß macht und deren Abschluss eine fast 100%ige Jobgarantie mit sich bringt, die Eliten fördert, ohne dabei elitär zu wirken (ich bin aus der Region und kein Scheiß: Snobismus ist am Campus ein Fremdwort), so ein Laden muss weg. Der passt nicht ins deutsche Hochschulwesen mit seinen überfüllten Hörsälen, den Professoren, die ihre Studenten für den eigenen Ruhm arbeiten lassen ....
  7. #7

    Es bleibt bei privaten Schulen und Unis immer ein Beigeschmack.

    Wie kann man einerseits angeblich so selbständig sein, wenn man andererseits die bessere Betreuung der Professoren benötigt?

    Ein echtes Studium erfordert eine eigene Auseinandersetzung mit dem Stoff. Da ist eine "zu gute" Betreuung durch den Professor eher hinderlich. Man muss auch Wochen an einem mathematischen Beweis hängen bleiben dürfen, um dann nach eigener Anstrengung doch noch die Lösung zu finden.

    Wenn ich von mir persönlich bekannten privaten Schulen auf private Unis schließen soll, dann läuft da manches nicht korrekt ab. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es private Schulen, die es innerhalb der Oberstufe schaffen, aus einem 6er-Schüler in Mathematik einen 1er-Schüler zu machen. Zauberei!

    Und wenn man sich dann noch diverse private "Elite"-Unis im Ausland anschaut, an denen selbst erwiesene Dünnbrettbohrer bestanden haben sollen, darunter auch Präsidenten der USA bzw. deren Söhne und Töchter, was soll man daraus schließen?

    Die Millionen vom Land wären wesentlich besser in staatlichen Unis aufgehoben. Zumal dort geforscht wird. Ohne Forschung und Anbindung der Studenten an diese, z.B. über Diplomarbeiten, die diesen Namen auch verdienen, sind die Abschlüsse doch nicht viel wert.
  8. #8

    Reiche (Elite-) Eltern

    Natürlich ist die Uni nicht perfekt. 1.) die exorbitanten Gebühren können sich meist nur Kinder reicher Eltern leisten. 2.) Wer in die Forschung will, ist in Witten nicht gut aufgehoben, denn Witten erzieht Praktiker in allen Fakultäten.
  9. #9

    Natürlich ist die Uni nicht perfekt. 1.) die exorbitanten Gebüh

    Danke für die realistische Darstellung der Uni. An einer Stelle möchte ich allerdings noch etwas klarstellen: es sind nicht unbedingt die Kinder reicher Eltern, die dort studieren. Die Uni bietet ein Finanzierungsmodell für die Studiengebühren, bei denen man im Wege eines umgekehrten Generationenvertrages während des Studiums keine Gebühren zahlt. Dafür zahlt man dann später, nach dem Einstieg ins Berufslebenden, seine Studiengebühren suksessive ab. Und das sind dann mindestens nach heutigen Stand 30.000 €. Wer eine solche finanzielle Bürde auf sich nimmt,der ist auch motiviert erfolgreich zu studieren und hat dabei nicht zwangsläufig reiche Eltern im Hintergrund.

    Und für diejenigen, die vehement für eine Schließung der Uni wegen des "privaten" Charakters eintreten, noch ein kleiner, wenn auch vollkommen unsachlicher "Tipp": Wenn ihr dann irgendwann auf die Hilfe eines Arztes angewiesen seid, wartet am Besten darauf, dass einer aus England eingeflogen wird oder versucht's mal bei einem Laborarzt aus der Pharma-Industrie, denn da geht die überwiegende Zahl der Absolventen staatlicher Unis hin.








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