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Bürostress durch Langeweile?

Die einen rackern sich krumm, die anderen legen die Füße hoch. Und leiden ebenfalls. Zwei Buchautoren haben dafür ein Etikett gefunden: Boreout - Burnouts hässlicher Bruder. Wie beurteilen Sie den Stressfakor Langeweile im Büro?

Der Artikel zum Thema:
http://www.spiegel.de/unispiegel/job...515164,00.html
  1. #10

    Motivation durch "individuelle" Weiterbildung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die einen rackern sich krumm, die anderen legen die Füße hoch. Und leiden ebenfalls. Zwei Buchautoren haben dafür ein Etikett gefunden:....
    In der Softwareentwicklung, wo ich mich seit 25 betätige, schwankt die Arbeitsauslastung enorm.
    Die Aufwände wurden früher (in den `80ern) meistens um 100% unterschätzt, was Stress und Ausfälle bei den Beteiligten und Projekten verursachte.

    Heute sind die Budgets großzügiger geplant, insbesondere in der Wartungs- und Betreuungsphase bei größeren Vorhaben ( Datenbankanwendungen).
    Hier habe ich teilweise Leerlauf erlebt, was ich ebenso unangenehm empfinde.

    Allerdings habe ich als Freiberufler heute eine günstigere Situation, da mir kein Vorgesetzter irgendeine fachfremde Verlegenheitsaufgabe aufdrücken kann, wie im Angestelltendasein oft üblich.
    Ich spiele kein Solitär, sondern gehe in Ruhe allgemeinen Betriebssystem-Problemen nach, entwickele Hilfsmittel und Editiermakros, betreibe kurzum individuelle Weiterbildung.

    Das nächste Projekt und meine Motivation profitieren davon.


    Tom
  2. #11

    langeweile

    es ist 02:48 mache schluss fuer heute, seit 08:00 gecoded, jetzt fange ich an mich zu langweilen, und denke was fuer ein thema? langweilen sich die jungs und maedchen bei spiegel online, unterfordert, nix zu tun, passiert sonst nix auf der welt?
    gute nacht!
  3. #12

    Zitat von JaIchBinEs Beitrag anzeigen
    In der Softwareentwicklung, wo ich mich seit 25 betätige, schwankt die Arbeitsauslastung enorm.
    Die Aufwände wurden früher (in den `80ern) meistens um 100% unterschätzt, was Stress und Ausfälle bei den Beteiligten und Projekten verursachte.

    Heute sind die Budgets großzügiger geplant, insbesondere in der Wartungs- und Betreuungsphase bei größeren Vorhaben ( Datenbankanwendungen).
    Hier habe ich teilweise Leerlauf erlebt, was ich ebenso unangenehm empfinde.

    Allerdings habe ich als Freiberufler heute eine günstigere Situation, ...
    Das wirkliche Problem bei zu wenig Arbeitsauslastung sehe ich mehr im Bereich Arbeitsplatzsicherheit und Zeugnis.
    Ein Mitarbeiter, der (viel) zu wenig Auslastung hat, kann sich Vorstellen, das dieses auch seinen Chef's bzw. der jeweiligen Verwaltung der Firmen bekannt ist. Wenn also Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen, sind diese Mitarbeiter natürlich ganz heiße Kandidaten für eine Kündigung. Ein ähnliches Problem ergibt sich mit dem Zeugnis: Was soll Da drinstehen? Hat in den letzten Jahren Bleistifte angespitzt und Sudoku gespielt? Darüber wird sich wohl kaum ein neuer AG freuen. Da entsteht ein Stress-Druck den der Mitarbeiter nicht abbauen kann, weil er nichts an der grundsätzlichen Situation ändern kann.

    Eine besonders kritische Mischung sehe in in dem Mix aus Überlastung und Unterforderung, der oft bei Projekttätigkeiten in der IT-/Beraterbranche auftreten kann. Die Projekte, die besagten Unterforderungsmalus ausgleiche können, sind oft schlecht geplant und führen dann oft zu einer temporären Überlastung, die sich auch nicht gerade Positiv auf die Beurteilung auswirkt. Insbesondere, wenn irgendwelche Experten auf die Idee kommen, die Zeiten pauschal gegeneinander aufzurechnen. Aber Herr Müller, kaum bekommen Sie mal ein richtiges Projekt, schon stöhnen Sie über Arbeitsüberlastung, Sie sind wohl nichts Gutes mehr gewöhnt...

    Freiberuflern geht es da einfach besser: Wer die ohne wirkliche Auslastung anstellt, hat ein Problem und nicht der Freiberufler.
  4. #13

    also ich habe mit erstaunen diesen artikel gelesen.

    >>alle<< symptome des boredoms trafen voll und ganz auf mich zu!

    !Verspannungen!, Erschöpfung am Abend, fake-arbeit usw.
    Als IT-ler hat man es da noch relativ gut (wie auf seite 1 hier ersichtlich) und kann sich mit allerhand im netz beschäftigen und seine eigenen projekte aufbaun.
    Dennoch nagt es extrem an der psyche.

    Zum Glück hat mich das motiviert, meinen Fachabitur zu machen und jetzt bin ich am studieren -> Meine eigene Flucht aus der Monotonie des Arbeitsalltags.
  5. #14

    hab vergessen zu schreiben, dass ich dadurch zum DAUER F5 Drücker auf spon.de wurde:D
  6. #15

    Burnout, boreout und glückliche Faulenzer

    Ich arbeite in einem großen IT-Konzern mit mentalem Dauerdruck bis die Tränen kommen. Ich habe gerackert bis kurz vor dem Burnout. Ich war mehrmals kurz vorm Zusammenbruch. Als protestantisch erzogener Akademiker halte ich durch - ich Idiot! Nur nicht aufgeben. Wenn das Leben schön war, war es voller Arbeit.

    Daneben sehe ich seit Jahren einen glücklichen Kollegen welcher entspannt in der Kaffeecke fabuliert, ausser wenn er am Schreibtisch im Internet gaaaaanz laaaaangsam liest oder im Homeoffice "arbeitet" (das gehört m.E. sowieso eng kontrolliert!).Der Clou: sein Budget wird regelmäßig an Agenturen gegeben welche, welch Überraschung, die Arbeit machen.

    Es gibt ihn, den vierten Weg zwischen glücklicher Arbeit, Burnout und Boreout: Er wird niemals an Burnout oder Boreout sterben. Dafür ist er einfach zu glücklich.

    Mein Dilemma:
    - Es k..... mich an!
    - Ich eifere ihm nach. Dann bin ich der Schächelnde.
    - Ich mache so weiter. Dann bin ich der Idiot vor mir selbst.
    - Ich mache negative Propaganda. Weiss ich welchen Topmanagers Neffe er ist?
  7. #16

    Zitat von no idea Beitrag anzeigen
    hab vergessen zu schreiben, dass ich dadurch zum DAUER F5 Drücker auf spon.de wurde:D
    benutzen Sie einfach diesen Link

    http://forum.spiegel.de/search.php?do=getnew

    als Favorit/Lesezeichen, wie ich auch ;-)
  8. #17

    Im Beobachten von Langeweile habe ich jahrelange Erfahrung. Diese Langeweile entsteht häufig aus unmotivierten, verweichlichten und sich selbst überschätzenden Angestellten. Der klassische Witz über die blonde Sekretärin, die sich die Fingernägel lackiert, sechs Liter Kaffee für dreissig Anschläge braucht, kommen nicht aus dem Nichts. Auch der Witz über Büroschlaf und die legendäre Faulheit von Beamten, sind Lebenserfahrung und kein Klischee.

    Dabei gibt es soviel zu tun. Wenn aber eine Firma schlecht organisiert und strukturiert ist, dann ist es kein Wunder, dass sich die Mitarbeiter langweilen. Und wenn Angestellte fern jedem Burn-Outs sich als Lebensplanung das Abhocken von Monatsgehältern als Lebensdirektive verklären, dann muss dabei auch Langeweile entstehen.

    Wir alle wissen doch vom bürokratischen Wasserkopf und das Verwaltung auch Verwaltung erzeugt, die verwaltet werden will. Die Gegenmaßnahmen des Managements fallen unterschiedlich harsch aus. Unternehmen, die straff in allen Bereichen Effizienzeinbußen austilgen wollen, werden als Monstren wahrgenommen, (Staats)-Unternehmen die eher schleifen lassen, werden von Kunden und Auftragsfirmen als solche gefürchtet.

    Die meisten Anrufe tätigen Angestellte kurz vor Feierabend, die meisten Aufträge werden Donnerstag und Freitag besprochen, die typische Torschlusspanik der Büros bricht aus, wenn der Feierabend oder das Wochenende naht.

    Es ist also genug zu tun. Der überwiegende Teil der Menschen ist aller Freiheit zum Trotz auf Papi oder Mami angewiesen, die da eine Ansage machen müssen, damit die Langeweile der sich selbst Bespiegelnden nicht zu gross wird.
  9. #18

    @Parzival v. d. Dräuen: "Dabei gibt es soviel zu tun. " - das ist ja eben genau das Problem - es gibt oftmals nicht genug zu tun...klar kann ich mir Arbeit suchen, diese erledigen und dann hab ich mehr gemacht...jedoch sollte dabei min. eines der beiden folgenden Kriterien erfüllt sein:

    1.) was ich tue / entwickle bringt dem Unternehmen wirklich etwas - sprich es kommt auch zum Einsatz und verschwindet nicht nach Fertigstellung in irgendeiner Schublade

    2.) dass ich mehr arbeite bringt mir auch mehr Gehalt

    Wie willst du von einem Großteil der Menschen erwarten, dass diese sich engagieren, wenn es sich für sie wirklich 0 auszahlt.
  10. #19

    Die Zeiten, als ich nicht wußte, wie ich den Tag totschlagen sollte, sind fast 25 Jahre her. Damals konnte ich noch kündigen, zumal in naher Zukunft auch unangenehme Arbeit "drohte". Mittlerweile hat es mich voll erwischt, und die Momente, wo ich hier vorbei schauen kann, sind selten geworden. Wäre ich bloß Beamter geworden...;-)








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