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Ausgebremst beim Bachelor?

Erst den Bachelor, dann den Master? Das klappt nicht automatisch. Viele Universitäten sieben streng aus und nehmen nur die besten Studenten in die Meisterklasse auf. Wie sind Ihre Erfahrungen?
  1. #1

    "Jedes Bundesland errichtet seine eigenen Hürden"

    Als jemand, der noch ein klassisches Diplom erhielt, beobachte ich das Master/Bachelor-Treiben mit gemischten Gefühlen.

    Die Absicht, einen europäischen Abschluss-Standard zu schaffen ist eigentlich zu begrüssen.
    Allerdings klaffen hier Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.
    Was nützt ein vereinheitlichter Standard auf europäischer Ebene, wenn weiterhin auf Bundesländerebene herumdilettiert werden darf?
  2. #2

    Sowas kommt von sowas. Die "Internationalisierung" der Studienabschlüsse, um eine Vergleichbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen, war ein Schnellschuß und führt automatisch zur Deklassierung des Bachelor, was die angewandte Praxis beweist.
    Mit dem Hebel, wie er in Potsdam angewand wird, kann man prima die Zahl der Studierenden klein halten aber gleichzeitig auch dafür sorgen, daß "die Besten" (gibt es die überhaupt?) den Master machen.
    Allen Argumenten aus früheren Diskussionen zum Trotz ist mir die Abschaffung der Diplomstudiengänge immer noch unverständlich und nicht gerechtfertigt. Ich jedenfalls bin stolz auf mein Universitätsdiplom.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst den Bachelor, dann den Master? Das klappt nicht automatisch. Viele Universitäten sieben streng aus und nehmen nur die besten Studenten in die Meisterklasse auf. Wie sind Ihre Erfahrungen?
    Und wider, um welchen studiengang handelt es sich? Bei naturwissenschaftlichen fächern (physik, chemie) und mathe is es garantiert nicht so. bei so lala fächern wie bwl und co. sehe ich erlich gesagt kein verlust für die allgemeinheit.
  4. #4

    Qualitaet

    So schwierig die Eingliederung der Bachelor/Masters-abschluesse auch sein mag, gelten fuer beide Abschluesse, dass sie einen gerechten Leistungsnachweis darstellenn. Wenn diese Leistung nicht ausreichend ist um einen Mastersstudiengang zu beginnen, dann ist das sicher auf persoenlicher Ebene ernuechternd. Allerdings wurde die erforderliche Leistung nicht erbracht. Diese Erkenntnis mag schwer verdaulich sein, aber schuetzt vor weit groesserer Ernuechterung nach weiteren Jahren an der Uni ohne anschliessende Jobaussichten. Der grosse Vorteil am Batchelor/Master-Studium ist, meiner Meinung nach, die Moeglichkeit das eigene Vermoegen schneller bewerten (oder bewerten lassen) zu koennen und dadurch die passendere Jobauswahl treffen zu koennen.
  5. #5

    Bachelor ist ein schlechter Witz

    Als jemand, der sowohl eine Berufsausbildung als auch ein Studium abgeschlossen hat, finde ich die Aussage "Absolventen, die es nur bis zum ersten Abschluss schaffen, könnten von Arbeitgebern auf eine Stufe mit Absolventen einer Ausbildung gestellt werden." als ein Frechheit gegenüber allen Auszubildenden. Der Bachelor ist qualitativ ein Witz, jeder Auszubildende eines guten Ausbildungsbetriebs ist in Punkto Fachwissen und Praxiserfahrungen deutlich überlegen. Wie soll es denn auch anders sein, schließlich soll der Master das "neue" Diplom sein, da muss alles, was davor kommt, ja schlechter sein.

    Ob man hingegen mit Artikel 12 weiterkommt, mag ich bezweifeln. Man kann ja auch nicht dagegen klagen, daß es im gewünschten Studiengang nicht genügend freie Plätze gibt und man deshalb leer ausgeht.
  6. #6

    Bätschelorr

    Zitat von homann5 Beitrag anzeigen
    Als jemand, der sowohl eine Berufsausbildung als auch ein Studium abgeschlossen hat, finde ich die Aussage "Absolventen, die es nur bis zum ersten Abschluss schaffen, könnten von ....
    Wieso der Bc. ist ein berusqualifizierender Abschluss und hinsichtlich der theoretischen Grundlagen nicht weit von einem Meisterabschluss entfernt, weshalb die HKs und IHKs auch schon entsprechende Anträge auf Gleichstellung auf den Weg gebracht haben.

    Fachwissen soll ja auch erst im Masterstudiengang vermittelt werden. Der Bachelor ist ein allgemeinbildender Abschluss, der auf das eigentliche Studium vorbereiten soll.
  7. #7

    Typische Politiker und Beamtensicht der Dinge!

    Wenn sich diese Sicht der Dinge im Bereich der Ingenieurwissenschaften breitmacht, kann man für den Technikstandort Deutschland schon den Abgesang beginnen. Unsere technische Leistungsfähigkeit und unsere Ingenieurkultur basiert sehr weitgehend auf den bisherigen gutausgebildeten Diplomingenieuren. Das wird mit den Bachelorabschlüssen trotz aller Bemühungen, dabei jetzt doch noch den Nürnberger Trichter zu erfinden ganz klar nicht erreicht. Die Auswirkungen werden aber wohl erst in 15-20 Jahren richtig sichtbar und dann sind bekanntlich einige Legislaturperioden vergangen und die Verantwortlichen sind auf und davon!
  8. #8

    desaster

    die deutsche umsetzung des bachelor/master systems ist ein bildungspolitisches desaster.
    es scheint sich niemand so genau gedanken gemacht zu haben, wie man den bachelor in der wirtschaft bewertet und was der absolvent damit anfangen kann. für natur- und ingenieurwissenschaften ist der bachelor in der tat eine sackgasse, es sei denn, es werden neue berufs-/tätigkeitsfelder entwickelt.
  9. #9

    Zitat von l4berl1ne Beitrag anzeigen
    die deutsche umsetzung des bachelor/master systems ist ein bildungspolitisches desaster.
    Das Desaster beginnt bereits damit, dass wir diese bekloppten englischen Begriffe übernehmen.

    Sind wir Deutsche - oder sind wir Deutsche ??

    Mein Herr Papa ist Industriemeister - "IndustryMaster" wollte er wohl nie sein.

    Die Bachelorpampe habe ich im Privat-TV gesehen. Erstrebenswert ?? Eher nein !


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