Ausmusterungen - Wehrgerechtigkeit ad absurdum?

Immer mehr Wehrdienstpflichtige werden derzeit aus teils unverständlichen Gründen ausgemustert. Von Wehrgerechtigkeit kann oft kaum noch gesprochen werden. Wie sind Ihre Erfahrungen?
  1. #620

    Zitat von Stirk Beitrag anzeigen
    Petitionen? Ne, das wirkt hierzulande nicht. Was hier zieht, sind dramatische, medienwirksame Schockereignisse, wie z.B. Amokläufe.
    Sowas hat es in Schweden noch nie gegeben: Junge Leute entscheiden selbst zwischen Wehr- und Ersatzdienst.

    Freiwillig kommen Mädchen zur Reichswehr, um ihrem Volk zu dienen. Kriegsdienstverweigerer kennen wir gar nicht, weil unsere Wehrmacht nur der Verteidigung dient.

    Möchten Jungens lieber Zivildienst leisten, ist das sehr gut für unser Gesundheitswesen und die Feuerwehr!
  2. #621

    Wenn es nicht die "Wehrpflicht-Marotte" unserer Politiker gäbe, wäre die Wehrpflicht schon lange ausgesetzt worden, so wie in Italien, Spanien, Portugal, BeNeLux, Großbritannien oder Frankreich.

    Es widerspricht massiv dem Gleichheitsgrundsatz, dass bei gleicher Eignung und Tauglichkeit einige Männer zu einer verpflichtenden Dienstleistung herangezogen werden und andere nicht - und Frauen von vorneherein überhaupt nicht.

    Das ist einfach so heute nicht mehr zeitgemäß.
    Was heute als "Wehrpflicht" daherkommt, ist eigentlich nur noch eine lächerliche Karikatur dieses Wortes.
  3. #622

    Kann meinem Vorrednern eigentlich nur recht geben.
    Denke jeder kennt genug Beispiele aus seinem direkten Umfeld, die unverständlich und "ungerecht" sind.
    Ich kann mich aber noch genau an die Aussage von einem Wehrbeauftragten errinnern. Dieser meinte, dass man den Wehrdienst zwar abschaffen könnte, aber man dadurch auch die ganzen "Verweigerer" die fast umsonst im sozialen Bereich arbeiten, verlieren würde.

    Deutschland stellt sich nach aussen hin oft als "offen", "sozial", "gerecht", "modern" dar. Aber bei solchen Dingen wie der Wehrpflich hat sich seit 50 Jahren nichts geändert.
    Auf welchen Auslöser die Politik wartet um dort etwas zu verändern, weiß ich leider nicht.
  4. #623

    wehrpflicht

    ich verstehe nicht genau weshalb die wehrpflicht abgeschafft wird. ist ja nicht grade so das der bund dadurch an sympathie gewinnt.
    ich selbst war nicht beim bund. ich wurde gemustert und bekam T2 weil ich zu klein bin fuer T1.
    ich wurde auch erst mit 21 gemustert weil ich eine ausbildung hatte und vorher nicht geladen wurde. nach dem ganzen hin und her mit laecherlichen gleichgewichtsuebungen, seh und hoertests hat mir der mitarbeiter ungefaehr das gesagt: "da sie kein student sondern berufstaetig sind werden sie fruehstens naechstes jahr im sommer gezogen weil jetzt im winter erst einmal die studenten dran sind. wenn sie wollen koennen wir den test jetzt machen oder falls sie naechste jahr wieder geladen werden - was ich nicht annehme da sie im selben jahr 23 werden."

    ich bin mir grad nicht ganz sicher aber konnte man nicht bis 27 noch gezogen werden?

    jedenfalls hab ich seitdem nichts mehr von dem verein gehoert.

    im nachhinein ist es ein wenig schade. freunde von mir konnten nichts negatives berichten und haben sich beim bund praechtig amuesiert und es sich gut gehen lassen.
    jetzt bin ich leicht verbittert diese erfahrung nicht gemacht zu haben.
    aber freiwillig wuerde ich mir das niemals antun.

    ich begreife nicht was fuer leute sie einfach links liegen lassen. ist doch logisch das der ruf so schlecht ist wenn geist- und sprtlich fitte menschen keine chance bekommen selbst wenn sie wollten.
  5. #624

    Massenausbeutung

    Ich hatte Zivildienst gemacht als er noch 16 Monate gedauert hat und es die inquisitorische Gewissensprüfung gab. Anfang und Ende des Dienstes waren so "geschickt" gelegt worden, dass ich bis zum Studienbeginn, der bei den Erstsemestern oft das Wintersemester ist, nochmal 11 Monate verloren hatte. An der Uni war gerade von in wallenden Tüchern gehüllten Null-Genders die erste "Frauen-sind-überall-benachteiligt"-Aktion gestartet worden, zu deren Betroffenheitsseminare ich als Vetreter des oppressiven Patriarchats nicht eingeladen wurde und weil ich gleichzeitig alleinerziehender Vater war, auch keine Zeit hatte, hinzugehen. Schliesslich musste ich nebenher auch noch die Asche verdienen, welches dadurch möglich wurde, dass ich meinen ZiviJob gegen Bezahlung ausüben konnte mit frei wählbaren Arbeitszeiten, weil niemand mehr im Sozialbereich arbeiten wollte. Dafür hat mich dann die Überschreitung der Regelstudienzeit um 2 Semester das Bafög gekostet, das ich deshalb zurückzahlen musste. Ich weiss seitdem immerhin, wann und wie die feministische Volksverblödung begonnen hat und habe ausgiebig von ihren präjudizierenden Negativ-Segnungen profitiert. Auch ein schöner Erfolg. Wehrpflicht ist entweder für Alle da, oder es darf Keine geben.