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Braucht der Bund mehr Kompetenz in der Bildungspolitik?

Der Föderalismus ist ein politischer Grundpfeiler Deutschlands. Aber wie sinnvoll ist er heute auf dem Feld der Bildung? Die Frage der schulischen Ausbildung sowie der Zukunft der Universitäten verlangt nach grundlegenden Maßnahmen, um Deutschlands internationale Stellung zu verbessern. Braucht hierzu der Bund mehr Kompetenz in bildungspolitischen Entscheidungen?
  1. #330

    schöne neue Welt

    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    Nun sind Weiterbildungsseminare am Wochenende in der Privatwirtschaft durchaus üblich, ja, sogar das Normale.

    Ich verweise auf meine Beobachtung:

    "Angeworben wird das staatliche Lehrpersonal mit:

    - lebenslanger staatlicher Alimentierung
    - leistungsunabhängiger Alimentierung

    Eine verblüffende Übereinstimmung des Profils mit dem der Langzeitarbeitslosen."

    Dem Profil wiederum beider Berufsgruppen widersprechen Wochenend!!seminare diametral.

    Deshalb kann Ihrem gutgemeinten Vorschlag unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsstruktur der in Frage kommenden Zielpersonen keine Zukunft beschieden sein.
    Nun Wochendseminare im schulischen Bereich kollidieren mit der Forderung schriftliche Arbeiten innerhalb der SekI innerhalb von 2 Wochen zu korregieren.

    Die Entlastung der Wochenenden bekommen Sie nur durch eine Korrekturentlastung unterhalb der Woche hin. Dies widerspricht aber der Forderung , dass Unterricht nach Plan zu geben ist.

    Die einzige Möglichkeit an Schulen Ressourcen freizuschaufeln ist, die wenigen unterrichtenden Lehrer vor zusammengefasste Gruppen (mindestens 3 Lerngruppen a 28 SuS) zu stellen.

    Allein das Raumprogramm der zuständigen Sachaufwandsträger sieht dies nicht vor. Darüberhinaus würde es bei den zur Verfügung stehenden Raumzellen zur Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten kommen.

    Also verschieben wir die Fortbildung auf die unterrichtsfreien Zeiten, nur da bieten die Träger von schulischen Fortbildungen nichts an.

    Folge, auf Fortbildung kann zum Schutze des Etats auch verzichtet werden. Was glauben Sie wie groß der Fortbildungsetat einer Schule ist?
  2. #331

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Nun Wochendseminare im schulischen Bereich kollidieren mit der Forderung schriftliche Arbeiten innerhalb der SekI innerhalb von 2 Wochen zu korregieren.

    Die Entlastung der Wochenenden bekommen Sie nur durch eine Korrekturentlastung unterhalb der Woche hin. Dies widerspricht aber der Forderung , dass Unterricht nach Plan zu geben ist.

    Die einzige Möglichkeit an Schulen Ressourcen freizuschaufeln ist, die wenigen unterrichtenden Lehrer vor zusammengefasste Gruppen (mindestens 3 Lerngruppen a 28 SuS) zu stellen.

    Allein das Raumprogramm der zuständigen Sachaufwandsträger sieht dies nicht vor. Darüberhinaus würde es bei den zur Verfügung stehenden Raumzellen zur Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten kommen.

    Also verschieben wir die Fortbildung auf die unterrichtsfreien Zeiten, nur da bieten die Träger von schulischen Fortbildungen nichts an.

    Folge, auf Fortbildung kann zum Schutze des Etats auch verzichtet werden. Was glauben Sie wie groß der Fortbildungsetat einer Schule ist?
    LoL.

    "Raumprogramm zuständiger Sachaufwandsträger", "die Träger bieten nichts an", "Fortbildungsetat der Schule".
    LoL.

    Darüberhinaus würde es "bei ... (der Weiterbildung) ... zur Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten kommen."

    Damit ist Weiterbildung aus Beamtensicht am Besten beschrieben. Danke dafür.

    Die grösste, ja, einzige Hürde, die, zum Schaden der Kinder und der Gesellschaft, der Weiterbildung von Beamtenlehrern entgegensteht, ist das Beamtentum selbst.

    Weiterbildung zum Nutzen der Schüler ist im persönlichen Karriereplan schlicht nicht notwendig und damit auch nicht vorgesehen.
  3. #332

    Karriere

    Zitat von freed&democ Beitrag anzeigen
    LoL.

    "Raumprogramm zuständiger Sachaufwandsträger", "die Träger bieten nichts an", "Fortbildungsetat der Schule".
    LoL.

    Darüberhinaus würde es "bei ... (der Weiterbildung) ... zur Unvereinbarkeit mit den Menschenrechten kommen."

    Damit ist Weiterbildung aus Beamtensicht am Besten beschrieben. Danke dafür.

    Die grösste, ja, einzige Hürde, die, zum Schaden der Kinder und der Gesellschaft, der Weiterbildung von Beamtenlehrern entgegensteht, ist das Beamtentum selbst.

    Weiterbildung zum Nutzen der Schüler ist im persönlichen Karriereplan schlicht nicht notwendig und damit auch nicht vorgesehen.
    Ach was, welche Karriereschritte sind denn für Lehrer (A12) am Grund-, Haupt- und rRalschulen vorgesehen? Ohne einen Tag Fortbildung haben Sie am Ende der Dienstzeit die gleiche besoldungsstufe wie mit unzähligen Fortbildungen.

    Übrigens die meisten Fortbildungen laufen als SchILF, weil einfach der Fortbildungsetst nicht ausreicht.

    Meine letzte Fortbildung ist gestrichen worden, weil die Zeiten der dienstlichen Freistellung (Ausfallzeiten) nicht durch Pool-Stunden aufzufangen waren.
  4. #333

    Kurz und knapp !

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Ach was, welche Karriereschritte sind denn für Lehrer (A12) am Grund-, Haupt- und rRalschulen vorgesehen? Ohne einen Tag Fortbildung haben Sie am Ende der Dienstzeit die gleiche besoldungsstufe wie mit unzähligen Fortbildungen.

    Übrigens die meisten Fortbildungen laufen als SchILF, weil einfach der Fortbildungsetst nicht ausreicht.

    Meine letzte Fortbildung ist gestrichen worden, weil die Zeiten der dienstlichen Freistellung (Ausfallzeiten) nicht durch Pool-Stunden aufzufangen waren.
    Die Bildungsetats sind zu gering ! Es wird Zeit den Politikern kräftig in den A... zu treten ! Nur, was sind denn die meisten Politiker ? Beamte !!!
  5. #334

    Parlamentarier

    Zitat von HaPeGe Beitrag anzeigen
    Die Bildungsetats sind zu gering ! Es wird Zeit den Politikern kräftig in den A... zu treten ! Nur, was sind denn die meisten Politiker ? Beamte !!!
    Eben nicht, die mehrzahl der parlamentarier sind keine Beamte. Dies ist ein allgemeiner Irrglaube.

    Was allerdings stimmt, ist die tatsache, dass es gerade für lehrer äußerst attraktiv ist sich von der Tafel weg in ein Parlament wählen zu lassen. Lehrer (Grundschule, Hauptschule und Realschule) haben gegenüber den Unterichtsbeamten des höheren Dienstes kaum Beförderungsaussichten, einmal Lehrer (A12) immer Lehrer.

    Bundesweit sind übrigens ein Drittel der Lehrkräfte tarifbeschäftigt, im Osten fast alle im Westen aber auch so um die 15%.

    Dass die Bildungsetats zu gering sind, ist eher ein nachrangiges Problem. Mehr stören im Bildungswesen die unterschiedlichen Zuständigkeiten. Damit meine ich gar nicht, dass der Bund mehr Einfluss haben sollte, sondern die Zuständigkeiten innerhalb eines Bundeslandes. Die Trennung zwischen Sachaufwandsträger (Kommune) und dem Land.

    Es ist egal,m ob der Bund oder die Länder die Vorgaben machen, wenn die Kommunen kein Geld haben, die erforderlichen Maßnahmen zu finanzieren, dann sieht es duster aus. Typisches Beispiel ist doch der Ganztag; viele sind dafür, aber keiner will eine Ausdehnung des Unterrichtes sondern zusätzliche Bildungsangebote im sportlichen oder musischen Bereich. Da dies aber kein Unterricht (im Sinne des Schulgesetzes) ist, ist das Land nicht zuständig. Folglich müssten die Kommunen diesen Part übernehmen. Die haben aber kein echtes Interesse, da sie mit diesem Geld ja bereits die Vereine finanzieren. Diese Vereine gehören aber in das politische Vorfeld der Komunalpolitiker. Es gibt keinen Kommunalpolitiker, der nicht auch ein Amt oder eine Mitgliedschaft im örtlichen Fußballverein hat. Die brauchen diese Vereine doch um ihre Bürgernähe zu zeigen. Ergo ist die Bereitschaft der kommunalen Vertreter nicht sehr hoch, geld in einen attraktiven Ganztag zu stecken.

    Das Konfliktfeld "Mittagspause und Mensabetrieb" ist ebenso ein Musterbeispiel für Ineffektivität beim Zusammenwirken staatlicher und kommunaler Zuständigkeiten.
  6. #335

    Prioritäten !

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Dass die Bildungsetats zu gering sind, ist eher ein nachrangiges Problem.
    Eine zumindest originelle Sicht der Dinge.

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Es ist egal,m ob der Bund oder die Länder die Vorgaben machen, wenn die Kommunen kein Geld haben, die erforderlichen Maßnahmen zu finanzieren, dann sieht es duster aus.
    Dann lautet doch aber die Frage:

    Warum haben denn die Kommunen kein Geld ?
    Um beim Ruhrgebiet zu bleiben:
    Niemand zwingt Dortmund einen Flughafen zu betreiben, der 20 Millionen Miese macht, Bochum, auf Teufel komm raus, ein neues Konzerthaus zu bauen oder Duisburg, sich kreditfinanziert am Kauf des Energiekonzerns Steag zu beteiligen. Unverschuldete Armut und teure Großmannssucht liegen im Ruhrgebiet nah bei einander.

    Halt eine Sache der Prioritäten.

    Und gerade auf kommunaler Ebene kann man als Bürger viel beeinflussen.
  7. #336

    Prioritäten

    Zitat von IB_31 Beitrag anzeigen
    Eine zumindest originelle Sicht der Dinge.
    Dann lautet doch aber die Frage:
    Warum haben denn die Kommunen kein Geld ?
    Um beim Ruhrgebiet zu bleiben:.....
    Die SuS dürfen sich an Kommunalwahlen erst ab 16 Lebensjahren beteiligen und die Eltern der Eleven sind bezogen auf die gesamtheit aller wahlberechtigten Einwohner einer Kommune in der Minderheit.

    Ergo gepflegte Infrastruktur (Straßen) vor ordentlichen Schulen. Ne schlaglochfreie Straße braucht jeder von 0 bis 100 Jahren, ne allgemeinbildende Schule, in die es nicht rein regnet, nur jemand zwischen 6 und 16 Jahren.
  8. #337

    Statistik des 17. Bundestages

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Eben nicht, die mehrzahl der parlamentarier sind keine Beamte. Dies ist ein allgemeiner Irrglaube.
    Was allerdings stimmt, ist die tatsache, dass es gerade für lehrer äußerst attraktiv ist sich von der Tafel weg in ein Parlament wählen zu lassen. Lehrer (Grundschule, Hauptschule und Realschule) haben gegenüber den Unterichtsbeamten des höheren Dienstes kaum Beförderungsaussichten.....
    199 Abgeordnete, das sind 32 % kommen aus dem öffentlichen Dienst. Nach der Berufsausbildung sind die meisten Juristen.
  9. #338

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    . Braucht hierzu der Bund mehr Kompetenz in bildungspolitischen Entscheidungen?
    Kommt drauf an, was man unter Kompetenz verstanden haben will.
    Bescheidwissenschaft aus dem Schlaumeyeratelier.mov - YouTube
    Sehenswert:-)
  10. #339

    Ich kann mitempfinden!

    Zitat von Piri Beitrag anzeigen
    Kommt drauf an, was man unter Kompetenz verstanden haben will.
    Bescheidwissenschaft aus dem Schlaumeyeratelier.mov - YouTube
    Sehenswert:-)
    Bemerkenswert finde ich auch, dass es sich um einen Grundschulkollegen in Bremen handelt und die GEW den Text der Rede "druckt". Etwas klassischer äußert sich der "Komiker" hier:
    Entdeckendes Lernen e.V.
    Allerdings muss man wohl selbst "vor Kreide stehen" um sein Klagelied lustig-traurig zu finden.


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