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Bildungsgipfel - eine reine Showveranstaltung?

Der Herbst sollte im Zeichen der Bildung stehen und zur Krönung sollte es ein Gipfeltreffen von Bund und Ländern geben. Doch der Gipfel scheint ein Flop zu werden. Eine reine Showveranstaltung? Diskutieren Sie mit.
  1. #210

    Ausfallstraße

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Ich sehe da noch ganz andere Möglichkeiten. Wozu einen staatlichen Schulleiter und ein steuerfinanziertes Gebäude unterhalten? Selbständige Lehrer könnten sich Wohnwagen mieten und diese an speziell ausgewiesenen Plätzen aufstellen, dort ihre Schüler empfangen und mit diesen das Honorar für jede Unterrichtsstunde frei aushandeln. Alternativ könnte ich mir freie Unternehmer vorstellen, die Klassenzimmer stundenweise an Lehrpersonen vermieten, die dort dann wiederum als freie Unternehmer ihre Schüler unterrichten. Der Vorteil wäre, dass der Unternehmer in seinem Schulhaus gleichzeitig eine Ordnungsfunktion übernehmen und im Bedarfsfall Lehrkräfte aus dem Ausland anwerben könnte.

    Den Top-Performern unter den Lehrern würde es dann natürlich freistehen, entsprechend höhere Honorare zu verlangen und ihren Unterricht in den Suiten der Luxushotels abzuhalten.
    Wie, Lehrbetrieb nur noch an Ausfallstraßen oder in Gewerbegebieten? Wie soll so eine Unterrichtungsbox infrastrukturell ausgestattet sein? werter kollege werden sie bitte etwas konkreter.
  2. #211

    Bin dafür!

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Die idee Schulen zusammenzulegen ist lediglich dem Umstand gedankt, dass die kleinen Hauptschulklassen durch die Gründung von Gemeinschaftsschulen zu Gunsten größerer Lerngruppen aufgegeben werden können. 16/17er Schülergruppen wie an der HS wird es dann nicht mehr geben. Dafür gibt es leistungsheterogene 24er Gruppen, also um die Hälfte größere gruppen. Das setzt natürlich Lehrerstunden frei. der Mangel an ausgebildeten Fachlehrern im MINT-Bereich wird sich dadurch vergrößern. Die bisher größtenteils fachfremd unterrichteten Hauptschüler haben nämlich wegend er gymnasialen standards Anspruch auf Fachlehrerunterricht. ein Großteil der fachlehrer wird aber mit den special needs des Hauptschülerklientel nicht zurecht kommen, dieses verschwindet nämlich nicht durch Umflaggung.
    Da in meiner HS-Klasse derzeit 29 Kinder mit special needs ihr Unwesen treiben und drei weitere für das kommende Schuljahr anvisiert sind, bin ich unbedingt für dieses Modell.
    Im übrigen "kann" ich gymnasiale Standards (Ausbildung) und special needs (Berufserfahrung), habe bald soviel Zeit mit Sozialarbeitern, Jugendamtsmitarbeitern und Erziehungshelfern verbracht wie mit meinen Schülern ("kann" das so langsam auch ein bisschen), Sekretariat kann eh jeder Lehrer bei dem endlosen Papierkram; Förderschule könnte ich noch besser, da weniger Schüler bei nur leicht anderer Klientel (die Gutachten muss ich eh schon schreiben), und Klassenraum putzen, streichen und andere Hausmeistertätigkeiten mache ich mit links.
    Dennoch suche ich händeringend eine/n angestellte/n Kollegin/en, die/der das alles einfach besser im Griff hätte und vor allem sehr viel flexibler einzusetzen wäre.
    Liege ja schon in der Hängematte, aber das mit dem ruhigen Schaukeln, das will noch nicht so recht klappen.
  3. #212

    Zitat von Neurovore Beitrag anzeigen
    ...Gleiches sollte man natürlich auf alle anderen Beamtenverhältnisse ausdehnen; wieso z.B. kann ein Polizist nicht auf Honorarbasis beschäftigt werden? Wieso muß sich ein Richter nicht den wunderbaren Kräften des freien Marktes stellen? Denn sowas wie Flichtbewußtsein oder Lojalität (oder wie man das schreibt), das hat man entweder oder man hat das nicht, mit Bezahlung oder Beschäftigungsverhältnis hat das nichts zu tun...
    Ich bitte Sie. Es grenzt schon irgendwo an Sarkasmus wenn sich deutsche Lehrer mit Polizisten oder Richtern vergleichen wollen. Diese sind für einen Rechtsstaat nach unserem Verständnis nämlich unersetzlich. Verbeamtete Lehrkörper (m/w) wohl kaum. Es geht auch ohne.

    Es wird ja meistens von selbigen das Argument der "Unbestechlichkeit" o.ä. der verbeamteten Lehrer ins Feld geführt. "Lustig" denke ich mir dann immer. Ich bilde auch teilweise noch recht junge Leute (16 Jahre +) aus. Diese müssen von mir bewertet und auf die Abschlussprüfung vorbereitet werden. Ich erbringe trotzdem meine Leistung obwohl ich nicht den "besser situierten Personenkreis" angehöre, noch über eine sog. "pädagogische Ausbildung" verfüge...

    => Es bringt nichts wenn man den vermeintlichen Status mit dem anderer Berufsgruppen vergleichen möchte...
  4. #213

    Zitat von Flie Beitrag anzeigen
    Warum fällt mir bei Ihren Beiträgen neuerdings immer der Spruch ein: "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber."?

    Andererseits: Uns geht es wirtschaftlich sauschlecht im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Staaten. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass wir uns amerikanische Hire-and- Fire-Mentalität aneignen. Hauptsache ist doch, dass wir endlich den verhassten Beamten eins auswischen- ganz gleich, was uns das kostet.
    Sie wollen es vermutlich nicht begreifen, obwohl Sie es könnten (was mir so bei Ihren Beiträgen einfällt)... Aber es ist hinreichend bekannt dass ein Beamter nicht anders denken will, um nicht zu sagen kann. Sie können nichts dafür, schließlich kennen Sie es vermutlich nicht anders, und daher verstehe ich Ihre Position zur Thematik...
  5. #214

    Zitat von redcat Beitrag anzeigen
    Da in meiner HS-Klasse derzeit 29 Kinder mit special needs ihr Unwesen treiben und drei weitere für das kommende Schuljahr anvisiert sind, bin ich unbedingt für dieses Modell.
    Im übrigen "kann" ich gymnasiale Standards (Ausbildung) und special needs (Berufserfahrung), habe bald soviel ......
    Dann mal flugs einarbeiten in
    Systemadministration, Ernährungslehre, Kompetenzfeststellugsverfahren und Reiseleitung! Wer rastet, der rostet, verehrter Minderleister.
  6. #215

    Zitat von Dei_Mudda Beitrag anzeigen

    Es wird ja meistens von selbigen das Argument der "Unbestechlichkeit" o.ä. der verbeamteten Lehrer ins Feld geführt. "Lustig" denke ich mir dann immer. Ich bilde auch teilweise noch recht junge Leute (16 Jahre +) aus. Diese müssen von mir bewertet und auf die Abschlussprüfung vorbereitet werden. Ich erbringe trotzdem meine Leistung obwohl ich nicht den "besser situierten Personenkreis" angehöre, noch über eine sog. "pädagogische Ausbildung" verfüge...
    Kleiner aber feiner Unterschied: Sie haben handverlesene Jugendliche, die sich für den Job interessieren, sonst hätten sie sich nicht beworben.
    Die Auszubildenden sind einigermaßen zuverlässig und willig, sonst hätten Sie sie nicht genommen.
    Wenn sich einer dieser Jugendlichen ständig etwas zuschulden kommen lässt, dann wird er gekündigt und das Problem ist für Sie erledigt.
    Wenn die Ausbidlung abgebrochen wird, ist das Problem für Sie erledigt.

    Sie haben ganz recht: Man sollte Jobs nicht miteinander vergleichen.
  7. #216

    Zitat von ondrana Beitrag anzeigen
    Kleiner aber feiner Unterschied: Sie haben handverlesene Jugendliche, die sich für den Job interessieren, sonst hätten sie sich nicht beworben.
    Die Auszubildenden sind einigermaßen zuverlässig und willig, sonst hätten Sie sie nicht genommen.
    Wenn sich einer dieser Jugendlichen ständig etwas zuschulden kommen lässt, dann wird er gekündigt und das Problem ist für Sie erledigt.
    Wenn die Ausbidlung abgebrochen wird, ist das Problem für Sie erledigt.

    Sie haben ganz recht: Man sollte Jobs nicht miteinander vergleichen.
    Sie erwarten doch nicht, dass bei einer Sichtfeldbegrenzung a la alle beamteten LuL sind "Underperformer" so viel "Überblick" möglich ist.
    Ich "sehne" mich geradezu nach einem Forumsteilnehmer von "außerhalb", der NICHT den Gesichtskreis eines einäugigen Huhnes hat.
    Gibt es in der "freien Wirtschaft" niemand, der halbwegs qualifiziert die Gesamtproblematik zu erfassen weiß und mit dem man deshalb über den Tellerrand der örtlich Handelskammer und/oder des eigenen Unternehmerdaseins hinausblicken kann ?
  8. #217

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Wie, Lehrbetrieb nur noch an Ausfallstraßen oder in Gewerbegebieten? Wie soll so eine Unterrichtungsbox infrastrukturell ausgestattet sein? werter kollege werden sie bitte etwas konkreter.
    Die Ausstattung sollte individuell den Vorlieben der örtlichen Klientel angepasst werden. Vielleicht mag der eine eher eine Seidentafel mit Plüschkissen, der andere eher die härtere Variante aus Holz und Leder. Eine Internetverbindung mit Zugang zu allen großen Lernmedienportalen sollte natürlich Standard sein.
  9. #218

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Wie, Lehrbetrieb nur noch an Ausfallstraßen oder in Gewerbegebieten? Wie soll so eine Unterrichtungsbox infrastrukturell ausgestattet sein?...
    Die Unterrichtsboxen sind ja nur übergangsweise notwendig. Dank der Deregulierung, Privatisierung und Liberalisierung des Bildungsmarktes, sowie dessen Öffnung für osteuropäische Fachkräfte ("Komm näherrr, Hibscherrr, ich mache dich Abiturrr guuuuut!"), stehen die Gewerbegebiete in ein paar Jahren völlig leer und können dann anderweitig genutzt werden...
  10. #219

    In Hamburg sind die Nächte lang

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Herbst sollte im Zeichen der Bildung stehen und zur Krönung sollte es ein
    Gipfeltreffen von Bund und Ländern geben. Doch der Gipfel scheint ein Flop zu
    werden. Eine reine Showveranstaltung? Diskutieren Sie mit.
    In der Kaufmannsstadt HAMBURG ist es jetzt möglich,
    von der Schulseite her, die Schreibschrift abzuschaffen.

    Natürlich folgt man hier wieder den neuesten pädagogischen Erkenntnissen,
    so daß wir bald nur noch Abiturienten als Schulabgänger gewinnen können.

    Wer mag da noch abseits stehen wollen?!

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