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Braucht der Bund mehr Kompetenz in der Bildungspolitik?

Der Föderalismus ist ein politischer Grundpfeiler Deutschlands. Aber wie sinnvoll ist er heute auf dem Feld der Bildung? Die Frage der schulischen Ausbildung sowie der Zukunft der Universitäten verlangt nach grundlegenden Maßnahmen, um Deutschlands internationale Stellung zu verbessern. Braucht hierzu der Bund mehr Kompetenz in bildungspolitischen Entscheidungen?
  1. #410

    Tja...

    Zitat von Dei_Mudda Beitrag anzeigen
    Hier mal eine ganz provokative Frage meinerseits: Was verunsichert Sie als Eltern konkret?
    ...
    .. und wenn ihr Kind sagt, es fände DSDS scheiße haben Sie verdammt viel richtig gemacht ;-)
    Was uns verunsichert, ist die Tatsache, dass wir ja ca. 10,000 km von Deutschland entfernt leben, aber unseren Kindern Sprache, Kultur und das notwendige (Schul-, Fach-)Wissen (auf Deutsch) angedeihen lassen wollen und nun nicht wissen, ob man die neuen Schulbücher nehmen soll, oder auf 20 oder 30 Jahre alte Bücher zurückgreift.
    Wenn ich an meine Auslandsschulzeit (Deutsche Schule auf angeblichem NRW-Niveau) und die anschliessende Rückkehr an ein bayerisches Gymnasium denke, die einen abismalen Unterschied in der Qualität (speziell ca. 3 Jahre Differenz in Deutsch und in Mathe) offenbarten (und sich dies auch 20 Jahre später bei meiner kleinen Schwester wieder bestätigte), und deshalb auch keine 500 EUR/Monat für solch eine minderwertige Schule ausgeben möchte, dann bleibt uns eben nur eine nachmittägliche, sehr private Alternative übrig, damit wir dies unseren Kindern ersparen.
    Gut, ein (mexikanischer) Vater ist Harvardabsolvent, hat dieses Auslandsstudium durch ein Stipendium finanziert bekommen, dadurch einen grossen sozioökonomischen Aufstieg hingelegt und selbstverständlich grosse Träume für seine kleinen Töchter.

    American Idol bzw. LatinAmerican Idol kommt hier nach der Schlafenszeit meiner Tochter, so dass ich mir da noch keine Sorgen machen muss (aber wir haben sowieso keinen Bohlen, sondern Tyler und JLo bzw Jon Secada, die alles "beautiful" finden und bei Nichtgefallen "Sorry honey!" sagen).
  2. #411

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Was uns verunsichert, ist die Tatsache, dass wir ja ca. 10,000 km von Deutschland entfernt leben, aber unseren Kindern Sprache, Kultur und das notwendige (Schul-, Fach-)Wissen (auf Deutsch) angedeihen lassen wollen und nun nicht wissen, ob man die neuen Schulbücher nehmen soll, oder auf 20 oder 30 Jahre alte Bücher zurückgreift.
    Ich empfehle unbedingt die 30 Jahre alten Bücher.

    Mit Begriffen wie „Ostzone“ , „DDR“ und „BRD“ werden Sie allen zeigen können, dass die Bildung Ihrer Kinder enorm viel Geld gekostet hat und Ihre Kinder mitten im realen Leben stehen.

    Besonders dann, wenn Ihre Kinder das ganze noch mit lateinischen ( besser noch : griechischen ) Zitaten garnieren können.
  3. #412

    Der bundesdeutsche Bildungsanachronismus !

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Was uns verunsichert, ist die Tatsache, dass wir ja ca. 10,000 km von Deutschland entfernt leben, aber unseren Kindern Sprache, Kultur und das notwendige (Schul-, Fach-)Wissen (auf Deutsch) angedeihen lassen wollen und nun nicht wissen, ob man die neuen Schulbücher nehmen soll, oder auf 20 oder 30 Jahre alte Bücher zurückgreift.
    Wenn ich an meine Auslandsschulzeit (Deutsche Schule auf angeblichem NRW-Niveau) und die anschliessende Rückkehr an ein bayerisches Gymnasium......
    Sie bestätigen wieder einmal das, was ich in unterschiedlichen Foren hier immer wieder anprangere: Die Bildungshoheit der Länder ! Jedes Land kocht sein eigenes "Süppchen". Die Leistragenden sind Eltern und Kinder. Aber die wirklichen Sorgen und Nöte der Bürger sind unseren Politikern sowieso egal. Hauptsache die nächste Wahl wird gewonnen und man bleibt an der Macht.

    Ich bin Ende der sechziger Jahre dem Rat einer guten Freundin gefolgt und habe meine Kinder auf die Waldorfschule geschickt. Auch meine Enkelkinder besuchen diese Schule. Ich habe es nicht einen Tag bereut.
  4. #413

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Vor einiger Zeit hatte ich mal einen Elternabend, auf dem es um die (unterirdische) Disziplin der Klasse ging
    Kommt mir irgendwie bekannt vor:
    Die Jugend liebt heutzutage den Luxus, sie hat schlechte Manieren,
    verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und
    schwatzt, wo sie arbeiten soll.
    .

    Derjenige, der dies sagte hieß Sokrates.

    Er sagte es übrigens im Jahre 441 vor unserer Zeitrechnung……..
  5. #414

    Hihihi!

    Zitat von IB_31 Beitrag anzeigen
    Ich empfehle unbedingt die 30 Jahre alten Bücher.

    Mit Begriffen wie „Ostzone“ , „DDR“ und „BRD“ werden Sie allen zeigen können, dass die Bildung Ihrer Kinder enorm viel Geld gekostet hat und Ihre Kinder mitten im realen Leben stehen.

    Besonders dann, wenn Ihre Kinder das ganze noch mit lateinischen ( besser noch : griechischen ) Zitaten garnieren können.
    Ich habe da noch einen dtv-Weltatlas, der geht bis 1977 und einen Diercke von 1974 (den ich zum Schulanfang geschenkt bekam).
    Ich sage ja lieber Ossiland, auch wenn es einen Teil der Verwandtschaft etwas nervt (obwohl sich ein Cousin meines Dads sich an den Spitznamen "Rote Socke" gewöhnt hat).

    Lateinische und griechische Zitate lernen mexikanische Kinder im Schulfach Etymologie, keine Sorge... ;-)
  6. #415

    Hm...

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Sie bestätigen wieder einmal das, was ich in unterschiedlichen Foren hier immer wieder anprangere: Die Bildungshoheit der Länder ! Jedes Land kocht sein eigenes "Süppchen". Die Leistragenden sind Eltern und Kinder. Aber die wirklichen Sorgen und Nöte der Bürger sind unseren Politikern sowieso egal. Hauptsache die nächste Wahl wird gewonnen und man bleibt an der Macht.

    Ich bin Ende der sechziger Jahre dem Rat einer guten Freundin gefolgt und habe meine Kinder auf die Waldorfschule geschickt. Auch meine Enkelkinder besuchen diese Schule. Ich habe es nicht einen Tag bereut.
    bei uns hat die SEP (Secretaría de Educación Pública) seit 90 Jahren die Lufthoheit und die Kinder aus marginalisierten Zonen (Urwald von Chiapas oder Wüste in Sonora) haben einen drei- bis vierjährigen Rückstand gegenüber Privatschülern aus der Hauptstadt. (Quelle: ENLACE)
    Hier wird man ebenfalls in eine Schicht hineingeboren und kommt kaum raus.

    Ich war übrigens 5 Jahre lang Waldi, würde es meinen Kindern aber nicht antun wollen (zumindest nicht in Bayern oder in Mexiko).
  7. #416

    Erziehungsfragen

    Zitat von IB_31 Beitrag anzeigen
    Kommt mir irgendwie bekannt vor:
    Die Jugend liebt heutzutage den Luxus, sie hat schlechte Manieren,
    verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und
    schwatzt, wo sie arbeiten soll.
    .

    Derjenige, der dies sagte hieß Sokrates.

    Er sagte es übrigens im Jahre 441 vor unserer Zeitrechnung……..
    Klar, die Probleme sind nicht neu. Aber Sokrates musste keinen Elternabend abhalten. Er konnte auf andere Methoden der Disziplinierung zurückgreifen, die uns heute verwehrt sind.

    Vielleicht noch zwei Meinungen von nicht weniger großen Menschen:

    "Ein Vater schilt, straft und stäubt sein Kind und ist ihm doch nicht feind; der ist ihm aber feind, der seiner Bosheit schweigt und nicht schilt noch straft." Martin Luther

    Und durchaus dazu passend:
    „Man könnt' erzogene Kinder gebären, wenn die Eltern erzogen wären.“
    sagte der Dichterfürst Goethe.
  8. #417

    Ja, Bayern !

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    bei uns hat die SEP (Secretaría de Educación Pública) seit 90 Jahren die Lufthoheit und die Kinder aus marginalisierten Zonen (Urwald von Chiapas oder Wüste in Sonora) haben einen drei- bis vierjährigen Rückstand gegenüber Privatschülern aus der Hauptstadt. (Quelle: ENLACE)
    Hier wird man ebenfalls in eine Schicht hineingeboren und kommt kaum raus.

    Ich war übrigens 5 Jahre lang Waldi, würde es meinen Kindern aber nicht antun wollen (zumindest nicht in Bayern oder in Mexiko).
    Der Freistaat Bayern ist in den meisten Dingen eine Ausnahme. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber wir Norddeutsche bezeichnen Bayern gelegentlich als "Ausland". Über die deutschen Auslandsschulen weiss ich nur wenig, ich habe lediglich in Saudi-Arabien und den V.A.E. gearbeitet. Weiss aber, dass die deutsche Schule in Kairo sehr gut ist und dort eine hohe Nachfrage existiert. In Abu Dhabi war sie akzeptabel. Wer es sich leisten konnte, schickte seine Kinder allerdings auf ein deutsches Internat.

    Die Waldorschulen hier in Bremen genießen einen recht guten Ruf. Meine Tochter war sogar Waldorflehrerin für Eurythmie. Meine Enkelkinder besuchen die Schule recht gerne.
  9. #418

    Hb

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Der Freistaat Bayern ist in den meisten Dingen eine Ausnahme. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber wir Norddeutsche bezeichnen Bayern gelegentlich als "Ausland". Über die deutschen Auslandsschulen weiss ich nur wenig, ich habe lediglich in Saudi-Arabien und den V.A.E. gearbeitet. Weiss aber, dass die deutsche Schule in Kairo sehr gut ist und dort eine hohe Nachfrage existiert. In Abu Dhabi war sie akzeptabel. Wer es sich leisten konnte, schickte seine Kinder allerdings auf ein deutsches Internat.

    Die Waldorschulen hier in Bremen genießen einen recht guten Ruf. Meine Tochter war sogar Waldorflehrerin für Eurythmie. Meine Enkelkinder besuchen die Schule recht gerne.
    Nun, das Bremer Schulsystem genießt insgesamt einen nachhallenden Ruf. Warum soltten sich die waldorfschulen da ausnehmen.
  10. #419

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Ich habe da noch einen dtv-Weltatlas, der geht bis 1977 und einen Diercke von 1974 (den ich zum Schulanfang geschenkt bekam).
    Das ist ja echt krass.
    (Ich hoffe jetzt aber, dass Sie kein Messie sind.. ... ;- ).

    Ich sage ja lieber Ossiland, auch wenn es einen Teil der Verwandtschaft etwas nervt (obwohl sich ein Cousin meines Dads sich an den Spitznamen "Rote Socke" gewöhnt hat).
    Wir haben sogar einen Kater, der „Ossie“ heisst.
    Die beiden Biester haben ihn mal heimlich mitgebracht als wir dort waren und ihn dann auch so genannt.
    Führt manchmal zu merkwürdigen Situationen, wenn der Kater gerufen wird.

    Zum Thema
    Sooo schlecht wie unser Bildungssystem hier von Lehrern herbeigeredet wird, ist es nicht.
    (Man hat ja manchmal den Eindruck wir befinden uns in einem Entwicklungsland)

    Und sooo schlecht wie die Kinder und Jugendlichen hier beschrieben werden, sind diese nicht.
    (Es gibt nicht nur Problemkinder)
    Die meisten Lehrer die hier schreiben, dürften der Generation 50+ angehören.
    Das muss man bei deren Weltbild berücksichtigen.

    Vieles ändert sich.
    Ansichten ändern sich.

    Als ich noch Schüler war, (das ist weniger als 15 Jahre her) waren Vampire noch die bösen Blutsauger.
    Heute sind es für die (weiblichen) Teens d i e Traummänner schlechthin.

    Einige der wenigen Dinge die in D noch konstant sind:
    Immer noch gibt es bei den „Praktiker-Baumärkten“
    für Tiernahrung keine 20 % Rabatt ... ;- ).


    Sonst ist so ziemlich alles in Bewegung.

    Das macht vielen älteren (und wohl auch eher so statischen Persönlichkeiten) Probleme.
    Das führt dann zu dem berühmt/berüchtigtem:
    Früher war alles besser.


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